Makaberer Fund in Mexiko Christus-Statue mit menschlichen Zähnen

Eine Christus-Statue in Mexiko sollte restauriert werden, doch die Forscher fanden Makaberes: Die Nachbildung aus dem 18. Jahrhundert besitzt menschliche Zähne. Auf Röntgenaufnahmen sind die Zahnwurzeln zu erkennen.

REUTERS

Mexiko-Stadt - Blut strömt über das Gesicht, die Knie sind aufgeschlagen, in der Wange prangt ein Loch: Eine Christus-Statue aus dem 18. Jahrhundert aus einem Tempel nördlich von Mexiko-Stadt wirkt schon auf den ersten Blick verstörend. Nun haben Forscher herausgefunden, dass sich im Innern der Nachbildung noch ein weiteres makaberes Detail verbirgt: Die Staue hat demnach menschliche Zähne. Das brachten Röntgenaufnahmen zutage, wie Restaurationsexperten mitteilten.

Eigentlich sollte die Statue restauriert werden. Dafür wurden Röntgenaufnahmen angefertigt. Diese hätten gezeigt, dass sich im Innern des Kopfes menschliche Zähne befinden. "Wir sind darauf gekommen, weil die Zahnwurzeln auf den Röntgenbildern eindeutig zu erkennen sind. Die Größe lässt auf einen Erwachsenen schließen", sagte Fanny Unikel, die die Restaurationsarbeiten an der Statue leitet.

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Christus-Statue in Mexiko: Blut und Zähne
Die Experten nehmen an, dass die Zähne von einem Gemeindemitglied gespendet worden waren, als die Statue hergestellt wurde. Im 18. Jahrhundert war es nicht ungewöhnlich, dass Menschen Haare und Kleidung hergaben, um die Statuen noch realistischer erscheinen zu lassen. "Diese Figur ist sehr naturnah gestaltet, also ist es kaum verwunderlich, dass jemand dafür Zähne beisteuerte", sagte Unikel.

Dennoch sei es das erste Mal, dass menschliche Zähne in einer Skulptur gefunden würden, sagte Unikel der britischen BBC. Normalerweise seien für die Zähne und Nägel der Statuen Tierknochen verwendet worden. Die nun gefundenen menschlichen Überreste seien aber perfekt erhalten geblieben.

vks/Reuters

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insgesamt 32 Beiträge
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ichmeintejanur 09.08.2014
1. RestaurierUNG
Immer wieder verwendet Spiegel den falschen Terminus, wenn von Restaurierungen berichtet wird... Restauration ist ein veralterter Begriff für das Gastronomiegewerbe oder für die Wiedereinführung eines politischen Zustandes.
Khaled 09.08.2014
2. Ein Tempel?
Oder vielleicht doch eher eine Kirche? Die Sprachschludereien in diesem "Artikel" sind schon ziemlich erbärmlich.
Untergangsprophet 09.08.2014
3.
Kirchen sind auich nur Tempel. Aber Tempel klingt natürlich gleich so archaisch und ist - wie Restauration - ein veralteter Begriff. Andererseits passt das doch so gut zu der katholischen Kirche ;)
elgitano 09.08.2014
4. wo ist das Problem?
Was soll daran makaber sein, wenn menschliche Zähne in einer Heiligenfigur verwendet werden. Menschliche Haare werden für Perücken geschätzt und dann getragen.
minsch 09.08.2014
5.
Zitat von KhaledOder vielleicht doch eher eine Kirche? Die Sprachschludereien in diesem "Artikel" sind schon ziemlich erbärmlich.
Zum einen gibt es durchaus bei bestimmten Konfessionen christliche Gotteshäuser, die als Tempel bezeichnet werden, sogar hochoffiziell von der jeweiligen christlichen Glaubensgemeinschaft, zum anderen werden auch teilweise einzelne Kirchenbauten als Tempel bezeichnet und zwar deshalb, weil sie vom Stil her so gebaut wurden wie klassische antike Tempel. Ob da nun für das Gotteshaus, in der diese Statue aufgestellt wurde, zutrifft, entzieht sich meiner Kenntnis, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die Kritik hier so in dieser Form erst einmal nicht haltbar ist; erst einmal muss gefragt werden, ob das Gebäude, in dem die Statue steht, wirklich als Tempel bezeichnet wird; steht das Gegenteil fest, dann ist die Kritik berechtigt, in dieser pauschalen Form zeigt sie nur, dass da jemand offensichtlich Bildungslücken hat. Im übrigen ist der Begriff Kirche nur eine anderweitige Bezeichnung für das selbe, nämlich für ein Gebäude, in dem nichtexistierende Wesen angebetet werden, man könnte auch so formulieren, eine Kirche ist ein christlicher, eine Moschee ein islamischer Tempel und beide heißen nur aus (religions-)historischen Gründen anders. Zur Statue selbst: Nach Ansicht der Bilder kam mir spontan in den Sinn, dass hier so richtig klar wird, was der Kern des Christentums ist, nämlich ein Kult um Blut und Tod, und das Ergebnis, das hier ausschnittsweise sehr drastisch dargestellt wurde, bringt ja richtig zum Ausdruck, was für einen blutrünstigen Gott die Christen anbeten, denn nach ihrem Glauben musste ja ihr Jesus nach einer Folter so grausam sterben, damit sie, die Christen, von ihren kleinen, meist schon lächerliche kleinen Sünden, befreit werden und in den Himmel statt in die Hölle nach dem Tode kommen können; auf echte, schwere Sünden steht ja nach ihrer Glaubenslehre immer Hölle, wo dann die Menschen ewige Folter erleiden müssten. Vor diesem Hintergrund, aber nicht nur vor diesem Hintergrund, halte ich die Tatsache, dass für die Herstellung dieser Kultfigur echte Menschenzähne verwendet wurden, nur für ein Detail, nicht die Tatsache, dass echte Zähne verwendet wurde, ist für sich allein makaber, die ganze Figur insgesamt, ihr äußeres Erscheinungsbild, in dem man die Zähne praktisch nicht sieht, ist äußerst makaber und erinnert mich stark an drittklassige Filme Marke ZOMBIE III, was ja auch irgendwie passt, es geht schließlich letztendlich um die Darstellung eines blutverschmierten Toten, der angeblich gar nicht tot ist. Christen, die sich jetzt über meine Meinung aufregen, seien zur Lektüre die Auslassungen von Christen über andere Religionen, insbesondere deren Riten und Glaubensvorstellungen, empfohlen; diese christlichen Autoren, meistens Missionare, stellen nämlich die Außensicht der anderen Religionen auch nicht weniger klar dar und warum man das exklusiv beim Christentum nicht machen dürfen soll, erschließt sich mich mir so nicht.
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