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Erste Bilanz aus England: H1N1-Virus ist viel harmloser als Spanische Grippe

Von Cinthia Briseño

Neue Zahlen aus England zeigen: Nur 0,026 Prozent der H1N1-Infektionen verlaufen tödlich, viel weniger als bei der Spanischen Grippe. War die Hysterie um die Schweinegrippe also nur Panikmache? Wissenschaftler verteidigen die Impfung weiterhin, denn das Virus kann sich immer noch verändern.

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AFP

H1N1: Alles nur Klamauk?

Eine neue Studie könnte wieder einmal die Frage aufwerfen: Macht eine Impfung gegen H1N1 überhaupt Sinn? Britische Mediziner haben die Sterberate bei Schweinegrippe in England erfasst und kommen zu dem Ergebnis: Nur 26 von 100.000 H1N1-Infektionen führen zum Tod, das entspricht 0,026 Prozent.

Demnach verläuft die erste Influenza-Pandemie des 21. Jahrhunderts weitaus weniger tödlich als befürchtet - und die vorhergesagte Katastrophe ist bisher ausgeblieben. Die Reaktionen auf die länderübergreifende Infektionskrankheit in den letzten Monaten schwankte zwischen Extremen: Zwischen denjenigen, die es kaum erwarten konnten, sich mit einer Impfung vor dem gefährlichen Erreger zu schützen. Denjenigen, die den Ausbruch der Schweinegrippe total verharmlosten. Und denjenigen, die angesichts der Massenimpfkampagne hinter der ganzen Hysterie um die Schweinegrippe einen Riesencoup der Pharmaindustrie ausmachten.

Die Wahrheit über die H1N1-Welle wird irgendwo dazwischen liegen. Und die Studie, die ein Forscherteam um Liam Donaldson vom britischen Gesundheitsministerium jetzt im Fachmagazin "British Medical Journal" veröffentlicht hat, liefert neue Fakten und Erkenntnisse, die helfen, die Gefährlichkeit der Schweinegrippe einzuordnen.

Kinder am wenigsten gefährdet

In England war die Sterberate unter Kindern im Alter von vier bis 15 Jahren am geringsten: 11 von 100.000 erlagen dem Virus, das sind 0,011 Prozent. Allerdings steckten sie sich auch am häufigsten an. Ganz anders sah es in der Gruppe der über 65-Jährigen aus: Weitaus weniger ältere Menschen wurden mit H1N1 infiziert, dafür verliefen 980 von 100.000 Infektionen in dieser Gruppe tödlich. Das macht einen Anteil von knapp einem Prozent aus.

Zum Vergleich: An der Spanischen Grippe, der Pandemie, die zwischen 1918 und 1920 von einem Abkömmling des H1N1-Virus verursacht wurde, starben weltweit mehr als 20 Millionen Menschen. Experten errechneten eine Sterberate von zwei bis drei Prozent. Bei anderen schweren Influenzapandemien wie etwa im Winter 1967/68 lag sie dagegen bei nur 0,2 Prozent. Die Sterberate der aktuellen H1N1-Influenza in England ist demzufolge nur etwa ein Hundertstel so groß wie die der Spanischen Grippe.

Fakt ist auch, dass die H1N1-Influenza harmloser verläuft als die gewöhnliche saisonale Grippe. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt für Deutschland bisher 192.348 gemeldete Fälle von Schweinegrippe an (Stand 8.12.2009), die Dunkelziffer liegt aber wohl viel höher, da die Ärzte seit einiger Zeit die Fälle nicht mehr melden müssen. An Schweinegrippe gestorben sind laut RKI seit Ausbruch der Infektionskrankheit 94 Menschen. Die normale saisonale Influenza fordert dagegen allein in Deutschland jährlich zwischen 10.000 und 30.000 Todesopfer.

Viel Lärm um nichts?

Angesichts der Zahlen könnte man sich fragen: Sehr viel Lärm um nichts? Ist die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mal wieder zu voreilig vorgegangen? Noch ist völlig unklar, inwieweit die Massenimpfungen dazu beigetragen haben könnten, die Verbreitung des Erregers und damit die Zahl der Todesfälle zu unterbinden. Und nicht nur das. Je weniger Wirte das H1N1-Virus befällt, desto weniger Chancen bestehen, dass es zu einer weitaus gefährlichen Variante mutiert.

