Um den Essgewohnheiten der weniger betuchten auf die Spur zu kommen, untersuchten die Anthropologen Kristina Killgrove von der University of West Florida und Robert H. Tykot von der University of South Florida 36 Tote von zwei römischen Friedhöfen. Der eine Friedhof, Casal Bertone, lag gerade nur außerhalb der Stadtmauern, der zweite, Castellaccio Europarco, lag weiter draußen in den Vororten der Ewigen Stadt. Die Toten stammen aus dem ersten bis dritten Jahrhundert nach Christus. Killgrove und ihr Team analysierten die Kohlenstoff- und die Stickstoffisotope.
Kohlenstoffisotope in den Knochen geben Auskunft darüber, was für Pflanzen ein Mensch zu Lebzeiten aß, Stickstoffisotope über den Konsum von Proteinen. In der März-Ausgabe des Journal of Anthropological Archaeology berichtet Killgrove von den Ergebnissen: Je tiefer die Toten in der sozialen Rangordnung standen, desto mehr Hirse aßen sie zu Lebzeiten.
Die Toten aus den reichen Gräbern des stadtnahen Friedhofs hatten am wenigsten davon konsumiert, diejenigen aus den normalen Gräbern jenes Friedhofs schon mehr und die Toten auf dem ärmlichen Landfriedhof am meisten. Antike Texte bezeichnen Hirse als "Viehfutter". "Die Römer waren Locavoren - sie aßen, was in ihrer Umgebung zu haben war", erklärt die Anthropologin. "Im Vergleich zu küstennäheren Regionen aßen die Stadtrömer beispielsweise weniger Fisch."
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