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Caroline Herschel: Die deutsche Sternenfängerin

Caroline Herschel sollte Sängerin werden, doch die Geheimnisse des Universums faszinierten sie mehr: An der Seite ihres Bruders wurde die Deutsche zur angesehenen Astronomin. Doch am Ende ihres Lebens überwog die Bitterkeit.

"Letzten Abend erblickte ich ein Objekt, das sich, glaube ich, morgen Nacht als Komet ausweisen wird", schrieb Caroline Herschel im August 1786 an die Royal Astronomical Society. Sie sollte recht behalten - und in den kommenden Jahren noch sieben weitere Kometen aufspüren.

Herschel gilt heute als bekannte deutsche Astronomin. Dabei sah es zunächst gar nicht danach aus. Geboren wurde sie 1750 in Hannover, dort wuchs sie auch auf. Schon ihr Vater war ein "Bewunderer der Astronomie", wie sie später in ihren Erinnerungen schrieb. Auch ihre Brüder waren angetan von der Wissenschaft. Das färbte ab.

Sie, die Tochter eines Hofmusikers, sollte zunächst Hausfrau werden - so hatte es Herschels Mutter entschieden. "Sie hatte beschlossen, dass ich ein roher Klotz sei und auch bleiben sollte, allerdings ein nützlicher", zitierte der "Tagesspiegel" im Jahr 2000 aus Herschels Memoiren. Doch zu ihrem Glück gab es ihren älteren Bruder Wilhelm.

Der holte die 22-jährige Herschel mit zu sich ins britische Bath, er arbeitete dort als Musiker und experimentierte nebenbei mit Teleskopen und "Himmelsdurchmusterungen". Im Jahr 1781 entdeckte er den Planeten Uranus und wurde bekannt.

Herschel war Sängerin und zugleich Mitarbeiterin ihres Bruders. Als er in die Stadt Slough zog, folgte sie ihm und suchte selbst Nacht für Nacht den Sternenhimmel ab - so kam es zu ihren Entdeckungen der Kometen. 62 Kometen seien im 18. Jahrhundert entdeckt worden, heißt es in dem Zeitungsartikel. Acht davon von Caroline Herschel.

Als ihr Bruder heiratete, zog Herschel in eine eigene Wohnung. Sie half ihm weiter bei seinen Studien, er erntete die Lorbeeren. "Wenn ich sagen würde, dass ich alle Werke meines Bruders publiziert habe, würde es ja doch niemand glauben", steht in ihren Memoiren.

Ihr Bruder starb im Jahr 1822, und Herschel zog von England zurück nach Hannover. "Nach dem aufregenden Leben an der Seite ihres Bruders kamen nun 25 Jahre voller Verdruss, Reue und Langeweile auf sie zu", schrieb der "Tagesspiegel". Die Astronomin starb im Januar 1848, sie wurde 97 Jahre alt.

An diesem Mittwoch erinnert Google an den 266. Geburtstag Herschels. Auf der Startseite erscheint folgendes Bild der berühmten Wissenschaftlerin:

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