Dem Thema Schweinegrippe jedenfalls konnte in den vergangenen Wochen und Monaten kaum einer entgehen. Allerdings hatten und haben die Debatten um die Nebenwirkungen einer Impfung sowie deren Wirkverstärker ihre Berechtigung. Und es ist in jedem Fall angebracht, den tatsächlichen Nutzen einer Impfung im Einzelfall abzuwägen. Die deutsche Bevölkerung ist bei dieser Impfkampagne offensichtlich zu einer eigenen Schlussfolgerung gekommen: Lediglich fünf Prozent haben sich bisher gegen den H1N1-Erreger impfen lassen.

Die Ergebnisse der britischen Studie sind für Gérard Krause, Leiter der Abteilung für Epidemiologie am RKI, keine Überraschung. Sie deckten sich weitestgehend mit den Daten aus Deutschland, sagt er. Allerdings sei es "zu früh, um eine abschließende Bilanz zu ziehen".

Sicherheitshalber den ganzen Löschzug

Es sei auch noch nicht möglich, einen vernünftigen Vergleich der epidemiologischen Gesamtbelastung in England und der Situation in Deutschland zu ziehen, so Krause. "In England ist bereits die zweite Welle mit inländischer Ausbreitung seit einer Weile rückläufig, wir hingegen haben gerade den Scheitelpunkt einer ersten Welle mit einheimischer Übertragung erreicht", erklärt Krause. Wie sich die Krankheit weiterhin entwickeln werde, könne man noch nicht abschätzen.

In jedem Fall sei es richtig gewesen, derartige Vorsorgemaßnahmen zu treffen, wie es in der Bundesrepublik der Fall war, so Krause. "Wenn es um ein brennendes Gebäude geht, dann fährt man vorsorglich auch mit einem ganzen Löschzug hin und nicht bloß mit einem kleinen Wagen." Er erkenne im Nachhinein nichts, was man in Sachen Vorsorge hätte auslassen sollen. "Wir sind aber froh, dass die Situation doch nicht so schlimm ist, wie wir befürchtet hatten." "Ansonsten hätten wir ein echtes Problem."

Auch die Autoren der britischen Studie jedenfalls sehen die Impfkampagne als gerechtfertigt an. Donaldson, der Chief Medical Officer Englands, betont, es sei vor allem wichtig, etwa chronisch Kranke oder Senioren zu impfen. Der Auswertung zufolge gehörten zwei Drittel der Todesopfer zu Risikogruppen, denen eine Impfung gegen H1N1 angeraten wird.

