US-Wettbewerb Tanz deinen Doktor!

Für den Wettbewerb "Dance your PhD" präsentieren Doktoren und Doktoranden ihre Arbeit - als Ausdruckstanz. Eine Biologin jagte einen Wirbelsturm durch Baumsetzlinge und gewann.

Dance your PhD!: Szene aus dem Gewinnervideo von Uma Nagendra - Baumsetzlinge im Sturm
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Dance your PhD!: Szene aus dem Gewinnervideo von Uma Nagendra - Baumsetzlinge im Sturm


Tornados sind zerstörerisch. Sie reißen die Oberfläche der Erde auf, lassen Häuser und Brücken einstürzen. Was für betroffene Menschen oft eine Katastrophe darstellt, muss für die Umwelt nicht immer schrecklich sein, berichtet Uma Nagendra von der University of Georgia in Athens (Georgia).

Die Pflanzenbiologin aus New Orleans fragte sich bereits 2005, nachdem Hurrikan "Katrina" verheerende Schäden in ihrer Heimat Louisiana angerichtet hatte, wie die Natur es schaffen würde, sich wieder zu erholen. 2011, als sie ihr Studium in Athens aufgenommen hatte, beschäftigte sie sich folgerichtig mit Waldbodenökologie und Tornados, den - wenn man so will - kleinen Schwestern der Hurrikane.

Dabei entdeckte Nagendra Erstaunliches: Für die Setzlinge von Bäumen ist so ein Tornado eher eine willkommene Atempause. Denn die Setzlinge gedeihen besser, weil der Tornado ihnen parasitäre Pilzarten vom Stamm hält.

Genau das beschrieb Nagendra in ihrer Doktorarbeit - und sie hat es getanzt. Für den Wettbewerb "Dance Your Ph.D." ging sie gleich mit einer ganzen Gruppe akrobatischer Forscher an die Trapeze, ihre Zirkusnummer gewann.

Seit sieben Jahren rufen das Fachmagazin "Science" und die amerikanische Wissenschaftlervereinigung AAAS mit "Dance Your Ph.D." Forscher in aller Welt auf, ihre Doktorarbeit zu tanzen.

Während Nagendra mit ihrem Tornado-Tanz in der Kategorie Biologie gewann (Preisgeld 500 Dollar), setzte sich in Physik Hans Rinderknecht vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge durch - sein Film zeigt, wie er mit Licht eine Kernfusion auslöst.

Um die Chemie von Emulsionen wie Mayonnaise zu erklären, schrieb eine Gruppe um Saioa Alvarez von der Universität des Baskenlandes in Leioa (Spanien) sogar ihre eigenen Songs. Die Jury urteilte: "Man hat Lipide noch nie so sexy gesehen!"

In der Kategorie Social Media setzte sich ebenfalls eine spanische Forschergruppe durch. Mit aufwendigen Kostümen und selbstgebastelten Schiffsmodellen erzählen die Studenten der Universität Complutense in Madrid die Geschichte von Technik und Kolonialismus im Pazifik - natürlich mit einem besonderen spanischen Blickwinkel.

nik



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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
aldamann 04.11.2014
1. gibt es eigentlich
in anderen Sprachen ein Äquivalent für das deutsche Doktor-"würde"?
bonngoldbaer 04.11.2014
2. Ph.D. ist okay
Aber sobald das Schule macht und man auch den M.D. auf diese Art erwerben kann, wird es gefährlich. (M.D. = Dr. med.)
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