Die Mythen der Ersten Hilfe: "Toter als tot geht nicht"

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Die Qualität von Erste-Hilfe-Kursen ist schlecht. So schlecht, dass kaum ein Laie Leben retten kann. Neue Studien belegen: Längst widerlegte Mythen werden weitergegeben, die Übungen decken sich kaum mit der Realität. Was man sich für den Notfall nicht merken sollte.

Herzinfarkt im Supermarkt, Schlaganfall auf der Fernsehcouch, Herzstillstand in der U-Bahn: Medizinische Notfälle können jederzeit und überall passieren.

Die wenigsten Menschen sind darauf vorbereitet einzugreifen: Zwar haben dem Deutschen Roten Kreuz zufolge rund 80 Prozent aller Deutschen einen Ersthelferkurs besucht - doch im Schnitt ist das 15 Jahre her.

Eine noch unveröffentlichte Studie des Notfallmediziners Jan Breckwoldt von der Berliner Charité zeigt: Immerhin erkennen 66 Prozent der Ersthelfer, wenn ein Herz- oder Atemstillstand vorliegt. Aber nur 12,5 Prozent leiten eine sinnvolle Wiederbelebung ein.

Auch wenn der Erste-Hilfe-Kurs erst kurze Zeit zurückliegt, wissen die wenigsten, was sie wirklich tun sollen. Denn: Die Kurse sind zu theoretisch, zu realitätsfern, die Inhalte teils veraltet.

Bis heute lernt man, dass hochgelagerte Beine, Dreiecktücher und die stabile Seitenlage die Allzweckwaffen eines jeden Ersthelfers sind.

Doch das stimmt schon lange nicht mehr. Die größten Mythen und Märchen der Ersten Hilfe:

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Forum - Erste Hilfe - oft das Letzte?
insgesamt 227 Beiträge
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1.
Melkanador, 09.04.2008
Das Leute Probleme haben 1. Hilfe zu leisten kann ja auch nichts damit zu tun haben, dass die meisten Leute einmal im Leben, für den Führerschein, einen Kurs besuchen, und anschließend nie wieder diesbezüglich tätig werden in Sachen Auffrischung? Zudem würden mich diese Studien interessieren. Wo finde ich die, und wer hat sie wie erstellt?
2. aus der Praxis
Whisp 09.04.2008
In der Praxis und auch Privat (z.B bei näheren Verwandten im Alter 40+) sehe ich dies leider sehr häufig Es wird weiterhin bei spritzenden Blutungen abgebunden (fatal für den Patienten) genauso werden Motorradhelme bei verufallten draufgelassen, die dann darunter ersticken. etc etc. Es gibt noch viele andere Mythen Auch der Selbstschutz wird häufig gar nicht beachtet (weil der Laie einfach aufgeregt ist). Erst vor einigen Wochen habe ich einen hirntoten 18jährigen in der Klinik mitbetreut, der, weil er einer verletzten Frau helfen wollte, einfach die Autotür aufgemacht hat und von einem anderen fahrzeug erfasst wurde. Die wenigsten Leute wissen, wie man adäquat erste Hilfe leistet (leider). Zumeist ist der Laie allerdings auch mit einer Notfallsituation - zu recht - überfordert. Solche Situationen sind halt Ausnahmen und die Angst etwas falsch zu machen zu groß. dennoch kann ich nur jedem raten, regelmäßig einen 1-H-Krs zu besuchen. Wenn man eine Situation kennt und weiß, was zu tun ist, steht man ihr ganz anders gegenüber. Die Studien über Erste Hilfe finden sich übrigens auf jedem Notarzt- udn Rettungsdienstprotokoll. Dort wird ein Vermerk gemacht ob die initiale Hilfe durch Laien "suffizient" oder "insufifzient" erfolgte. Suffizient heißt dabei meistens, das ÜBERHAUPT etwas gemacht wurde. Generell gilt: 1. Selbstschutz beachten !!! 2. Hilfe holen (lassen) Bei Bewusstlosen Personen IMMER Notarzt (112) verständigen 3. Vorgehen nach eigener Erfahrung und Ausbildung ( keine TV-trächtigen Luzftröhrenschnitte ala McGyver) 4. Wege freimachen lassen für den Rettungsdienst (Türen aufmachen, Einweiser hinstellen, Hindernisse aus dem Weg räumen) Es gilt aber auch, dass die Erste Hilfe nicht immer so schlecht ist. Als Gegenbeispiel zu oben hatten wir neulich eine reanimierte Person mit Herzinfarkt, die von einem 15 jährigen gerettet wurde, weil der einen Kurs in Erster Hilfe an der Schule gemacht hatte. Whisp
3.
Volker B., 09.04.2008
Zitat von MelkanadorDas Leute Probleme haben 1. Hilfe zu leisten kann ja auch nichts damit zu tun haben, dass die meisten Leute einmal im Leben, für den Führerschein, einen Kurs besuchen, und anschließend nie wieder diesbezüglich tätig werden in Sachen Auffrischung? Zudem würden mich diese Studien interessieren. Wo finde ich die, und wer hat sie wie erstellt?
Genau das ist m.E. der wahre Knackpunkt.
4.
99erFiesta 09.04.2008
Als ich den Führerschein gemacht hab musste ich wie jeder andre einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen. Den Druckverband hab ich so super angelegt das meine Hand direkt rot angeschwollen ist, beim Motorradhelm aber war ich froh das ich als "Dummy" herhalten musste damit jemand anders mir den Helm fachgerecht abziehen konnte. Im Endeffekt würd ich sagen, Erste-Hilfe, keine gute Idee. Ich wäre mir besonders im Notfall nicht sicher ob ich mehr falsch als richtig mache und hätte besonders bei so einer Sache wie dem Motorradhelm Angst dem armen Kerl erst recht den Hals zu brechen. Visier aufmachen damit er atmen kann, ok, mehr aber auch nicht. Eingreifen würde ich nur wenn ich sehe das ich helfen kann oder es sonst zu spät ist, z.B. Rauch und dichter Qualm aus dem Motorraum. Da würd ich dann versuchen die Person aus dem Auto rauszuhohlen, da es ja sicher ist das er stirbt wenn das Auto in Flammen aufgeht.
5. Begriffsverwirrung
Doppelschlumpf 09.04.2008
Die Qualitätseinschätzung bezieht sich keinesfalls auf Erste-Hilfe-Lehrgänge, sondern auf "lebensrettende Sofortmassnahmen am Unfallort". Ich habe erst vor drei Monaten im Rahmen meiner Feuerwehrausbildung einen erstklassigen Erste-Hilfe-Kurs beim DRK absolvieren dürfen, der inhaltich exakt den hier aufgestellten Regeln folgte.
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