Bremen Affen-Experimente dürfen vorerst weitergehen

Die Universität Bremen darf ihre umstrittenen Versuche mit Affen vorerst fortsetzen. Das hat jetzt das Bremer Verwaltungsgericht beschlossen. Der Rechtsstreit dürfte damit allerdings noch nicht beendet sein.


Bremen - Im Streit um Versuche an Affen hat die Universität Bremen einen gerichtlichen Teilerfolg erzielt. Nach einem am Freitag veröffentlichten Beschluss des Verwaltungsgerichts Bremen darf die Uni ihre in die Kritik geratenen Versuche mit Makaken vorläufig fortsetzen. Die Genehmigung gelte bis zwei Monate nach Zustellung eines Widerspruchsbescheids vom Bremer Gesundheitsressort, der allerdings noch aussteht. Das SPD-geführte Gesundheitsressort hatte einen Antrag auf Fortsetzung der Versuche zuvor abgelehnt. Dagegen wehren sich die Forscher.

Makak-Affe im Institut für Hirnforschung der Universität Bremen: Uni erzielt Teilerfolg vor Gericht
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Makak-Affe im Institut für Hirnforschung der Universität Bremen: Uni erzielt Teilerfolg vor Gericht

Wie der Rechtsstreit letztlich ausgehen werde, sei noch überhaupt nicht abzusehen, sagte ein Gerichtssprecher. Bisher habe keine der beiden Parteien Recht bekommen. Das Gericht habe berücksichtigt, dass die Uni bereits mehrfach in den vergangenen Jahren eine Genehmigung für das Forschungsvorhaben erhalten hatte. Zudem habe der Wissenschaftler Andreas Kreiter vom Institut für Hirnforschung glaubhaft gemacht, dass bei einer längeren Unterbrechung seiner Versuche irreversible Schäden für das Forschungsvorhaben drohten.

Kreiter experimentiert seit 1997 mit Primaten. Alle drei Jahre wurde bisher die Erlaubnis dafür verlängert. Die Bremer Gesundheitsbehörde wies jedoch im Herbst 2008 den Antrag der Uni auf eine weitere Verlängerung aus ethischen Gründen zurück. Daraufhin legte die Uni Widerspruch ein und stellte einen Eilantrag auf vorläufige weitere Gestattung der Tierversuche. Über diesen Widerspruch müsse das Sozialressort noch entscheiden, sagte der Gerichtssprecher.

Sollte die Behörde im Widerspruchsverfahren erneut die Tierversuche verbieten, könne Kreiter dagegen weiter juristisch vorgehen. Die Universität hatte früher bereits angekündigt, notfalls bis zum Bundesverfassungsgericht zu gehen. Auch gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts vom Freitag können die Beteiligten noch Beschwerde einlegen. Er ist nicht rechtskräftig.

mbe/ddp/dpa



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