Ausgegraben - Neues aus der Archäologie: Romeos und Julias erstes Theater entdeckt

Von Angelika Franz

In London haben Archäologen die Ruinen des Theaters gefunden, in dem Shakespeare seine Figuren Romeo Julia zum ersten Mal vereinte. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: Eine mysteriöse Aztekenstadt, eine schottische Luxusvilla aus der Bronzezeit und ägyptische Maßkrüge.

Laser-Grafik: Siedlungsstrukturen im Untergrund Zur Großansicht
UC Houston/ NSF National Center

Laser-Grafik: Siedlungsstrukturen im Untergrund

Im Jahr 1544 stand Cristobal de Pedraza, Bischof von Honduras, auf einem Berggipfel am Rande des Regenwalds der Mosquitoküste. Als er nach Osten sah, erblickte er in einem Flusstal das weiße Schimmern einer großen Stadt. Dort unten, versicherten ihm seine einheimischen Führer, würden die Edlen der Stadt von goldenen Tellern speisen. Doch einen Fuß setzte er nie in die Ciudad Blanca, die weiße Stadt.

Nun haben Archäologen möglicherweise diese legendäre Stätte gefunden. Bei der Untersuchung eines dichten Waldgebiets mit Lasergeräten (Light Detection and Ranging) entdeckten Forscher der University of Houston und der National Science Foundation (NSF) Siedlungsstrukturen.

Es ist der erste wissenschaftliche Survey in der Mosquitioregion - in einem der am wenigsten erforschten Regenwäldern der Welt. Die Ruinen archäologisch zu untersuchen, wird allerdings einige Schwierigkeiten bereiten, da die Gegend so abgelegen und schwer zugänglich ist.

Schon seit dem Bericht des Bischofs waren immer wieder Gerüchte von der Entdeckung aufgeflammt: Buschpiloten oder Wanderer wollten Ciudad Blanca gesichtet haben. So beispielsweise auch 1939 der Entdecker Theodore Morde, der gerade noch in seinem Buch "Die verlorene Stadt des Affenkönigs" von dem Fund berichten konnte, bevor ihn in London ein Auto überfuhr. Damals blühten die Verschwörungstheorien: Morde sei umgebracht worden, um die genaue Lage der Stadt geheim zu halten.

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1. "Grips"
wohlmein 09.06.2012
Zitat von sysopIn London haben Archäologen die Ruinen des Theaters gefunden, in dem Shakespeare seine Figuren Romeo Julia zum ersten mal vereinte. Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: Eine mysteriöse Aztekenstadt, eine schottische Luxusvilla aus der Bronzezeit und ägyptische Masskrüge. Curtain-Theater: Archäologen entdecken Shakespeare-Theater in London - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,837760,00.html)
Die Menschen waren in früheren Zeiten schon genauso schlau wie heutzutage, auch wenn manche Artikel dazu verführen, dies zu negieren. Gedächtniszitat Artikel: "die bananenförmigen Keller an der Außenseite gingen wohl zurück auf den zuvor entdeckten Ringkeller, und können gewissermaßen als dessen Rudiment erachtet werden". Nur standen manche technischen Errungenschaften späterer Zeiten noch nicht zur Verfügung. Eine Parallele zum ägyptischen Maßkrug in "moderneren Zeiten" sind die an manchen Kirchenpforten angebrachten Maßnormen.
2.
lasterfahrer 10.06.2012
"Was machen Kokosnüsse aus der Südsee auf einem Schiff, das im späten 1. oder 17. Jahrhundert vor der irischen Küste kreuzte?" ja was denn jetzt, erstes oder siebzehntes jahrhundert? gab es im ersten jahrhundert schon piraten vor irland? und zählt 1588 nicht zum 16ten jahrhundert? ;)
3.
Gryphonmex 10.06.2012
Eine Aztekenstadt im Honduras? Interessant, Mit etwas Mühe findet man ja sicher auch Etruskerstädte in Finnland...
4. Das wöchentliche SPON-Ärgernis
Tiananmen 10.06.2012
Zitat von sysopDass es heute Cola in 1,0- und 1,5-Liter Flaschen zu kaufen gibt, erscheint uns selbstverständlich. Und tatsächlich ist die Idee standardisierter Flaschen schon alt. Bereits die *alten Ägypter* handelten ihren Wein, ihr Öl und andere Flüssigkeiten in einheitlichen Gefäßen. Das fand die Mathematikerin Elena Zapassky heraus, als sie 3-D-Modelle von *1500 bis 1700 Jahre* alten Tongefäßen aus der kanaanäischen Siedlung Tel Megiddo rekonstruierte. ... Curtain-Theater: Archäologen entdecken Shakespeare-Theater in London - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,837760,00.html)
Diese Serie ist so schlecht recherchiert, dass es weh tut. Die "alten Ägypter" hatten um 300 bis 500 n. Chr. längst jeglichen Handel aufgegeben. Seit 332 herrschten dort die Ptolemäer (Griechen!) unf vorher schon die Römer. Das phönizische Handelsreich gab es da schon seit über 1000 Jahren nicht mehr. Ihre Kolonie in Karthago -gegründet entspr. Vergils Änäis von Dido- existierte bis 146 v. Chr. (3. pun. Krieg). Da erfüllte sich Cato´s Wunsch: "Ceterum censeo Carthaginem esse delendam", drei Jahre nach seinem Tod. Vielleicht sollte die Spiegel-Redaktion einfach aufhören, bei Schülerzeitungen der Unterstufe abzuschreiben.
5. Egal
Tiananmen 10.06.2012
Zitat von lasterfahrer"Was machen Kokosnüsse aus der Südsee auf einem Schiff, das im späten 1. oder 17. Jahrhundert vor der irischen Küste kreuzte?" ja was denn jetzt, erstes oder siebzehntes jahrhundert? gab es im ersten jahrhundert schon piraten vor irland? und zählt 1588 nicht zum 16ten jahrhundert? ;)
ob 16. oder 17. Jh: endlich haben wir die wissenschaftliche Bestätigung dafür, dass es Kapitäne gibt, die bis zum Ende aller Tage auf dem Meer kreuzen müssen, siehe "Fliegender Holländer" und "The Fog". Da spielt ja ein Jahrhundert keine Rolle: vom 1. bis zum 17. Jahrhundert! Die SPON-Mitarbeiter sind so schlecht motiviert, dass sie ihren 10-zeiligen Quatsch nicht einmal mehr korrekturlesen. Die Serie "Neues aus der Archäologie" gehört eingestellt, wenn die Qualität nicht wesentlich verbessert wird. Das sollte nicht schwer sein.
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Archäologische Methoden der Datierung
Radiokarbondatierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, kennt man auch das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag.