Erkältungsrisiko Sieben bis acht Stunden Schlaf halten gesund

Krank durch kurze Nachtruhe: Wer täglich weniger als sieben Stunden schläft, hat ein dreimal höheres Schnupfenrisiko als ein Langschläfer. Besonders gefährdet ist, wer sich nachts häufig wach im Bett hin und her wälzt.


Chicago - Schlaf ist Grundbedingung für Gesundheit, Leistung und Wohlbefinden. Obwohl Wissenschaftler längst noch nicht vollständig verstanden haben, was während der Nachtruhe passiert, ist die positive Wirkung - unter anderem als Turbo fürs Immunsystem - unumstritten.

Schlafender Mann: Effizienter Schlaf ist wichtig fürs Immunsystem
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Schlafender Mann: Effizienter Schlaf ist wichtig fürs Immunsystem

Eine Forschergruppe um Sheldon Cohen von der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh hat dies nun belegen können. In einer über vier Jahre laufenden Studie haben die Wissenschaftler die Auswirkungen des Schlafs auf das Schnupfenrisiko beim Menschen untersucht. Ergebnis: Wer weniger als sieben Stunden pro Nacht schläft, hat ein drei Mal höheres Schnupfenrisiko als jemand, der acht Stunden schläft, berichten die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Archives of Internal Medicine" vor (Bd. 169 (1), S. 62).

Auch die Schlafeffizienz spielt eine Rolle: Menschen, die mehr als acht Prozent der im Bett verbrachten Zeit wach liegen, haben im Schnitt sogar ein fünfmal höheres Risiko, krank zu werden, als Menschen, die durchschlafen.

Für die Studie hatten die Wissenschaftler 153 Menschen über fünf bis zehn Wochen lang untersucht und befragt. Anschließend berichteten die Probanden zwei Wochen lang telefonisch über ihre Schlafgewohnheiten und verbrachten schließlich jeweils sechs Tage in Quarantäne, wobei sie gezielt einem Schnupfenvirus ausgesetzt wurden. Die Forscher protokollierten alle danach auftretenden Krankheitssymptome und entnahmen einen Monat später Blutproben zur Untersuchung der Immunreaktion. Je kürzer die Schlafdauer und je ineffizienter der Schlaf der Probanden gewesen war, desto größer war die Gefahr der Ansteckung mit dem Virus, zeigte die Auswertung. Dabei vervielfachten schon geringe Schlafstörungen das Infektionsrisiko.

Menschen, die zwischen sieben und acht Stunden schlafen, sind am gesündesten, dies hatten bereits frühere Studien ergeben. Menschen, die länger schliefen, erwiesen sich als eher ungesünder. Das allerdings konnten Cohen und seine Kollegen in ihrer neuen Studie nicht bestätigen. Die Wissenschaftler erklären dies damit, dass sie für ihre Studie gesunde Menschen ausgewählt hatten. In Studien ohne eine solche Vorauswahl war langer Schlaf oft symptomatisch für chronische Krankheiten. Sieben bis acht Stunden halten die Wissenschaftler dennoch für ein "sinnvolles Ziel".

Auch bei Tieren ist die positive Wirkung des Schlafs belegt: Erst vor wenigen Tagen hatten Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie eine Studie vorgestellt, wonach langer Schlaf für viele Tiere Schutz vor Parasiten nach sich zieht.

chs/ddp

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