Durs Grünbein

Durs Grünbein, geboren 1962, ist Dichter und Essayist und lebt seit 1985 in Berlin. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt und der Akademie der Künste in Berlin. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhielt er 1995 den Georg-Büchner-Preis, 2004 den Friedrich-Nietzsche-Preis, 2005 den Friedrich-Hölderlin-Preis und 2006 den Pasolini-Preis. Er ist Professor an der Kunstakademie Düsseldorf.

Durs Grünbein
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Durs Grünbein

Mit seinem Versroman über Descartes (Vom Schnee, 2003) hatte Durs Grünbein eine bezaubernde poetische Version des Themas gegeben. Sein Band für die "edition unseld" und der Essay, der demnächst auf SPIEGEL ONLINE erscheinen wird, fügen sich zur Verteidigungsschrift für René Descartes - einen der meistgehassten Philosophen.

Hinter einem großangelegten Werk mit dem noch viel größeren Titel "Le Monde" verbirgt sich das ehrgeizigste Projekt Descartes': In diesem Werk sollten sämtliche getrennten Wissensfäden zusammenlaufen und ein Gewebe ergeben, so dicht gewirkt, dass damit alles unter der Sonne erklärt wäre.

Was Grünbein zu diesem cartesischen Universum hinzieht, ist gerade nicht der Triumph nüchterner Rationalität. Das Traumhafte jenes Traumprojekts fesselt ihn, das Phantastische hinter den abstrakten Begriffen, der spekulative Höhenflug, den Descartes sich über seinen naturwissenschaftlichen Hypothesen erlaubt, die Spur des Experimentators durchs Dickicht der allerheiligsten Mysterien - kurzum: das Bildermachen, Fabulieren mit und jenseits aller Methode.

Was für ein Mensch steckt in Descartes’ reinem Erkenntnis-Ich? Wie viel Anschauung verschwindet in strenger Vivisektion? Ist der Geist nicht dennoch das bewegende Grundprinzip, die causa prima des Universums?

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