Brustkrebs: Erhöhtes Risiko bei Linkshänderinnen

Bei einer Studie mit 12.000 Teilnehmerinnen machten niederländische Forscher eine überraschende Entdeckung: Linkshänderinnen haben ein bis zu doppelt so hohes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

London - Jährlich wird bei rund einer Million Frauen weltweit ein Tumor in der Brust diagnostiziert. Drei Viertel aller Erkrankungen treten nach den Wechseljahren auf. Linkshändigkeit erhöht offenbar das Brustkrebsrisiko, wie Mediziner das Universal Medical Center in Utrecht jetzt festgestellt haben, insbesondere vor den Wechseljahren. Dann sei das Risiko doppelt so hoch wie bei Rechtshänderinnen, berichtet Cuno Uiterwaal im Fachblatt "British Medical Journal".

Mammographie: "Wir kennen nicht alle Ursachen für Brustkrebs"
Novartis

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Die Forscher der Universität Utrecht hatten mehr als 12.000 Frauen untersucht, die zwischen 1932 und 1941 geboren wurden. Nach der Menopause hatten die Linkshänderinnen unter ihnen ein 40 Prozent höheres Brustkrebsrisiko als die Rechtshänderinnen.

In der Studie wurden auch andere Parameter wie Rauchen, Vererbung, Gewicht und sozialer Status berücksichtigt. Ein Grund für das erhöhte Risiko könnte nach Ansicht der Wissenschaftler sein, dass Linkshänderinnen vor der Geburt in der Gebärmutter stärker mit dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen in Berührung kommen.

Etwa acht bis neun Prozent aller Frauen gelten nach Angaben der Forscher als Linkshänderinnen. Uiterwaal warnte jedoch vor Panikmache. "Wir kennen nicht alle Ursachen für Brustkrebs." Man müsse weiter forschen. Zwischen fünf bis zehn Prozent der Tumore hätten genetische Ursachen - würden also vererbt. Je früher man die bekannten Mutationen zweier Gene erkenne, umso besser seien die Heilungschancen für die Betroffenen.

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