Von Angelika Franz
Dänischen Archäologen ist es gelungen, das einzige bekannte mittelalterliche Ruderboot Dänemarks zu datieren. Eine Analyse der Baumringe des Holzes ergab, dass die Bäume um das Jahr 1390 gefällt wurden. Das Boot wird also zu Beginn des 15. Jahrhunderts genutzt worden sein. Der seltene Fund stammt aus dem Burggraben der Burg von Vordingborg und gewährt Einblicke in das mittelalterliche Leben in einer dänischen Burg. Ausgräber Lars Sass Jensen erklärt auf der Wissenschaftsplattform Science Nordic, dass das Boot verschiedene Aufgaben gehabt haben könnte. In vielen mittelalterlichen Burggräben waren Fischzuchtanlagen integriert. Das Boot könnte für Inspektionsfahrten der Netze und Reusen genutzt worden sein. "Wir wissen aus späteren Quellen, dass viele Gräben Leitsysteme für Fische hatten und es so möglich war, direkt vom Boot aus im Burggraben Fische zu fangen", sagt Jensen. "Aber Bilder aus der Zeit zeigen auch, dass die Herren solcher Burgen in kleinen Booten Vergnügungsfahrten unternahmen." Das etwa sechs Meter lange Boot ist erstaunlich gut erhalten. Bemerkenswert sind vor allem die vielen Reparaturstellen. Das Boot muss folgleich über einen langen Zeitraum hinweg gepflegt und genutzt worden sein, vielleicht sogar über mehrere Generationen.
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