Ehemalige Grenzanlage in Berlin Spaziergänger entdecken bislang unbekanntes Stück Mauer

Bei einem Rundgang ist eine Gruppe zufällig auf ein Stück Mauer der alten Grenzsicherungsanlage in Berlin gestoßen. Der Fund steht mitten in der Stadt auf einem ungenutzten Grundstück.

Teil der Vorfeldsicherungs-Mauer
DPA

Teil der Vorfeldsicherungs-Mauer


In Berlin Mitte wurde zufällig ein bislang unbekannter, erhaltener Teil der ehemaligen Grenzanlage zwischen Ost- und Westberlin entdeckt. Ephraim Gothe (SPD), Bezirksstadtrat von Mitte, stieß im Juni gemeinsam mit einer Spaziergruppe auf die Mauerreste. Die Spaziergänger waren in der Nähe der neuen Zentrale des Bundesnachrichtendienstes (BND) unterwegs, berichtet das Bezirksamt Mitte.

Laut einem Bericht der Berliner Morgenpost ist die entdeckte Betonmauer 20 Meter lang. Das Stück sei zwar kein Bestandteil der eigentlichen Berliner Mauer, zitiert das Blatt den Experten Günter Schlusche von der Stiftung Berliner Mauer. Der Mauerrest gehöre aber zur Grenzanlage im weiteren Sinne.

Abschnitt der Vorfeldsicherungsmauer

Experten gehen davon aus, dass es sich um einen Abschnitt der Vorfeldsicherungsmauer in der Nähe des Grenzübergangs Chausseestraße von etwa 1985 handelt. Der Bau der 155 Kilometer langen Berliner Mauer begann bereits im Jahr 1961.

Entdeckt haben die Spaziergänger das Stück in der an das BND-Gelände angrenzenden Ida-von-Arnim-Straße auf einer Brache. Eigentlich wollten sie einen Weg über den Wasserlauf der Panke im Gebüsch nachvollziehen - und standen schließlich vor der Wand.

Entdecktes Mauerstück
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Entdecktes Mauerstück

Laut Schlusche wurde die Ida-von-Arnim-Straße erst vor ein paar Jahren gebaut. Vorher sei das Grundstück, auf dem die Betonmauer entdeckt wurde, kaum zugänglich gewesen. Hinzu komme, dass der Bau eher unauffällig aussehe.

Echtheit bestätigt

Die Stiftung Berliner Mauer hat die Echtheit des Fundes am Montag bestätigt, schreibt das Bezirksamt Mitte. Demnach sprechen das Aussehen der Mauer, die Maße und die Materialien dafür, dass das Stück zur ehemaligen Grenzanlage zwischen Ost- und Westberlin gehört. Auffällig sind auch die Lampenhalter an dem Bauwerk. Es wurde offiziell in die Denkmalliste eingetragen.

Ähnliche Mauerstücke sind laut Bezirksamt auch an anderen Stellen zu finden. Sie stehen etwa in der Bernauer Straße und an der Gartenstraße. Der Betonweg vor dem nun entdeckten Stück gleiche dem Postenweg an der Bernauer Straße. Dieser war nach der Sprengung der Versöhnungskirche 1985 angelegt worden.

Video: DDR-Grenztruppen-Treff

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jme



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