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Australien: Fettsucht erdrückt Staatsfinanzen

Jeder sechste Australier ist fettleibig, in 20 Jahren wahrscheinlich sogar jeder dritte. Das belastet zunehmend die öffentlichen Kassen des Landes: Im vergangenen Jahr überstiegen die Kosten der Fettsucht-Folgen die Ausgaben für die Gesundheitsvorsorge um das Doppelte.

Sydney - Die Fettleibigkeit kommt Australien teuer zu stehen: Mit 21 Milliarden australischen Dollar (12,6 Milliarden Euro) überstiegen die Folgekosten des Übergewichts im vergangenen Jahr die Ausgaben für Gesundheitsvorsorge um das Doppelte. Das ging aus einer jetzt im Parlament von Canberra vorgelegten Studie hervor. Damit belastet die Fettleibigkeit vieler Australier zunehmend die öffentlichen Kassen des Landes. Und es kann noch schlimmer kommen.

Starkes Übergewicht: Fettleibigkeit wird in Industrienationen auch zum finanziellen Problem
REUTERS

Starkes Übergewicht: Fettleibigkeit wird in Industrienationen auch zum finanziellen Problem

Zurzeit gelten dem australischen Diabetes-Report zufolge 3,2 Millionen der Australier - das entspricht 16 Prozent der Bevölkerung - als fettleibig. Und die Zahl werde sich in den kommenden 20 Jahren voraussichtlich mehr als verdoppeln, wenn sich nichts an den Ernährungsgewohnheiten ändere.

Dann wäre fast ein Drittel der Bevölkerung stark übergewichtig. Zu den Folgeerkrankungen von Fettleibigkeit - auch Adipositas genannt - rechnet der Report die Zuckerkrankheit, Herz- und Kreislaufschäden, Krebs und Gelenkerkrankungen. Diese Folgen kämen Australien teuer zu stehen: Sie führten zu einer Explosion der direkten und indirekten Kosten, heißt es in dem Bericht.

Senator Guy Barnett verglich das Fettsucht-Problem mit einem "Tsunami". Er rolle auf das Land zu und werde dessen Gesundheitswesen überschwemmen, wenn die Australier nicht ihren Lebensstil änderten.

Die Fettsucht greift in den Industrienationen immer weiter um sich. In den USA sind einer Studie zufolge, die im Fachmagazin "Obesity" publiziert wurde, sogar Babys zunehmend betroffen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind weltweit mindestens 400 Millionen Menschen über 15 Jahre fettleibig.

fba/AFP

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