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Big Data Deutschland startet Zentrum für "intelligente Daten"

Supercomputer "Blizzard" (Deutsches Klimarechenzentrum): "Wir wollen Weltmeister werden, wenn wir das Thema Smart Data anzünden" Zur Großansicht
DPA

Supercomputer "Blizzard" (Deutsches Klimarechenzentrum): "Wir wollen Weltmeister werden, wenn wir das Thema Smart Data anzünden"

Daten gibt es wie Sand am Meer. Ihre intelligente Verknüpfung verspricht Milliardengeschäfte - und bereitet Datenschützern Kopfzerbrechen. In Deutschland wollen Staat, Wirtschaft und Wissenschaft das Thema nun gemeinsam angehen.

Mit Unterstützung der Bundesregierung haben Forschungsinstitute und Unternehmen am Mittwoch in Karlsruhe ein "Smart Data Innovation Lab" (SDIL) gestartet, ein Innovationszentrum für intelligente Daten. "Wir wollen Weltmeister werden, wenn wir das Thema Smart Data anzünden", sagt der Forschungschef von Siemens, Wolfgang Heuring.

Zum Start des Zentrums zeigte das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) am Beispiel von Veranstaltungen, wie aus großen Datenmengen - "Big Data" - durch intelligente Verknüpfungen verborgene Zusammenhänge - "Smart Data" - sichtbar werden. Dafür wurde eine Smartphone-App mit Informationen zu einem Großfeuerwerk in Zürich entwickelt. Die Nutzer wurden gebeten, ihre ortsbezogenen Daten anonym zur Verfügung zu stellen. Damit konnte dann die Entwicklung der Besuchermenge in Echtzeit beobachtet und analysiert werden.

"Wir sehen, wie sich die Menschenmenge entwickelt und können das Verhalten von Besucherströmen vorhersagen", erklärt der DFKI-Forscher Paul Lukowicz. "In Duisburg hätte das viele Menschenleben retten können", fügte der Professor mit Blick auf die Katastrophe bei der Love Parade im Juli 2010 hinzu. Anhand von Erfahrungswerten früherer Veranstaltungen können Modelle entwickelt werden, die mit den Echtzeit-Daten verknüpft werden, so dass das System lernfähig wird. "Langfristig wollen wir Systeme bauen, die Millionen von Benutzern mit Smart-Daten erfassen können", sagt Lukowicz. Zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) soll dies bei der Fußball-Weltmeisterschaft in diesem Jahr in Brasilien zum Einsatz kommen.

Geld von Firmen und Regierung

Solche "Smart Cities" sind einer von vier Schwerpunkten des SDIL, neben der Effizienzsteigerung in der Produktion unter dem Schlagwort Industrie 4.0, einem intelligenten Netz für die Stromversorgung und dem Gesundheitswesen. Betreiber des Labs ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Dort wird nun als erstes die Hardware und Software eingerichtet. SAP stellt Server bereit und seine Datenbank-Technologie Hana. Von der Software AG kommt der Hana-Konkurrent Terracotta. Und Microsoft bringt die Daten mit seiner Azure-Plattform in die Cloud. Dann wollen die Beteiligten die ersten Ausschreibungen für konkrete Projekte beschließen. Das Geld kommt von den Unternehmen und der Bundesregierung.

Intelligente Datenanalyse schaffe nicht nur Vorteile für Unternehmen jeder Größe, sondern könne auch das Leben der Menschen verbessern, sagt Jim Hagemann Snabe, einer der beiden Vorstandssprecher des Software-Konzerns SAP. Der Datenschutz spielt für SDIL zunächst nur unter dem Aspekt eine Rolle, dass die bereitgestellten Daten der Unternehmen gesichert werden müssen.

Mit Vertrauen in die Daten

Dabei ist die immer ausgefeiltere Analyse automatisch erstellter Daten auch eine Gefahr für den Schutz der Privatsphäre. Dieses Problem müsse europäisch gelöst werden, sagt Wolf-Dieter Lukas vom Bundesforschungsministerium und fügt hinzu: "Wenn aus Big Data nicht Big Brother werden soll, brauchen wir Vertrauen." Hier habe Deutschland international großes Ansehen. Und das könne durchaus nützlich sein, wenn es um die Nutzung der weltweiten Chancen bei Smart Data gehe.

In der Hardware, in Teilen der Software-Entwicklung und in der Unterhaltungselektronik ist Europa schon lange von Asien und den USA abgehängt worden. Im Geschäft mit der intelligenten Analyse von Datenmassen aber ist noch nichts entschieden. Mit dem "Smart Data Innovation Lab" werde hier ein Ökosystem geschaffen, mit dem das verfügbare Know-how zusammengelegt werde, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Software AG in Darmstadt, Karl-Heinz Streibich. "Das ist die vielleicht letzte Chance, um in der IT-Branche eine weltweit führende Rolle zu spielen."

von Peter Zschunke, dpa

11 Leserkommentare Diskutieren Sie mit!
kraus.roland 08.01.2014
Newspeak 08.01.2014
quark@mailinator.com 08.01.2014
hermann_huber 08.01.2014
mensaje 08.01.2014
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emeticart 08.01.2014
warhead187 08.01.2014
kritiker111 08.01.2014
_unwissender 08.01.2014
nervmann 09.01.2014

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