Erbgut-Unterschiede Die Maus hat mehr Gene als der Mensch

Kleiner, aber feiner Unterschied: Genetiker haben das Erbgut der Maus neu untersucht und herausgefunden, dass sie dem Menschen nicht so ähnlich ist wie angenommen. Vor allem: Sie hat mehr als tausend Gene mehr als wir.


Mäuse sind die eigentlichen Versuchskaninchen des Menschen. An keinem anderen Tier werden so viele Krankheiten erforscht. Nun haben US-amerikanische, schwedische und britische Forscher das Erbgut von Mäusen erneut untersucht, exakter entziffert - und Erstaunliches herausgefunden: Die kleinen Nager haben mehr als tausend Gene mehr als der Mensch. Damit seien die Unterschiede zwischen Mäusen und Menschen viel größer als bisher gedacht, schreiben die Wissenschaftler um Deanna Church vom National Center for Biotechnology Information in Bethesda im US-Bundesstaat Maryland.

Labormäuse: Mehr Gene, trotzdem weniger Gehirn
DPA

Labormäuse: Mehr Gene, trotzdem weniger Gehirn

Die Maus war das zweite Lebewesen nach dem Menschen, dessen Erbgut weitgehend entziffert wurde. Ende 2002 ergab die Studie, dass das Erbgut der Maus 14 Prozent kleiner ist als das des Menschen - und dass beide Lebensformen rund 30.000 Gene besitzen. Etwa 99 Prozent der Mäusegene fänden sich im Menschen wieder, hieß es damals.

Bei ihrer aktuellen Analyse fanden die Genetiker nun nur noch 20.210 Mäuse-Gene. Beim Menschen seien es 19.042, also mehr als tausend weniger als bei der Maus. 15.178 Gene bei Mensch und Maus sind der neuen Analyse zufolge verwandt und stammen von einem gemeinsamen Vorfahren ab. Sie waren also schon Teil des Erbguts, als sich die Linie der Primaten vor rund 90 Millionen Jahren von der Linie der Nager trennte.

Dass die Maus insgesamt mehr Gene besitze, sei nicht verwunderlich, meinen die Forscher. Hauptursache dafür sei, dass im Erbgut der Maus Gene mehrfach vorkommen. Die Differenz komme aber auch dadurch zustande, dass es einige der Mäuse-Gene im Menschen nicht gebe. Dies betreffe zum Beispiel die Baupläne für Proteine zur Wahrnehmung von Gerüchen und Pheromonen.

Doch auch die neue Analyse hat ein Manko: Es wurde nur das Erbgut eines einzigen Labormausstammes erfasst. Für einen aussagekräftigeren Vergleich müssten noch weitere Mausstämme und der Wildtyp analysiert werden.

lub/dpa



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