Epidemie Bockshornklee-Samen als Ehec-Verursacher bestätigt

53 Menschen starben in Deutschland an dem gefährlichen Darmerreger Ehec. Nun haben die Behörden ihre Untersuchungen abgeschlossen - und bleiben dabei: Aus Ägypten importierte Bockshornkleesamen waren die Quelle für die Infektionen. Die Warnung vor dem Gemüse bleibt bestehen.

Sprossen von Bockshornklee: Import aus Ägypten verursachte Ehec-Epidemie
dapd

Sprossen von Bockshornklee: Import aus Ägypten verursachte Ehec-Epidemie


Berlin - In Deutschland und der Europäischen Union sind die Untersuchungen zum Ausbruch des aggressiven Ehec-Erregers in diesem Jahr abgeschlossen. Als Ursache bestätigten die beteiligten Behörden importierte Bockshornkleesamen aus Ägypten, die in einem niedersächsischen Gartenbaubetrieb und von Privatpersonen zur Sprossenproduktion verwendet wurden.

Wo und wie die Samen mit dem Ausbruchserreger in Kontakt kamen, ließ sich allerdings nicht ermitteln. "Dieser Ausbruch war einer der folgenschwersten lebensmittelbedingten Ausbrüche der Nachkriegszeit in Europa", sagte der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Andreas Hensel, am Dienstag in Berlin.

Deutschlandweit starben dieses Jahr 53 Menschen im Zusammenhang mit dem Darmerreger. Doch auch vier Monate nach dem Ende der Ehec-Epidemie raten die Behörden weiterhin zur Vorsicht bei Sprossen. Das BfR empfiehlt, keine Bockshornkleesamen zu Keimlingen anzuzüchten, die vor Oktober 2011 gekauft wurden. In seiner abschließenden Untersuchung der Ehec-Fälle forderte das Institut, Sprossensamen nach Möglichkeit gegen Bakterien zu behandeln. Die Herstellung und die Keimlinge selbst müssten regelmäßig mikrobiologisch kontrolliert werden.

Verbrauchern legten die Experten ans Herz, Sprossen unbedingt gründlich zu waschen. Immungeschwächte Personen sollten sie vorsichtshalber nur gekocht oder gebraten verzehren, um eventuell noch vorhandene Krankheitserreger vorher abzutöten.

cib/dapd/dpa

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