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1. .
frubi 10.12.2009
Zitat von sysopNeue Zahlen aus England zeigen: Nur 0,026 Prozent der H1N1-Infektionen verlaufen tödlich, viel weniger als bei der Spanischen Grippe. War die Hysterie um die Schweinegrippe also nur Panikmache? Wissenschaftler verteidigen die Impfung weiterhin, denn das Virus kann sich immer noch verändern. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,666183,00.html
Vieleicht mutiert so ein Virus ja in eine angenehme Richtung und macht aus infizierten 1A Witze erzähler. Dann haben wir wieder alle wat zu lachen. Obwohl ich mich bei der ganzen Panikmache schon genügend amüsiert habe.
2. Gewiß,gewiß
saul7 10.12.2009
Zitat von sysopNeue Zahlen aus England zeigen: Nur 0,026 Prozent der H1N1-Infektionen verlaufen tödlich, viel weniger als bei der Spanischen Grippe. War die Hysterie um die Schweinegrippe also nur Panikmache? Wissenschaftler verteidigen die Impfung weiterhin, denn das Virus kann sich immer noch verändern. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,666183,00.html
das Virus und jedes andere Virus auch können sich ganz plötzlich verändern. Das macht Viren ja auch so gefährlich. Im Falle des H1N1- Virus halte ich die Aufklärung der Bevölkerung für völlig insuffizient. Eine Durchimpfungsrate von 5% ist mau....
3. Ich glaube, das Thema ist durch...
GeorgAlexander 10.12.2009
wie man an der sehr geringen Resonanz auf dies Thema hier ersehen kann.
4. Mutieren?
sichreid, 10.12.2009
Kann eine "normale Grippe" - an der gewöhnlich wohl auch viel mehr Leute sterben (?) - denn nicht mutieren? Ich habe die "SARS-Katastrophe" überlebt und bin dem "Vogelgrippe-Inferno" entschlüpft. Nach dem ich nun auch den Todbringer "Schweinegrippe" überstanden habe, kann mir wohl nichts mehr anhaben!? (Höchstens das "Gift" CO2!) _Eure_ Katastrophen könnt ihr behalten!
5. Schweinegrippe?
Bala Clava 10.12.2009
Was war das noch gleich? Irgend so ein missglückter PR-Stunt der Pharma-(oder Farmer-?)Industrie im Jahre 2009, oder was?
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Acht Fragen zur Schweinegrippe
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Wie kann man sich schützen?
Ausschließen kann man eine Infektion nie. Dennoch können bestimmte Maßnahmen die Verbreitung des H1N1-Virus (und auch vieler anderer Viren) effektiv senken. Im September 2009 veröffentlichten Forscher im Fachblatt "British Medical Journal" eine statistische Auswertung von insgesamt 58 Studien über präventive Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung. Das Ergebnis: Vor allem häufiges Händewaschen und die Isolation infizierter Patienten verhindert die rasche Ausbreitung des Virus. Unter wir-gegen-viren.de gibt das Robert Koch-Institut neun Tipps, um die Ansteckungsgefahr zu senken. Zu den wichtigsten Vorkehrungen gehören regelmäßiges Händewaschen, richtiges Husten und Schnäuzen, bei Verdacht auf Schweinegrippe zu Hause bleiben und Abstand von anderen Personen halten sowie regelmäßiges Lüften. Zudem rät die US-Gesundheitsbehörde CDC, den Haushalt möglichst sauber zu halten und beispielsweise Oberflächen von Möbeln regelmäßig zu reinigen und Kleidung regelmäßig zu waschen.
Wie verbreitet sich das H1N1-Virus?
Der wahrscheinlichste Ansteckungsweg des H1N1-Virus ist die sogenannte Tröpfcheninfektion. Es nistet sich in den Atemwegen ein, weshalb Tröpfchen aus dem Nasen- und Rachenraum gefährlich sind. Man kann sich bereits im Gespräch mit einer Person anstecken. Die ganz normale Atemluft der infizierten Person enthält Tröpfchen, die deren Gegenüber einatmen könnte. Gleiches gilt, wenn Menschen niesen oder husten. Mikroskopisch kleine Mengen reichen schon aus. Deshalb empfehlen viele Fachleute auch, Menschenansammlungen zu meiden. Das Virus überlebt aber auch einige Zeit außerhalb des Körpers. Man kann sich also anstecken, indem man Infizierten die Hand schüttelt oder Gegenstände anfasst, die Infizierte berührt haben. Wischt man sich danach durchs eigene Gesicht, hat es der Erreger in seinen neuen Wirt geschafft. Dieser Übertragungsweg heißt Schmierinfektion. Experten gehen davon aus, dass das H1N1-Virus bei einer Temperatur von 20 Grad Celsius für etwa zwei bis acht Stunden unversehrt bleibt. In einer feuchten Umgebung verlängert sich die Zeit auf bis zu vier Tage. Und in der Kälte, vor allem bei Minusgraden, ist das Virus fast unsterblich. Dagegen kann der H1N1-Erreger mit Hitze nur schwer umgehen. Bei 60 Grad und mehr stirbt er nach etwa 30 Minuten.
