Lerntraining So lernen Sie im natürlichen Rhythmus

Wer gegen die innere Uhr arbeitet, macht es sich unnötig schwer. Im Lerntraining von SPIEGEL WISSEN erfahren Sie, wie Sie Erkenntnisse aus der Chronobiologie für sich nutzen können.

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Ein Grund, warum wir uns mit dem Lernen oft schwertun: Wir überschätzen unsere Konzentrationsfähigkeit. Vor allem vor Prüfungen pauken manche Menschen stundenlang ohne Pausen und wundern sich, wenn sie den Stoff nicht behalten.

Dabei gibt es im Tagesverlauf unterschiedliche Phasen, in denen wir gut geistig arbeiten können. Und solche, in denen wir geistig nicht fit sind. Behalten Sie also beim Lernen solche körperlichen Hochs und Tiefs im Auge und nutzen Sie Erkenntnisse aus der Chronobiologie.

In dieser Woche bekommen Sie dazu eine Checkliste, mit der Sie feststellen können, ob Sie angepasst an den eigenen Biorhythmus lernen, sich in diesem Sinn gute Lernbedingungen schaffen. Oder ob Sie gegen die innere Uhr arbeiten.

Lesen Sie - egal, ob Einsteiger oder Lernhungriger - die Liste sorgfältig. Prüfen Sie, wo Ihre Stärken und Schwächen mit dem Lernen im Biorhythmus sind.

  • Die schwersten Sachen lerne ich morgens - denn dann ist die Merk- und Lernfähigkeit am besten.
  • Ich weiß, dass man - egal, ob Frühaufsteher oder Langschläfer - auf jeden Fall das erste "Konzentrationsfenster" am Vormittag mitnehmen sollte, vor allem wenn man einen kompletten Lerntag vor sich hat.
  • Am späteren Nachmittag, je nach Typ ab 16 bis 17 Uhr, gibt es laut Chronobiologen oft noch ein weiteres Zeitfenster, in dem wir wach sind und uns gut konzentrieren können. Auch das nutze ich in Lernphasen, wenn es geht.
  • In einen vollen Arbeits- oder Lerntag gehört eine Mittagspause: Sonst ist am Nachmittag die Konzentration weg.
  • Ich erlaube mir, Pausen zu machen, wenn Konzentrationstiefs auftauchen, egal, ob nach 15 oder 45 Minuten.
  • Mehr als acht Stunden lerne ich an keinem Tag.
  • An Lerntagen oder langen Arbeitstagen bewege ich mich zwischendurch, mache Botengänge, gehe kurz joggen oder spazieren.
  • Kurz vor dem Schlafengehen wiederhole ich ein paar Minuten die wichtigsten Fakten des Tages. Über Nacht kann sich so neuer Stoff gut im Gedächtnis verankern.

Haben Sie die Liste gelesen? Gut. Nun suchen Sie sich zwei Punkte heraus, die Sie bisher nicht beherzigt haben oder deren positive Wirkung auf die Konzentrationsfähigkeit Ihnen nicht bekannt oder bewusst war. Versuchen Sie in den nächsten Tagen, diese beiden Tipps in Ihrem Arbeitsalltag umzusetzen.

Reflektieren Sie nach der Woche, welche Wirkung diese Änderungen des Lern- oder Arbeitsalltags auf Ihre Konzentrationsfähigkeit und Effektivität hatte. Wenn Sie das Gefühl haben, dass der neue Biorhythmus Ihnen guttut - behalten Sie ihn bei.

SPIEGEL ONLINE und SPIEGEL WISSEN helfen Ihnen dabei, sich neues Wissen auf clevere Weise anzueignen.

Jeden Freitag gibt es eine neue Trainingsaufgabe für die schrittweise Verbesserung Ihrer Lernstrategien. Bestellen Sie direkt hier:

Zusatztipp für Lernhungrige: Haben Sie gemerkt, dass Sie am Vormittag gut lernen können und mit Vokabeln oder Fachwörtern besser klarkommen? Falls dies der Fall ist: Überlegen Sie, wie Sie mehr solche Kernzeiten der Konzentration für Ihr Lernprojekt "erobern" können: etwa indem Sie in den Ferien einen Sprachkurs am Vormittag belegen.

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insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
dunnhaupt 13.10.2017
1. Am Tag vor der Prüfung sollte man in der frischen Luft spazieren gehen
Was man im Jahr zuvor nicht gelernt hat, lernt man am Tag vor der Prüfung auch nicht mehr. Es ist viel wichtiger, mit einem klaren Kopf in die Prüfung zu gehen. Dann funktioniert das Erinnerungsvermögen am besten.
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