Peru: Archäologen entdecken 5000 Jahre alten Tempel

Archäologen ist in Peru ein faszinierender Fund gelungen: Im "Tempel des Feuers" sollen Priester Opfergaben verbrannt und mit den Göttern kommuniziert haben. Der rund 5000 Jahre alte Bau dürfte eine der ältesten Kultstätten Südamerikas sein.

Peru: Tempel des Feuers Fotos
AFP

Lima - Peruanische Archäologen haben die Überreste eines Raumes entdeckt, der wahrscheinlich vor rund 5000 Jahren als Tempel diente. Die Ruinen befinden sich in einem der Seitenflügel der Hauptpyramide der Ausgrabungsstätte El Paraiso etwa 40 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Lima.

Das Zentrum füllte eine zeremonielle Feuerstelle, weshalb die Forscher ihren Fund als "Tempel des Feuers" bezeichnen. Nach Angaben des peruanischen Kulturministeriums waren die steinernen Wände mit gelbem Lehm bedeckt. Die Wissenschaftler stießen zudem auf Spuren roter Farbe.

Knapp sieben mal acht Meter maß der Tempel im Inneren. Der Zugang war so eng, dass nur eine Person hindurch passte. Die Forscher gehen davon aus, dass die zentrale Feuerstelle zur Verbrennung von Opfergaben diente. "Über den Rauch konnten die Priester mit den Göttern in Kontakt treten", erläuterte der Leiter des erfolgreichen Grabungsteams, Marco Guillen.

Per Radiokarbonmethode soll das Alter des Tempels nun noch bestätigt werden. Falls das Gebäude bereits vor 5000 Jahren genutzt wurde, wäre es der bisher älteste bekannte Tempel in der Region um Lima. Bekannt sind ähnliche Strukturen bisher nur aus nördlicheren Andenregionen Perus.

Archäologen nehmen an, dass die aus zehn Gebäuden bestehende Grabungsstätte El Paraiso eine der ersten menschlichen Siedlungen in den Anden war. Sie liegt in der Nähe der Meeresküste und schützenden Tälern und bot mit Ackerbau und Fischfang eine sichere Lebensgrundlage für die Menschen. 1965 hatte der französische Archäologe Frederic Engel dort die ersten Ausgrabungen durchgeführt.

wbr/AFP

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Archäologische Methoden der Datierung
Radiokarbondatierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, kennt man auch das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag.