Ausgegraben - Neues aus der Archäologie: Soldat der Schlacht von Waterloo entdeckt

Von Angelika Franz

2. Teil: +++ Eine Kugel im Präsidentenkopf+++

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Frühe Neurochirurgie: Junger Militärarzt untersuchte sterbenden US-Präsidenten
Er war nach dem Attentat als einer der ersten bei dem sterbenden US-Präsidenten Abraham Lincoln: der junge Militärarzt Dr. Charles Leale. Nun ist in den US National Archives der Bericht Leales von seiner Untersuchung des Präsidenten aufgetaucht. Wie Lincoln war auch der Arzt am Abend des 14. April 1865 Besucher des Ford's Theater in Washington, D.C. Er saß nur wenige Meter von der Präsidentenloge entfernt, als der fanatische Südstaatler John Wilkes Booth dem Präsidenten eine Kugel in den Kopf schoss. Als Leale bei Lincoln eintraf, war dieser bewusstlos: "Ich untersuchte seinen Kopf, fand bald einen Blutklumpen kurz unterhalb der gekrümmten Linie des Hinterhauptbeines," schreibt er.

"Der Klumpen ließ sich leicht entfernen, und ich steckte den kleinen Finger meiner linken Hand in das Loch, das die Kugel ganz glatt hinterlassen hatte." Die Neurochirurgie war damals noch ein sehr junges Feld. Auch Leale war sehr jung. Er war gerade 23 Jahre alt und hatte erst seit sechs Wochen seine Zulassung als Militärarzt. In seinem Bericht beschreibt er auch, wie Lincolns Frau Mary ihn immer wieder anflehte: "Oh Doktor, tun Sie für ihn, was Sie können, tun Sie, was Sie können!" Der Präsident erlag der Verletzung am folgenden Tag.

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1. optional
spon-facebook-10000077982 16.06.2012
"Alleine in einem ihrer beiden Umhänge waren die Felle von 14 Lämmern verarbeitet. Die Stoffe waren bunt gefärbt, vor allem in Rottönen. "Wir wissen nicht, wie sie gestorben ist", sagt die Archäologin". Ich weiß es: Sie wurde von aufgebrachten Schafen niedergetrampelt!
2. Mit heißer Nadel?
grops 16.06.2012
Frau Franz sollte die Texte vor Veröffentlichung von Rechtschreibkundigen gegenlesen lassen ...
3. Gattung und Art...
jajo76 17.06.2012
Zunächst einmal ist die *Gattung* der Urmenschenfunde aus Spanien absolut unstrittig - sie gehören zu *Homo*. Diskutiert wird die *Art*, ob es sich jetzt um Homo heidelbergensis (korrekte Schreibweise mit kleinem "h") oder Homo neanderthalensis handelt. Wenn die Theorie zutrifft, dass H. heidelbergensis der Vorfahre von H. neanderthalensis ist, so ist natürlich ein gradueller Übergang zwischen beiden zu erwarten und zu einem bestimmten Zwischenstadium obliegt es dann tatsächlich dem Ermessen des Bearbeiters, welcher Art er die Funde zuordnet. Darüber kann man dann trefflich streiten, was auch in Fachkreisen gerne und intensiv getan wird. Interessanterweise könnte dem Problem ein Zirkelschluß zugrunde liegen - entweder man hat die Fundschicht (fälschlich?) auf 600 000 Jahre datiert und deshalb die Neandertaler-Merkmale unterbewertet (weil es so alte Neandertaler "ja nicht gibt"), oder man hat die heidelbergensis-Merkmale überbewertet und daher das Alter der Fundschicht zu hoch eingeschätzt (falls es keine unabhängigen Daten gibt). Auch die Gegentheorie, dass die Funde jünger sein müssen, weil sie "typische Neandertaler" seien, die gar nicht älter als 400 000 Jahre alt sein können, muss unter diesem Gesichtspunkt überprüft werden.
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Archäologische Methoden der Datierung
Radiokarbondatierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, kennt man auch das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag.