Ausgegraben - Neues aus der Archäologie Erschlagen, stranguliert, geköpft

3. Teil: +++ Vulkanglas verrät Pilgerströme +++


Forscher Tristan Carter in Göbekli Tepe: Obsidianklingen aus Tempelanlage untersucht
Tristan Carter

Forscher Tristan Carter in Göbekli Tepe: Obsidianklingen aus Tempelanlage untersucht

Der Tempel von Göbekli Tepe ist die älteste bekannte Tempelanlage der Welt. Neueste Untersuchungen von Obsidianklingen von der Fundstelle haben nun gezeigt, von wie weit her sich die Menschen auf den Weg machten, um hier die Götter zu verehren. Eine Gruppe von Wissenschaftlern um den Anthropologen Tristan Carter von der McMaster University im kanadischen Hamilton suchte für rund 130 der Steinklingen die Ursprungsorte.

Obsidian ist ein vulkanisches Glas, dessen chemischer Fingerabdruck sich von Vulkan zu Vulkan unterscheidet. Carter fand die Ursprungsvulkane für die Obsidianklingen von Göbekli Tepe an so weit ab gelegenen Orten wie dem rund 500 Kilometer entfernten Kappadokien, dem 150 Kilometer weiter östlich gelegenen Vansee oder 500 Kilometer weiter im Nordosten des Landes. Bei diesen Entfernungen können die Menschen, die diese Klingen nach Göbekli Tepe brachten, durchaus verschiedene Sprachen gesprochen haben.

Für die Bestimmung führten die Forscher eine Reihe von chemischen Analysen durch, die Carter und sein Team auf der 7th International Conference on the Chipped and Ground Stone Industries of the Pre-Pottery Neolithic im spanischen Barcelona vortrugen. Die Ergebnisse sind erstaunlich genau - in manchen Fällen können die Wissenschaftler sogar sagen, von welcher Flanke des Vulkans das Gestein stammt.



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kl1678 25.03.2012
1. recht und ordnung
---Zitat von spon--- (...)Obwohl römische Soldaten in Chester und Manchester für Recht und Ordnung sorgen sollten, gab es in der Gegend also offenbar noch blutige Morde.(...) ---Zitatende--- naja - "Recht und Ordnung" einer Besatzungsmacht mit diversen Hinrichtungsmethoden, die die Folter einführte und allzu renitente Stämme gern einfach komplett auslöschte.
nadelix 25.03.2012
2. Fragen
Zitat von sysopUniversity of CambridgeIn Brooklyn wird nach einem Massengrab gesucht, in England stoßen Forscher auf eine junge Dame mit einer merkwürdigen letzten Ruhestätte - und eine besonders übel zugerichtete Moorleiche. Archäologische Kurzmeldungen im Überblick. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,823079,00.html
Mich würde noch interessieren, von wann und wem die Abbildungen der Brooklynschlacht stammen, denn nur das lässt Schlüsse auf die Authentizität zu und wo dieses Heiligtum "Göbekli" oder "Göbelki" denn eigentlich lag?
nadelix 25.03.2012
3.
Zitat von kl1678naja - "Recht und Ordnung" einer Besatzungsmacht mit diversen Hinrichtungsmethoden, die die Folter einführte und allzu renitente Stämme gern einfach komplett auslöschte.
Obwohl ich Ihnen generell Recht gebe und ebenso wie Sie nicht glaube, dass der Schutz der Bevölkerung vorrangiges Ziel der Römer war, befürchte ich aber, dass es nicht der Römer bedurfte, um irgendwo Folter einzuführen.
hhismanic 25.03.2012
4. Und wo ist das?
Zitat von sysopUniversity of CambridgeIn Brooklyn wird nach einem Massengrab gesucht, in England stoßen Forscher auf eine junge Dame mit einer merkwürdigen letzten Ruhestätte - und eine besonders übel zugerichtete Moorleiche. Archäologische Kurzmeldungen im Überblick. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,823079,00.html
Da wird von der "älteste(n) bekannte(n) Tempelanlage der Welt" erzählt, von Obsidianklingen und Menschen, die diese von A nach B getragen hätten. Mal abgesehen davon dass der Ort nicht wie in der ersten Zeile geschrieben "Göbelki Tepe" sondern "Göbekli Tepe" heißt, werden hier viele Fakten in den Raum gestellt, ohne deren Hintergrund auch nur andeutungsweise zu erklären: Warum wurden Obsidianklingen dorthin gebracht? Warum ist es bedeutsam, dass die Pilger womöglich verschiedene Sprachen gesprochen haben? Und wo zum Geier liegt dieses Göbekli Tepe? Ok, man kann es sich irgendwie denken, auch der Hinweis auf Kappadokien lässt vermuten, wo wir uns befinden. Aber sollte der Autor dies nicht auch erwähnen? Fazit: Eine kleine interessante Meldung, die mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet.
Montanabear 25.03.2012
5. Archaeologie
Zitat von nadelixMich würde noch interessieren, von wann und wem die Abbildungen der Brooklynschlacht stammen, denn nur das lässt Schlüsse auf die Authentizität zu und wo dieses Heiligtum "Göbekli" oder "Göbelki" denn eigentlich lag?
Ja, das wuerde mich auch interessieren. Wenigstens das Land haette genannt werden koennen; ich kann nur annehmen, es ist die Tuerkei. Dasselbe fuer die Prinzessin und die Moorleiche. Ein bischen zu leger, die Verfasser.
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