Drama im Eismeer Gefangene Walschützer sind frei

Die beiden Umweltaktivisten, die seit Dienstag an Bord eines japanischen Walfangschiffes festsaßen, wurden auf hoher See an Australien übergeben. Ihre Organisation kündigte an, die Proteste gegen den japanischen Walfang fortzusetzen.


Tokio- Die beiden Männer befänden sich nun auf dem von der australischen Regierung gecharterten Schiff "Ocean Viking", sagte ein Vertreter der japanischen Fischereibehörde. Aus dem Ringen um den Walfang im Eismeer war ein internationaler Zwischenfall zwischen Japan und Australien geworden.

Die beiden Mitglieder der militanten Tierschutzgruppe "Sea Shepherd Conservation Society", ein 28-jähriger Australier sowie ein 35-jähriger Brite, hatten am Dienstag das Walfangschiff "Yushin Maru 2" geentert. Sie wollten gegen Japans Vorhaben protestieren, in dieser Saison tausend Wale zu töten.

Die australische Regierung hatte sich in Gesprächen mit den Behörden in Japan für eine Übergabe der beiden Aktivisten eingesetzt. Japan hatte von Sea Shepard eine Garantie verlangt, dass die Übergabe der beiden Männer nicht von neuen Aktionen begleitet werde. Der Gründer der Umweltschutzorganisation, Paul Watson, hatte hingegen angekündigt, dass die Proteste unmittelbar nach Übergabe fortgesetzt würden. Über die Walfänger sagte er: "Diese Leute sind nicht anders als Elefantenwilderer in Afrika oder Tigerwilderer in Indien".

Das Zollschiff, das die beiden Aktivisten entgegennahm, hatte ursprünglich die Aufgabe, die japanische Walfangflotte zu beobachten. Die musste aufgrund des Vorfalls ihre Jagd abbrechen.

Japan hält trotz internationaler Kritik am Walfang fest. Die Jagd auf die Meeressäuger ist in Japan zu wissenschaftlichen Zwecken gestattet: Mit dem Wissenschaftsargument bedient sich die Regierung eines Schlupflochs im Walfang-Moratorium von 1986. Zugleich macht Tokio keinen Hehl daraus, dass das Walfleisch letztlich in die Supermarktregale des ostasiatischen Landes kommt.

esp/AFP



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