Der Abel-Mathematikpreis geht in diesem Jahr an den Belgier Pierre Deligne. Die Jury der Wissenschaftsakademie in Oslo begründete ihre Entscheidung für den 68-Jährigen am Mittwoch mit dessen "wegweisenden Beiträgen zur algebraischen Geometrie und ihren prägenden Einfluss auf Zahlentheorie, Darstellungstheorie und verwandte Gebiete".
Der Abelpreis ist mit umgerechnet 800.000 Euro einer der höchstdotierten Mathematikpreise der Welt. Er wurde in Norwegen als "kleiner Nobelpreis" für Mathematiker lanciert. Die Auszeichnung wurde von Norwegens Regierung zum 200. Geburtstag des heimischen Mathematikers Niels Henrik Abel (1802-1829) gestiftet und erstmals 2003 verliehen. Die Auszeichnung wird Deligne am 21. Mai von norwegischen König Harald in Oslo überreicht.
Der Preisträger wurde 1944 in Belgien geboren und entdeckte sein Interesse für Mathematik als Zwölfjähriger beim Studium von Uni-Unterlagen seines älteren Bruders. Obwohl sein Vater lieber gesehen hätte, dass er Ingenieur wird, studierte Deligne Mathematik. Nach akademischen Stationen in Brüssel und Paris lehrte der inzwischen emeritierte Professor ab 1984 an der School of Mathematics am Institute for Advanced Study in Princeton, US-Bundesstaat New Jersey. Schon 1978 hatte er die unter Mathematikern besonders begehrte Fields-Medaille bekommen. Die Auszeichnung erhielt er unter anderem für den Beweis der letzten Weil-Vermutung.
Namensgeber vieler mathematischer Konzepte
2006 gab Belgiens Post parallel zu einer Ehrung Delignes durch König Albert eine Briefmarke mit dem Konterfei des Mathematikers heraus. Seit 2009 gehört er der Schwedischen Wissenschaftsakademie an, die jedes Jahr über die wissenschaftlichen Nobelpreise für Physik und Chemie sowie den Nobelgedächtnispreis für Ökonomie entscheidet.
Delignes großer Einfluss auf die Mathematik sei schon daran erkennbar, dass eine Reihe mathematischer Konzepte nach ihm benannt seien, schreibt die Wissenschaftsakademie in Oslo. Zu diesen zählen Deligne Vermutung, Deligne-Mumford Modulraum von Kurven, Deligne-Mumford Stacks und Deligne-Kohomologie.
wbr/dpa
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