Ausgegraben

Ausgegraben - Neues aus der Archäologie Tempelsex im Namen der Mut

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5. Teil: +++ Wo die heiligen Stiere ruhen +++

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Ägypten: Stier-Friedhof wieder geöffnet
Starb im alten Ägypten ein heiliger Apis-Stier, löste das eine Staatstrauer aus. Der Leichnam wurde den Priestern des Ptah im Serapeum in Sakkara übergeben, die mumifizierten ihn und bestatteten das Tier schließlich in einem bis zu 80 Tonnen schweren Steinsarkophag.

Das Heiligtum mit den gigantischen Steinsärgen entdeckte vor über 150 Jahren der französische Archäologe August Mariette. Es besteht aus zwei Teilen: den Krypten, in denen die Priester zwischen der 18. und der 26. Dynastie die Stiermumien bestatteten, und dem großen Serapeum mit der langen Galerie, entlang derer 24 weitere Granitsarkophage in Nischen angeordnet sind. Während die Krypten noch immer restauriert werden, hat nun erstmals nach einer jahrelangen Renovierungsphase das Serapeum wieder seine Pforten für Besucher geöffnet.

Zuvor war zwischen Ingenieuren, Archäologen und Restauratoren ein erbitterter Streit darüber entbrannt, inwieweit man in die Gebäudestruktur eingreifen dürfe, um die einsturzgefährdeten Decken abzusichern. Jetzt stützt ein Stahlgerüst die Decke des Serapeums und der Boden ist mit Holzplanken überdeckt. Durch Glasfenster im Holz ist der Originalboden jedoch sichtbar. Mit der Wiedereröffnung des Serapeums hat Sakkara eine seiner bedeutendsten Touristenattraktionen zurückgewonnen.

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Archäologische Methoden der Datierung
Radiokarbondatierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, kennt man auch das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag.