Drogenbericht Cannabis-Konsum leicht zurückgegangen

In Deutschland sind neuartige synthetische Drogen zwar relativ wenig verbreitet, doch Experten warnen vor den Risiken unbekannter Chemikalien-Mischungen. Laut dem Jahresbericht der Beobachtungsstelle für Drogen ist außerdem der Cannabis-Konsum leicht rückläufig.

Joint: Cannabis bleibt die am häufigsten konsumierte illegale Droge in Deutschland
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Joint: Cannabis bleibt die am häufigsten konsumierte illegale Droge in Deutschland


Berlin/München - Cannabis bleibt zwar die am häufigsten konsumierte illegale Droge in Deutschland, doch der Konsum ist leicht rückläufig. Wie die deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) in ihrem Jahresbericht mitteilt, gaben 4,5 Prozent der befragten Erwachsenen an, sie hätten in den vergangenen zwölf Monaten Cannabis konsumiert.

Befragt wurden die Menschen im Rahmen des Epidemiologischen Suchtsurveys ("Esa") im Jahr 2012. Insgesamt fünf Prozent gaben an, binnen des vergangenen Jahres illegale Drogen genommen zu haben. Drei Prozent bejahten auch, dies in den 30 Tagen vor der Befragung getan zu haben. Der "Esa" wird alle drei bis vier Jahre durchgeführt, befragt werden Erwachsene im Alter von 18 bis 64 Jahren. 2009 gaben 4,8 Prozent der Befragten an, in den vergangenen zwölf Monaten Cannabis konsumiert zu haben.

Gefährliche Kombinationen

Zugleich steige aber die Nachfrage nach Behandlungsmöglichkeiten aufgrund des Cannabis-Konsums an, teilt die DBDD mit. 2012 hätten sich demnach auch mehr Menschen in eine Behandlung begeben, die Stimulanzien wie Ecstasy konsumieren. Gesunken ist hingegen die Zahl der Heroinabhängigen, die sich erstmalig in Behandlung begaben.

Zwar gaben nur 0,2 Prozent der Befragten an, sie hätten eine der "neuen psychoaktiven Substanzen" konsumiert, die zunehmend in den Markt drängen. Die DBDD warnt jedoch eindringlich vor diesen Substanzen. Für viele gebe es keine systematische Erfassung, häufig sei offen, welche Gesundheitsgefahren von ihnen ausgingen.

Viele der meist jüngeren Drogenkonsumenten beschränken sich dabei nicht nur auf eine illegale Substanz und nehmen diese in Kombination etwa mit Alkohol. Zunehmend häufiger würden auch mehrere illegale Substanzen gleichzeitig genommen, was aufgrund der Wechselwirkungen und sich verstärkender Effekte zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen könne, erklärte DBDD-Leiter Tim Pfeiffer-Gerschel.

