Brustvergrößerung Schönheitsoperierte haben höheres Selbstmordrisiko

Frauen, die sich die Brust vergrößern lassen, leiden offenbar häufiger unter psychischen Problemen: Sie sind einer schwedischen Untersuchung zufolge stärker suizidgefährdet.


Brustvergrößerung: Erhöhtes Selbstmordrisiko?
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Brustvergrößerung: Erhöhtes Selbstmordrisiko?

Wissenschaftler aus Schweden und den Niederlanden haben bei Frauen, die sich ein Brustimplantat einsetzen ließen, ein erhöhtes Selbstmordrisiko festgestellt. Für ihre Studie werteten die Forscher um Veronica Koot vom Medizinischen Zentrum der Universität Utrecht Daten von 3521 schwedischen Frauen aus, die sich von 1965 bis 1993 die Brüste hatten vergrößern lassen, wobei Brustkrebspatientinnen ausgeschlossen waren.

Koot und ihre Kollegen ermittelten, wie viele der bei der Operation 15 bis 69 Jahre alten Frauen in den Jahren nach dem Eingriff an Suizid, Verletzungen, Herzkrankheiten und Krebs starben und verglichen diese Zahlen mit den entsprechenden Sterblichkeitsraten für die gesamte weibliche Bevölkerung. Das Ergebnis: Statt der statistisch erwarteten 59 Todesfälle starben im Beobachtungszeitraum 85 Frauen. Selbstmord begangen 15 Frauen, erwartet hatten die Forscher jedoch nur etwas mehr als fünf Suizide.

Dass der Eingriff die Ursache für den Selbstmord war, halten die Forscher für eher unwahrscheinlich. Sie verweisen vielmehr auf Untersuchungen, wonach Frauen, die unter psychischen Problemen wie zum Beispiel Selbstwertstörungen leiden, eher das Bedürfnis nach einer Brustvergrößerung haben. Die im "British Medical Journal" veröffentlichten Ergebnisse zeigen nach Ansicht der Experten, dass Schönheitschirurgen bei der Voruntersuchung ihrer Patientinnen auf Anzeichen psychischer Probleme achten sollten.



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