Ausgegraben - Neues aus der Archäologie Soldat der Schlacht von Waterloo entdeckt

Moorleichen verraten die Modetrends der Eisenzeit - Umhänge aus Lammfell waren der Renner. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: wie ein Militärarzt den sterbenden Abraham Lincoln untersuchte und warum sich Anthropologen um 200.000 Jahre verrechnet haben könnten.


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Überraschend farbig: Mode der frühen Eisenzeit untersucht
+++ Mode in der Eisenzeit +++

Zu Beginn der Eisenzeit gab es in Skandinavien eine Revolution - in der Mode. Von gedämpften Naturtönen wandelten sich die Textiliendesigns zu bunten Farben und Mustern. Ulla Mannering vom Danish National Research Center for Textile Research hat 180 Kleidungsstücke von 26 Moorleichen untersucht, und konnte diesen Wandel beschreiben. Die bunten Kleidungsstücke der Moorleichen zeigen auch, dass die Moorleichen keine Verbrecher oder armen Leute waren - sondern vornehme Menschen, die sich nach der neuesten Mode kleideten.

Von besonderem Interesse war für Mannering die Frau von Huldremose, die im Jahr 1879 in einem jütländischen Moor gefunden wurde. Ihre Kleidung war außergewöhnlich: Allein in einem ihrer beiden Umhänge waren die Felle von 14 Lämmern verarbeitet. Die Stoffe waren bunt gefärbt, vor allem in Rottönen. "Wir wissen nicht, wie sie gestorben ist", sagt die Archäologin, "aber ihre farbenfrohe Kleidung verrät ihren hohen sozialen Rang." Außer rot konnten die eisenzeitlichen Textildesigner Stoffe in den Farben Gelb und Blau färben. Aus der vorangehenden Bronzezeit sind keine farbigen Textilien bekannt.

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spon-facebook-10000077982 16.06.2012
1. optional
"Alleine in einem ihrer beiden Umhänge waren die Felle von 14 Lämmern verarbeitet. Die Stoffe waren bunt gefärbt, vor allem in Rottönen. "Wir wissen nicht, wie sie gestorben ist", sagt die Archäologin". Ich weiß es: Sie wurde von aufgebrachten Schafen niedergetrampelt!
grops 16.06.2012
2. Mit heißer Nadel?
Frau Franz sollte die Texte vor Veröffentlichung von Rechtschreibkundigen gegenlesen lassen ...
jajo76 17.06.2012
3. Gattung und Art...
Zunächst einmal ist die *Gattung* der Urmenschenfunde aus Spanien absolut unstrittig - sie gehören zu *Homo*. Diskutiert wird die *Art*, ob es sich jetzt um Homo heidelbergensis (korrekte Schreibweise mit kleinem "h") oder Homo neanderthalensis handelt. Wenn die Theorie zutrifft, dass H. heidelbergensis der Vorfahre von H. neanderthalensis ist, so ist natürlich ein gradueller Übergang zwischen beiden zu erwarten und zu einem bestimmten Zwischenstadium obliegt es dann tatsächlich dem Ermessen des Bearbeiters, welcher Art er die Funde zuordnet. Darüber kann man dann trefflich streiten, was auch in Fachkreisen gerne und intensiv getan wird. Interessanterweise könnte dem Problem ein Zirkelschluß zugrunde liegen - entweder man hat die Fundschicht (fälschlich?) auf 600 000 Jahre datiert und deshalb die Neandertaler-Merkmale unterbewertet (weil es so alte Neandertaler "ja nicht gibt"), oder man hat die heidelbergensis-Merkmale überbewertet und daher das Alter der Fundschicht zu hoch eingeschätzt (falls es keine unabhängigen Daten gibt). Auch die Gegentheorie, dass die Funde jünger sein müssen, weil sie "typische Neandertaler" seien, die gar nicht älter als 400 000 Jahre alt sein können, muss unter diesem Gesichtspunkt überprüft werden.
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