Welche Symptome treten auf?
Die Inkubationszeit des Virus beträgt in der Regel drei bis vier Tage. Meistens setzt das Krankheitsgefühl ganz plötzlich ein. Zu den häufigsten Symptomen zählen Fieber und Husten. Die Glieder und Muskeln können schmerzen, Atembeschwerden und Ausfluss aus Nase oder Augen können dazukommen. Anders als bei der saisonalen Influenza leidet bei der Schweinegrippe etwa jeder Vierte an Erbrechen oder Durchfall. Es gibt aber auch Menschen, an denen die Infektion spurlos vorbeiging.
Was tun bei Verdacht auf Schweinegrippe?
Bei Menschen, die sonst gesund sind, lautet der einfachste Rat: ins Bett legen und das eigene Immunsystem die Arbeit verrichten lassen. Schwangere oder chronisch Kranke - Diabetiker, Patienten mit Asthma oder Herz-Kreislauf-Beschwerden beispielsweise - sowie ältere Patienten und Kinder sollten dagegen einen Arzt aufsuchen. Ist das Immunsystem zum Beispiel durch eine bereits vorhandene chronische Erkrankung geschwächt, kann es leichter zu einer zusätzlichen bakteriellen Infektion, wie etwa einer Lungenentzündung, kommen.
Helfen Medikamente nach einer Ansteckung?
Es gibt manche antivirale Medikamente wie Tamiflu, die Grippesymptome lindern können. Allerdings sind sie verschreibungspflichtig, und für die meisten Patienten gilt: Sie überstehen die Schweinegrippe genauso gut oder schlecht wie ohne Medikamente. Vor allem bei Kindern gilt größte Vorsicht mit Medikamenten. Sie sollten auf keinen Fall ohne ärztlichen Rat behandelt werden. Treten zusätzliche bakterielle Infektionen auf, sollte der Patient unter Umständen Antibiotika nehmen. Experten weisen zudem darauf hin, dass es nicht sinnvoll ist, vorsorglich antivirale Medikamente einzunehmen. Der Leiter des Düsseldorfer Gesundheitsamtes, Heiko Schneidler, sagt, dass es dadurch zu Resistenzen der Viren kommen könnte.
Ist ein Mundschutz sinnvoll?
Das Robert Koch-Institut sagt zu Hygienemasken: "Über ihre Wirksamkeit während einer Pandemie liegen keine ausreichenden Daten vor. Sie sind deshalb nur ergänzend zu erwägen." Da die Masken nicht dicht abschließen, geraten Grippeviren trotzdem in die Atemluft. Und wer mit ungewaschenen Händen die Maske anlegt, bindet sich die Viren direkt unter die Nase. Zudem müssen die Masken alle paar Stunden gewechselt werden. Sinnvoll ist eine Hygienemaske, wenn überhaupt, nur für Erkrankte. Damit kann die Anzahl der Erreger, die dieser in die Luft ausatmet verringert werden. Staubmasken aus dem Baumarkt sind übrigens wirkungslos.
Wie weist man das Virus nach?
Ein zuverlässiger Test kostet in etwa 130 Euro. Bis das Ergebnis vorliegt, vergeht in etwa ein Tag. Nachdem sich die Grippe immer weiter ausbreitet, wird nur noch stichprobenartig auf den H1N1-Erreger untersucht. Man kann in der Apotheke auch Schnelltests kaufen, allerdings sind sie nicht sehr zuverlässig. Im Labor wird das H1N1-Virus mit Hilfe der sogenannten PCR-Technik nachgewiesen. Der Test ist positiv, wenn es gelingt, spezifische Teile des Virus-Erbguts im Reagenzglas zu vervielfältigen.
Kann sich der H1N1-Erreger verändern?
Das H1N1-Virus gehört zur Gattung der Influenza-A-Viren. Ein H1N1-Virus war auch der Auslöser der Spanischen Grippe, die zwischen 1918 und 1920 weltweit mindestens 25 Millionen Menschen getötet hat. Die gewöhnliche Grippe (saisonale Influenza) tötet Schätzungen zufolge weltweit jedes Jahr 250.000 bis 500.000 Menschen, vor allem ältere Menschen. Die meisten sterben an Lungenentzündung. Auch gesunde Menschen können tödlich erkranken. Grippeviren gehören zu den wandlungsfähigsten Erregern, die bekannt sind. Die Entwicklung gänzlich neuer Typen ist zwar selten, aber extrem gefährlich. Sie findet statt, wenn sich in den Zellen eines Organismus die Erbgutinformation mehrerer Grippeviren-Typen neu kombiniert.

