Bundespräsident: Gauck fordert mehr Einmischung von Wissenschaftlern

Mahnung an die Wissenschaft: Bundespräsident Joachim Gauck fordert Forscher auf, sich häufiger zu Wort zu melden. Wissenschaftler seien der Gesellschaft verpflichtet, ihre Arbeit darzulegen.

Dortmund - Bundespräsident Joachim Gauck fordert Wissenschaftler auf, sich in öffentlichen Debatten über die Zukunft Deutschlands lauter zu Wort zu melden. "Auch als hoch spezialisierte Forscher und Forscherinnen sind und bleiben Sie der Gesellschaft verpflichtet", sagte Gauck am Mittwoch bei einer Festveranstaltung im Rahmen der Jahresversammlung der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Dortmund.

"Warum, frage ich mich, sind in den öffentlichen Debatten über unsere Zukunft die Stimmen aus Physik, Ökonomie, aus den Ingenieur-, Lebens- oder Kulturwissenschaften nicht prominenter zu hören?", fragte Gauck laut Redemanuskript. Schließlich sei die Wissenschaft "vielfach öffentlich organisierte und finanzierte Erkenntnissuche". Und auch die Forscher könnten "von Fragen und Erwartungen" aus Politik und Gesellschaft profitieren.

Wissenschaft brauche zwar ihre eigene Sprache, ihren geschützten Raum, in dem nur Experten redeten. Aber sie benötige eben auch Forscherinnen und Forscher, die sich verantwortlich fühlen, über diesen Raum hinaus zu kommunizieren. Forscher sollten sich bemühen, "ihre Ergebnisse zu übersetzen und die Gesellschaft teilhaben zu lassen an ihrem Erkenntnisgewinn", forderte der Bundespräsident.

boj/dapd

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insgesamt 35 Beiträge
tsitsinotis 04.07.2012
Vor allem politisch denkende Psychologen sollten sich zu Wort melden. Diese führen allerdings in den sog. Lebenswissenschaften immer noch ein Schattendasein. Allerdings frage ICH mich, ob Gauck politisch kritische [...]
Zitat von sysopMahnung an die Wissenschaft: Bundespräsident Joachim Gauck fordert Forscher auf, sich zu häufiger Wort zu melden. Wissenschaftler seien der Gesellschaft verpflichtet, ihre Arbeit darzulegen. Bundespräsident Gauck fordert mehr Einmischung von Wissenschaftlern - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,842621,00.html)
Vor allem politisch denkende Psychologen sollten sich zu Wort melden. Diese führen allerdings in den sog. Lebenswissenschaften immer noch ein Schattendasein. Allerdings frage ICH mich, ob Gauck politisch kritische Psychologenstimmen immer gerne hört.
Bhur Yham 04.07.2012
Welcher Naturwissenschaftler will freiwillig etwas mit Juristen, Politologen oder Soziologen zu tun haben? Was dabei herauskommt, kann man an Frau Merkel sehen: Eine zwischen alternativlosen Konstrukten absaufende ehemalige [...]
Zitat von sysopBundespräsident Joachim Gauck fordert Forscher auf, sich zu häufiger Wort zu melden.
Welcher Naturwissenschaftler will freiwillig etwas mit Juristen, Politologen oder Soziologen zu tun haben? Was dabei herauskommt, kann man an Frau Merkel sehen: Eine zwischen alternativlosen Konstrukten absaufende ehemalige Logikerin.
Nachdem man in der Schule die echten Wissenschaften in die Ecke drängt, weil vilel zu teuer und keine Lehrer, nachdem man in der Öffentlichkeit die Wissenschafter als realitätsfremde, schräge Typen darstellt ... Es ist doch gar [...]
Nachdem man in der Schule die echten Wissenschaften in die Ecke drängt, weil vilel zu teuer und keine Lehrer, nachdem man in der Öffentlichkeit die Wissenschafter als realitätsfremde, schräge Typen darstellt ... Es ist doch gar nicht gewollt, daß objektive Tatsachen, interpretiert von kompetenten Personen zur tatsächlichen Politik führen. Immer und immer wieder werden Wissenschaftler die sich trauen, ihre Meinung zu sagen, öffentlich gekreuzigt. Keiner will Erklärungen lesen, die länger sind als 1..2 oberflächliche Sätze. Keiner will sich tief in ein Thema einarbeiten, bevor er dazu eine Meinung haben darf. Kein Politiker stellt, wenn er seine Position "verkauft" auch die dagegen sprechenden Punkte vernünftig dar. In vielen Fällen werden für die Öffentlichkeit taugliche Pseudobegründungen geliefert um Dinge aus völlig anderen Gründen umzusetzen (Stichwort Vätermonate). Diese Gesellschaft tut so, als wäre jeder Wähler gleich kompetent - oder jeder Minister für jedes Resort, ... Niemand wird in den luftigeren Höhen nach Kompetenz oder Leistung bezahlt. Heuchlerische Betrügerbande :-(.
blurps11 04.07.2012
Wenn man seit knapp 20 Jahren nur Wirtschafts"wissenschaftler" fragt, nur Wirtschafts"wissenschaftler" abdruckt und nur auf Wirtschafts"wissenschaftler" hört, muss man sich doch nicht wundern. [...]
Wenn man seit knapp 20 Jahren nur Wirtschafts"wissenschaftler" fragt, nur Wirtschafts"wissenschaftler" abdruckt und nur auf Wirtschafts"wissenschaftler" hört, muss man sich doch nicht wundern. Solche abstrusen Schuldzuweisungen scheinen aber irgendwie typisch für Gaucks Denken zu sein. Dass viele Fachrichtungen und, nicht nur in der Wissenschaft, Sichtweisen systematisch aus der öffentlichen Diskussion herausgedrängt wurden, scheint ihm überhaupt nicht in den Sinn zu kommen.
Persiflist 04.07.2012
Absolut! Wissenschaftler beteiligen sich viel zu wenig an öffentlichen/politischen Debatten. Deswegen ist es immens wichtig, deren Expertenwissen mit einzubringen. Auch ich forder alle Wissenschaftler auf, sich häufiger zu Wort [...]
Zitat von sysopMahnung an die Wissenschaft: Bundespräsident Joachim Gauck fordert Forscher auf, sich häufiger Wort zu melden. Wissenschaftler seien der Gesellschaft verpflichtet, ihre Arbeit darzulegen...
Absolut! Wissenschaftler beteiligen sich viel zu wenig an öffentlichen/politischen Debatten. Deswegen ist es immens wichtig, deren Expertenwissen mit einzubringen. Auch ich forder alle Wissenschaftler auf, sich häufiger zu Wort zu melden! Bis auf solche, die den Klimawandel leugnen. Oder sich kritisch zur Solarförderung/Windkraft äußern. Auch Gegenthesen zum wunderbaren freien Markt wollen wir nicht hören. Oder irgendwas Negatives über unsere Mitbürger mit Integrationspotential. Schon mal garnicht sollten irgendwelche Forscher zu Wort kommen, die die DDR-Geschichte durchforsten. Auch Tabu sind Euroleugner, also diejenigen, die angeblich aufgrund valider Daten und/oder dem Grundgesetz Zweifel an einer Zentralregierung Europas haben. Ferner wollen wir nichts hören von....
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  • Mittwoch, 04.07.2012 – 17:43 Uhr
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