Ernährung: Rotes Fleisch erhöht Risiko früher zu sterben

Steaks, Hamburger, Koteletts: Wer viel sogenanntes rotes Fleisch verzehrt, stirbt mit höherer Wahrscheinlichkeit an Krebs-, Herz- und Kreislaufleiden. Das zeigt die weltweit größte Studie zum Thema auf nachdrückliche Weise.

Chicago - Unter rotem Fleisch verstehen Ernährungswissenschaftler das Fleisch von Säugetieren wie Rindern, Schweinen und Schafen. Bereits seit langem ist bekannt, dass große Portionen davon die Gefahr von Krebs, Herz- und Kreislaufleiden erhöhen - unabhängig davon, ob die Speisen gegart sind oder nicht.

Steak-Essen: Nicht mehr als 300 Gramm rotes Fleisch pro Woche
DPA

Steak-Essen: Nicht mehr als 300 Gramm rotes Fleisch pro Woche

Wie groß die möglichen Probleme sind, beweist nun eine neue Studie: Die National Institutes of Health (NIH) der USA hatten dafür die Ernährung von 545.000 Amerikanern zwischen 50 und 71 Jahren untersucht. Sie waren über einen Zeitraum von zehn Jahren befragt worden. Am Ende der Studie waren rund 71.000 der Teilnehmer gestorben.

Wer am meisten rotes Fleisch vertilgte, hatte den Forschern zufolge das höchste Risiko früh zu sterben - auch wenn andere Gesundheitsrisiken wie Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel herausgerechnet wurden. Insgesamt hätten elf Prozent der Todesfälle bei Männern und 16 Prozent bei Frauen vermieden werden können, wenn alle Teilnehmer so wenig rotes Fleisch gegessen hätten wie die unteren 20 Prozent der Probanden mit dem geringsten Konsum, schreiben die NIH-Forscher im Fachmagazin "Archives of Internal Medicine".

So erhöhten Männer, die täglich knapp 250 Gramm rotes Fleisch genossen, ihr Krebstodrisiko um 22 Prozent und ihr Herztodrisiko um 27 Prozent - im Vergleich zu jenen Studienteilnehmern, die nicht mehr als 150 Gramm rotes Fleisch pro Woche zu sich nahmen. Bei Frauen stieg die Gefahr eines Krebstods bei 250 Gramm rotem Fleisch pro Tag um 20 Prozent und die eines tödlichen Infarkts oder Schlaganfalls sogar um 50 Prozent, heißt es in dem Artikel.

Unter denen, die fast nur Fisch, Hühnchen, Pute und Aufschnitt aus deren "weißem" Fleisch verzehrten, beobachteten die Autoren einen gegenteiligen Trend: Wer mehr davon aß, hatte ein etwas geringeres Risiko, an Krebs-, Herz- und Kreislaufleiden zu sterben. Schon frühere Untersuchungen hatten Gesundheitsgefahren durch rotes Fleisch beobachtet. Der Welt-Krebsforschungsfonds empfiehlt, nicht mehr als 300 Gramm rotes Fleisch pro Woche zu essen.

chs/dpa

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Mensch
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Zur Startseite