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Schweinegrippe: Streit um die Zweiklassen-Impfung
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Wer wird geimpft?
Jeder kann und sollte sich impfen lassen, empfehlen Experten. Laut Plan werden im ersten Schritt Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern geimpft sowie Feuerwehrleute, Polizisten und Justizvollzugsbeamte. Das soll im Fall von Masseninfektionen die medizinische Versorgung und die öffentliche Sicherheit sicherstellen. Auch Risikogruppen wie chronisch Kranke, Asthmatiker, Diabetiker und Fettleibige sollen bevorzugt geimpft werden. Schwangeren wird geraten, noch zu warten, bis ein spezieller Impfstoff ohne Zusätze vorliegt. Impfungen sind in Deutschland grundsätzlich freiwillig, eine Impfpflicht ist nicht geplant.
Womit wird geimpft?
In der EU sind bisher drei Impfstoffe zugelassen: Focetria, Pandemrix und Celvapan. Focetria und Pandemrix enthalten Adjuvantien, Stoffe, die eigentlich die Immunisierung verstärken sollen, aber auch die Nebenwirkungen der Impfung verstärken können. Celvapan kommt ohne Verstärker und Konservierungsstoffe aus. Pandremix ist für die Bevölkerung vorgesehen, Celvapan für Angehörige der Bundesregierung. Nur Schwangeren wollen die Bundesländern nachträglich eine Vakzine ohne Adjuvantien beschaffen. Bei den Wirkverstärkern handelt es sich um Öl-in-Wasser-Emulsionen, die unter anderem Squalen enthalten, eine aus Haifischleber gewonnene Substanz. Die Packungsbeilagen für alle drei Impfstoffe sind auf der Website der Europäischen Arzneimittelbehörde EMEA abrufbar: http://www.emea.europa.eu.
Wann wird geimpft?
Die Impfung gegen die Schweinegrippe hat in der letzten Oktoberwoche begonnen. Seit dem 2. November können sich auch Privatpersonen impfen lassen.
Wo wird geimpft?
Das ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Die Risikogruppen, die höher gefährdet sind, werden darüber informiert, wo sie geimpft werden können. Beschäftigte im Gesundheitswesen sowie bei Polizei, Feuerwehr und Justizvollzug werden in der Regel am Arbeitsplatz geimpft. Für die Normalbevölkerung sind ausgewählte Impfpraxen und Gesundheitsämter zuständig. Welche das sind, erfährt man hier.
Was kostet das?
Die Kosten in Deutschland werden mit 500 bis 550 Millionen Euro Veranschlagt - die gesetzlichen Kassen gehen dagegen von bis zu einer Milliarde Euro aus. Die Impfung kostet die Versicherten nichts, da sowohl die gesetzlichen als auch die privaten Krankenkassen die Kosten übernehmen.
Welche Nebenwirkungen gibt es?
Die Schweinegrippe-Impfung kann stärkere Nebenwirkungen verursachen als die übliche Grippeimpfung. Darauf weist der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Johannes Löwer, hin. Grund ist, dass in dem neuen Impfstoff die Wirkstoffmenge pro Dosis drastisch verringert wird und zugleich beigemischte Verstärkersubstanzen die Wirkung künstlich erhöhen sollen. Nur so ist es laut Löwer möglich, sehr viel mehr Impfstoff-Portionen herzustellen als üblich. Die beigemischten Verstärker (Adjuvantien) können jedoch unerwünschte Nebeneffekte auslösen. Geimpfte müssen mit Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle rechnen sowie teilweise mit mehrtägigen Kopf- und Gliederschmerzen. Aus diesem Grund empfehlen Mediziner Schwangeren und Kindern, sich nicht mit dem adjuvantienversetzten Impfstoff impfen zu lassen. Die Bundesregierung will für Schwangere einen adjuvantienfreien Impfstoff bestellen.
Was tun bis zur Impfung?
Aus Sicht von Experten bietet banale Alltagshygiene bereits relativ viel Schutz: häufiges Händewaschen, Niesen in die Ellenbeuge oder in ein Einmaltaschentuch, das sofort weggeworfen wird. Große Menschenansammlungen oder engen Kontakt zu Infizierten sollte man meiden. Die Behörden haben bis zum Start der Impfungen vor allem ein Ziel: Die Fallzahlen und damit auch die Zahl der schweren Erkrankungen oder Todesfälle so gering wie möglich zu halten.
Hotline der Bundesregierung
Unter 030-34 64 65 100 können sich Bürger über die Schweinegrippe informieren. Die Hotline des Bundesgesundheitministeriums ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr zu erreichen. Auskünfte über dsa Influenzavirus erteilt das Robert-Koch-Institut unter der Rufnummer 030-18 75 44 161, montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr.


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