Drogenbericht Zahl der Kokser in EU dramatisch gestiegen

Der Kokain-Konsum in der Europäischen Union ist enorm in die Höhe geschnellt. Dem neuen Bericht der EU-Drogenbehörde zufolge ist die Zahl der Kokser innerhalb eines Jahres um rund 30 Prozent gestiegen.


Brüssel - Die Zeiten, in denen Kokain eine Schickeria-Droge war, scheinen endgültig vorbei zu sein. Schon im vergangenen Jahr hatte die EU-Drogenbehörde EBDD davor gewarnt, dass Koks auf dem besten Weg sei, zur Massendroge zu werden. Diese Befürchtung hat sich im heute veröffentlichten EBDD-Bericht bestätigt: Die Zahl der EU-Bürger, die innerhalb des vergangenen Jahres mindestens einmal Kokain konsumiert haben, ist demnach von 3,5 auf 4,5 Millionen gestiegen. Damit ist Kokain hinter Cannabis erstmals auf Rang zwei der illegalen Drogen.

Kokain-Konsum: Zahlen in der EU dramatisch gestiegen
AP

Kokain-Konsum: Zahlen in der EU dramatisch gestiegen

Auch bei der Zahl der Todesfälle gibt es keine positive Entwicklung. Im Jahr 2005 starben den Schätzungen der EBDD 7000 bis 8000 Menschen in der EU und Norwegen an einer Drogen-Überdosis. Zwar ist die Zahl der Drogentoten seit Anfang des Jahrtausends im EU-Durchschnitt rückläufig. Allerdings stand dem ein deutlicher Anstieg in manchen Ländern gegenüber. Um jeweils mehr als 30 Prozent sei die Zahl der Toten in Griechenland und Portugal (2003 bis 2005), Österreich (2002 bis 2005) und Finnland (2002 bis 2004) gestiegen.

Verhältnismäßig gute Nachrichten gibt es in Sachen Cannabis: Erstmals seit mehr als zehn Jahren ist der Konsum in der EU nicht erneut gestiegen. Nach Angaben der EBDD gibt es eine sinkende Popularität unter Jugendlichen. Eine Studie in Deutschland war im Juni zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen.

Insgesamt hat sich der Cannabis-Konsum in der EU laut EBDD stabilisiert, allerdings auf hohem Niveau: Jeder siebte Erwachsene - rund 23 Millionen Menschen zwischen 15 und 64 Jahren - habe in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert. Drei Millionen EU-Bürger nehmen dem Bericht zufolge die Droge täglich oder nahezu täglich.

mbe/dpa/AFP



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