Brasilien Drohne filmt abgeschottete Ureinwohner

Sie leben in Isolation, wollen keinen Kontakt zur Außenwelt: Eine Expedition der brasilianischen Regierung hat Ureinwohner im Amazonas aus der Luft gefilmt.

FUNAI via AP

Im brasilianischen Urwald am Amazonas sollen mehr als 100 Stämme leben, die wenig bis gar keinen Kontakt mit der Außenwelt haben. Jetzt hat eine Regierungsbehörde spektakuläre Drohnenaufnahmen einer solchen Gruppe veröffentlicht. Sie stammen aus der Region Vale do Javari und wurden bereits im vergangenen Jahr aufgenommen. Man habe mit der Veröffentlichung aber gewartet, so die brasilianische Behörde für Indigene Angelegenheiten (Funai).

Auf den Bildern zu sehen ist unter anderem ein Mitglied der Gruppe, das Pfeil und Bogen trägt. Auch eine hölzerne, mit Stroh gedeckte Behausung ist zu erkennen. Einen offiziellen Namen hat die Gruppe bisher nicht. Es gehört auch seit Längerem zu den Grundsätzen der Behörde, dass die unkontaktierten Gruppen zwar beobachtet, aber im Normalfall nicht direkt angesprochen werden.

Daher weiß auch niemand, wie sich die Menschen auf den Bildern selbst bezeichnen und welche Sprache sie sprechen. Ihre Heimat liegt im südwestlichen Teil des Amazonas in der Grenzregion zu Kolumbien und Peru. Hier gibt es bereits mehrere bekannte Gruppen unkontaktierter Bewohner.

Gefahr droht

Die Stämme wissen nach Ansicht von Funai-Mitarbeitern sehr wohl, dass es Städte und Farmen in ihrer Nachbarschaft gibt. Sie hätten sich aber dagegen entschieden, mit den Bewohnern dort zu interagieren. Grund seien oft traumatische Erlebnisse in der Vergangenheit, Gewalt oder Krankheiten.

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Amazonien: Allein im Wald

Den indigenen Völkern im Amazonas droht nach Warnung von Menschenrechtlern oft Gefahr etwa durch illegalen Holzeinschlag, Viehzucht oder Bergbau in ihrer Heimat. Zu den Aufgaben der Regierungsbehörden gehört es eigentlich, den Schutz der indigenen Bevölkerung zu sichern und ein unbefugtes Eindringen zu vermeiden.

Auch im konkreten Fall sollen Hinweise auf eine Bedrohung durch illegale Holzeinschläge Hintergrund der Funai-Expedition zur Erforschung des Volkes gewesen sein. Dabei hätten die Mitglieder des Teams nicht nur die Drohnenaufnahmen gemacht, sondern auch einfach Werkzeuge und selbstgebaute Boote aus Baumstämmen gefunden und fotografiert.

Neben Brasilien soll es auch in Bolivien, Kolumbien und Ecuador unkontaktierte Stämme geben.

chs/AP

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