Dortmund - Bundespräsident Joachim Gauck fordert Wissenschaftler auf, sich in öffentlichen Debatten über die Zukunft Deutschlands lauter zu Wort zu melden. "Auch als hoch spezialisierte Forscher und Forscherinnen sind und bleiben Sie der Gesellschaft verpflichtet", sagte Gauck am Mittwoch bei einer Festveranstaltung im Rahmen der Jahresversammlung der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Dortmund.
"Warum, frage ich mich, sind in den öffentlichen Debatten über unsere Zukunft die Stimmen aus Physik, Ökonomie, aus den Ingenieur-, Lebens- oder Kulturwissenschaften nicht prominenter zu hören?", fragte Gauck laut Redemanuskript. Schließlich sei die Wissenschaft "vielfach öffentlich organisierte und finanzierte Erkenntnissuche". Und auch die Forscher könnten "von Fragen und Erwartungen" aus Politik und Gesellschaft profitieren.
Wissenschaft brauche zwar ihre eigene Sprache, ihren geschützten Raum, in dem nur Experten redeten. Aber sie benötige eben auch Forscherinnen und Forscher, die sich verantwortlich fühlen, über diesen Raum hinaus zu kommunizieren. Forscher sollten sich bemühen, "ihre Ergebnisse zu übersetzen und die Gesellschaft teilhaben zu lassen an ihrem Erkenntnisgewinn", forderte der Bundespräsident.
boj/dapd
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