Herkunft unbekannt Drohne überfliegt belgisches Atomkraftwerk

Erneut ist eine Drohne unbekannter Herkunft über ein AKW geflogen - diesmal in Belgien. Experten streiten noch, ob die unbemannten Flugkörper zur Gefahr für die Reaktoren werden können.

Atomkraftwerk Doel (Archiv) in Belgien: Unbemannte Fluggeräte gesichtet
REUTERS

Atomkraftwerk Doel (Archiv) in Belgien: Unbemannte Fluggeräte gesichtet


Antwerpen - Nach zahlreichen Drohnenflügen über Atomkraftwerken in Frankreich während der vergangenen Wochen ist auch über einem belgischen Atomkraftwerk eine Drohne geortet worden. Das unbemannte Flugobjekt sei am Samstag über dem Kraftwerk Doel im Norden des Landes bemerkt worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Abend mit. Nähere Angaben machte sie nicht.

In dem Kraftwerk 15 Kilometer vor Antwerpen war erst am Freitag ein Reaktor wieder hochgefahren worden, der vor vier Monaten nach mutmaßlicher Sabotage abgeschaltet worden war. Damals liefen binnen einer halben Stunde 65.000 Liter Öl aus. Über die Ursache ist weiterhin nichts bekannt.

Risiko für den zivilen Luftraum

Seit Oktober hatten Drohnen mehrfach französische Atomkraftwerke überflogen. Wer hinter den Flügen steckt, ist unklar. Die Umweltorganisation Greenpeace warnte im November vor Sicherheitsmängeln an den Anlagen. Sie seien nicht ausreichend vor Angriffen durch Drohnen geschützt. Die Regierung in Paris stufte die Kraftwerke hingegen als sicher ein.

Auch für den zivilen Luftraum könnten Drohnen zum Problem werden. Die US-Luftfahrtbehörde FAA berichtete im November, sie erhalte jeden Monat etwa 25 Berichte über Drohnen, die in der Nähe von Flugzeugen auftauchen. Grundsätzlich ist es erlaubt, die Geräte zum Freizeitspaß fliegen zu lassen. Atomkraftwerke und Flughäfen müssen laut Gesetz aber mit deutlichem Sicherheitsabstand umflogen werden.

jme/AFP



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