Brummton- Phänomen Tiefe Töne, Ängste oder Hysterie?

Immer mehr Deutsche sind überzeugt, einen tiefen, brummenden Ton zu hören. In den Augen von Experten ist eine Mischung aus Massenhysterie und Tatsachen schuld an der gegenwärtigen "Brummtonwelle".


Das rätselhafte tiefe Brummen plagt in mehreren Teilen Deutschlands vor allem nachts immer mehr Menschen. "Es kann sein, dass sich Betroffene mit ähnlichen Symptomen jetzt zusammenschließen. Es kann aber auch eine Art Massenhysterie sein", sagte Ulrich Lamparter, Privatdozent für Psychosomatik und Psychotherapie an der Universität Hamburg.

Lärmmessung: Ton ohne Ursache
DPA

Lärmmessung: Ton ohne Ursache

Jemand erfahre von dem Brummton, überprüfe, ob er ihn hört und höre ihn dann tatsächlich. "Man wird also psychisch angesteckt."

Das menschliche Gehirn sei zur akustischen Eigenwahrnehmung fähig, sagte der Psychotherapeut. "Man kann etwas wahrnehmen, was keiner äußeren Schallquelle entspringt." Die Beschwerden der Brummton-Betroffenen müssten ernst genommen werden.

"Es ist wichtig herauszufinden, ob die Angst schuld an den Symptomen ist oder die wirkliche Wahrnehmung von Geräuschen", so Lamparter. Wenn die Brummton-Opfer nur auf Ungläubigkeit stießen, würden sie noch weiter in die Isolation getrieben.

"Brummton-Betroffene" erinnert der Ton an das Geräusch einer Heizung oder eines Kühlschranks. Er liegt in einem so tiefen Frequenzbereich, dass er die Grenze des menschlichen Hörvermögens erreicht. In Baden-Württemberg hat das Umweltministerium eine Studie gestartet. Mit hochsensiblen Messgeräten suchen Experten landesweit nach der Ursache für das Brummen.

Auch in Hamburg gab es Messungen. Hier wurde zwar ein tiefes Geräusch registriert, es fanden sich aber zunächst keine Hinweise auf eine mögliche Ursache.



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