wbr/AFP

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rigo-de-hain 05.11.2013
1. Vorausgesetzt:
Alle Befragten haben die Wahrheit gesagt! Es wurde die gleiche Menge an Leuten befragt, wie zuvor! Die Leute konsumieren exakt genauso viel wie früher und und und! Eine definierte Zahl ist schonmal zumindest die, wo sich Leute in Behandlung gegeben haben. Das kann nachvollzogen werden! Ich bin mir aber insgesamt ziemlich sicher, dass MEHR von ALLEM konsumiert wird!
vitalik 05.11.2013
2. Studie
Zitat von rigo-de-hainAlle Befragten haben die Wahrheit gesagt! Es wurde die gleiche Menge an Leuten befragt, wie zuvor! Die Leute konsumieren exakt genauso viel wie früher und und und! Eine definierte Zahl ist schonmal zumindest die, wo sich Leute in Behandlung gegeben haben. Das kann nachvollzogen werden! Ich bin mir aber insgesamt ziemlich sicher, dass MEHR von ALLEM konsumiert wird!
Es wurde eine Studie durchgeführt, aber Sie gleuben, dass die Zhalen nicht stimmen, dofür haben Sie aber so ein Bauchgefühl, der Ihnen das Gegenteil sagt und das stellen Sie als Wahrheit dar.
hanfpiraten 05.11.2013
3. Das wirkliche Problem heißt Drogenprohibition
Die rein ausbeuterische Drogenprohibition ist ein Verbrechen an allen: Die etablierten Parteien erzeugen durch gesundheitspolitisch kontraproduktive Drogenverbote mit voller Absicht unnötige Kriminalität, verfolgen Millionen Unschuldige und verursachen volkswirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe - um der Klientel Marktvorteile zu sichern und sich vor dem Hintergrund hausgemachter Gefahren als Beschützer zu gerieren, Rechte abzubauen, Resourcen zu verschwenden und die Bevölkerung zu überwachen. Seit Jahrzehnten sorgt diese Politik dafür, dass bei Polizei und Justiz ausschließlich Menschen eingestellt werden, die aus Sadismus, Eigennutz oder Ignoranz bereit sind, Unschuldige zu verfolgen. Dank Verboten bleiben nicht Millionen von Menschen einfach nüchtern, sondern werden allenfalls dem Alkohol, Tabak, Medikamenten, Forschungschemikalien, legalen Naturdrogen, "Schnüffelstoffen" etc. zugetrieben. Hinzu kommen im Falle der willkürlich illegalisierten Substanzen der Reiz des Verbotenen, die effektive Verunmöglichung von Jugendschutz und Schadensminimierung, Streckmittel, Verunreinigungen, starke Schwankungen des Wirkstoffgehalts, Szenenbildung und finanzielle Anreize durch überhöhte Preise. Prohibition tötet und steht im Widerspruch zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung.
hanfpiraten 05.11.2013
4. Das wahre Problem heißt Drogenprohibition
Die rein ausbeuterische Drogenprohibition ist ein Verbrechen an allen: Die etablierten Parteien erzeugen durch gesundheitspolitisch kontraproduktive Drogenverbote mit voller Absicht unnötige Kriminalität, verfolgen Millionen Unschuldige und verursachen volkswirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe - um der Klientel Marktvorteile zu sichern und sich vor dem Hintergrund hausgemachter Gefahren als Beschützer zu gerieren, Rechte abzubauen, Resourcen zu verschwenden und die Bevölkerung zu überwachen. Seit Jahrzehnten sorgt diese Politik dafür, dass bei Polizei und Justiz ausschließlich Menschen eingestellt werden, die aus Sadismus, Eigennutz oder Ignoranz bereit sind, Unschuldige zu verfolgen. Dank Verboten bleiben nicht Millionen von Menschen einfach nüchtern, sondern werden allenfalls dem Alkohol, Tabak, Medikamenten, Forschungschemikalien, legalen Naturdrogen, "Schnüffelstoffen" etc. zugetrieben. Hinzu kommen im Falle der willkürlich illegalisierten Substanzen der Reiz des Verbotenen, die effektive Verunmöglichung von Jugendschutz und Schadensminimierung, Streckmittel, Verunreinigungen, starke Schwankungen des Wirkstoffgehalts, Szenenbildung und finanzielle Anreize durch überhöhte Preise. Prohibition tötet und steht im Widerspruch zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung.
iwakura 05.11.2013
5.
Zitat von sysopAFPIn Deutschland sind neuartige synthetische Drogen zwar relativ wenig verbreitet, doch Experten warnen vor den Risiken unbekannter Chemikalien-Mischungen. Laut dem Jahresbericht der Beobachtungsstelle für Drogen ist außerdem der Cannabis-Konsum leicht rückläufig. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/drogenbericht-cannabis-konsum-leicht-zurueckgegangen-a-931911.html
Was man bei diesen Berichten gern unter den Tisch fallen lässt : Ein Anstieg der Behandlungen kann auch schlicht und einfach rechtliche Gründe haben. Vielerorts wird das Aufsuchen einer Drogenberatung richterlich verordnet, wenn der User ertappt wird, ob nun tatsächlich Behandlungsbedarf besteht oder nicht. In NRW bspw. ist das für alle Cannabis-Konsumenten unter 18 Jahren verbindlich, wenn sie wollen, dass ihr Verfahren eingestellt wird. Diese zwangsweise Pathologisierung sämtlicher Konsummuster wird dann anschließend gerne politisch instrumentalisiert. Staatliche Drogenbeauftragte verweisen dann auf den von ihnen selbst verursachten Anstieg von "therapiebedürftigen" Drogengebrauchern, um ihre repressive Politik zu rechtfertigen. Mainstream-Medien wie der Spiegel schlucken das dann unhinterfragt, so auch im hier vorliegenden Fall von analysefreiem Verlautbarungsjournalismus.
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