Enthüllung Tutanchamun zeigt sein schwarzes Antlitz

Zum ersten Mal ist die Mumie des Pharaos Tutanchamun von ihrer Leinenhülle befreit und der Öffentlichkeit präsentiert worden. Das in den Jahrtausenden schwarz gewordene Gesicht soll Touristen in das Tal der Könige im ägyptischen Luxor locken.


Luxor - Alt ist er nicht geworden, der heute berühmteste aller Pharaonen. 3300 Jahre ist es her, dass Tutanchamun im zarten Alter von 19 Jahren verschied und beigesetzt wurde. Heute wurde das mumifizierte Gesicht des legendären Pharaos erstmals öffentlich enthüllt. "Was Sie hier sehen, ist ein sehr schönes Gesicht", sagte der Direktor der Verwaltung der Königsgräber in Luxor, Mustafa Wasari.

Berühmt gemacht hat den Pharao ein Brite. Howard Carter fand 1922 in einem der Gräber im Tal der Könige die Mumie und zahlreiche goldene Grabbeigaben, die bei Ausstellungen im Ausland Hunderttausende in ihren Bann schlugen. Es war das einzige ungeöffnete Pharaonengrab, das im Tal der Könige jemals entdeckt wurde.

Die Gräberverwaltung ließ die Mumie Tutanchamuns nun in Leinen hüllen, legte jedoch das Antlitz frei, so dass Besucher erstmals seit der Beisetzung im 14. vorchristlichen Jahrhundert einen Blick darauf werfen können. Die Mumie wird im Tal der Könige in Tutanchamuns Grabkammer hinter Plexiglas aufbewahrt, um sie vor Witterungseinflüssen und Keimen zu schützen. Carter habe die Mumie nach der Ausgrabung vor 85 Jahren beschädigt, als er die Goldmaske öffnete und die Mumie in der Sonne liegen ließ, sagte Kulturminister Faruk Hosni.

Tutanchamun starb laut dem jüngsten Forschungsstand vermutlich an einer schweren Entzündung, die sich nach einer Verletzung am linken Bein bildete. Früher waren Forscher davon ausgegangen, dass er durch einen Hieb auf den Nacken getötet wurde. Bereits mit neun Jahren war Tutanchamun, vermutlich ein Sohn des Pharaos Echnaton, an die Macht gelangt. Mit seinem Tod erlosch die 18. Dynastie.

cis/AFP



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