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Bekannter Tiefseeforscher: Jacques Piccard ist tot

Er brach sämtliche Tiefenrekorde, tauchte im U-Boot zum Grund des Marianengrabens: Jacques Piccard war einer der bedeutendsten Tiefseeforscher seiner Zeit. Jetzt ist der Schweizer in Lausanne gestorben.

Lausanne - Jacques Piccard ist nach Angaben der Schweizer Nachrichtenagentur SDA am Samstag in seinem Haus am Genfer See gestorben. Piccard wurde 86 Jahre alt. Der Forscher war der Sohn von Auguste und der Vater von Bertrand Piccard, beide Ballonfahrer.

Tiefseeforscher Jacques Piccard (l., mit dem Amerikaner Don Walsh) auf dem U-Boot "Trieste": Im Jahr 1960 gelang der Rekordtauchgang zum Marianengraben
DPA

Tiefseeforscher Jacques Piccard (l., mit dem Amerikaner Don Walsh) auf dem U-Boot "Trieste": Im Jahr 1960 gelang der Rekordtauchgang zum Marianengraben

Jacques Piccard kam am 28. Juli 1922 in Brüssel zur Welt. In Genf studierte er Wirtschaftswissenschaften und internationale Beziehungen. Von 1950 an widmete er sich der Erforschung der Meerestiefen. Während sein Vater Auguste Piccard 1931 mit seinem Ballonflug bis in eine Höhe von 16.000 Metern für Aufsehen gesorgt hatte, brach Jacques Piccard jegliche Tiefenrekorde.

Mit dem U-Boot "Trieste", das er mit seinem Vater konstruiert hatte, erreichte er am 23. Januar 1960 zusammen mit US-Marineleutnant Don Walsh den Marianengraben in 10.916 Metern Tiefe. Sie waren damit die ersten, die den tiefsten Punkt der Weltmeere erreichten, bis heute gelang das keiner weiteren Expedition.

1964 baute er das erste Touristen-U-Boot, das im Lauf der Jahre 33.000 Menschen an den Grund des Genfer Sees brachte. Sein Vater habe ihm Vertrauen im Angesicht des Unbekannten eingeflößt, erklärte Sohn Bertrand. Ihm und seinen Geschwistern Marie-Laure und Thierry habe Piccard seine Sicht aufs Leben vermittelt, dass "Träume durch Hartnäckigkeit wahr werden können". Piccard hatte bis zum Alter von 82 Jahren an Tiefsee-Expeditionen teilgenommen.

Phil Mundwiller, Sprecher von Piccards Forschungsprojekt Solar Impulse, hatte am Samstag den Tod des Wissenschaftlers bekanntgegeben. "Einer der letzten großen Entdecker des 20. Jahrhunderts (...) ist gegangen", schrieb Mundwiller.

sto/dpa/AFP/AP

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