Evolution des Menschen Die Frau der Zukunft ist kleiner und dicker

Sie wird etwas kleiner und rundlicher sein, dafür aber ein gesundes Herz haben und früher Kinder bekommen - die Frau der Zukunft. US-Forscher haben aus Studiendaten Schlüsse auf die weitere Evolution des weiblichen Geschlechts gezogen.

Zu viele Pfunde? US-Evolutionsbiologen sagen voraus, dass die Frau der Zukunft im Schnitt zwei Zentimeter kleiner und ein Kilogramm schwerer ist als heute
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Zu viele Pfunde? US-Evolutionsbiologen sagen voraus, dass die Frau der Zukunft im Schnitt zwei Zentimeter kleiner und ein Kilogramm schwerer ist als heute


Die Evolution könnte den Modedesignern der Zukunft einen Strich durch die Rechnung machen. Mutter Natur steht nicht mehr auf groß und schlank - sie bevorzugt eher klein und dick. Das zumindest postulieren der US-Forscher Stephen Stearns und seine Kollegen in der aktuellen Online-Ausgabe des Fachmagazins "PNAS".

Das Fazit der Wissenschaftler, die ihre Schlussfolgerungen aus der Analyse der Daten von über 2200 Frauen gesammelt haben, die an der sogenannten Framingham-Studie teilgenommen haben: Frauen werden in Zukunft etwas dicker und kleiner sein als heute, dafür aber ein gesünderes Herz-Kreislauf-System besitzen. Sie bekommen ihr erstes Kind etwas früher, während die Wechseljahre später einsetzen. Die Evolution des Menschen und der Einfluss der natürlichen Selektion sind keineswegs zum Stillstand gekommen, sondern wirken nach wie vor auf die Menschheit ein.

Aufgrund der enormen Fortschritte der modernen Medizin in den vergangenen Jahren spekulieren Wissenschaftler immer wieder darüber, ob die Evolution des Menschen tatsächlich noch voranschreitet. Ihre Begründung: Früher führten Krankheiten dazu, dass die Betroffenen nicht überlebten und sich folglich auch nicht fortpflanzen konnten. Dadurch hatten Gesunde einen Vorteil und ihre Gene konnten sich besser durchsetzen.

Natürliche Selektion beeinflusst die Fortpflanzungsrate

Heute überleben jedoch viele Menschen die früher tödlichen Erkrankungen, so dass der Effekt zumindest abgeschwächt sein müsste. Stearns und seine Kollegen sind jedoch anderer Ansicht: Auch wenn die natürliche Selektion für das Überleben heute keine dominante Rolle mehr spiele, könnte sie doch nach wie vor einen Einfluss auf die Fortpflanzungsrate haben. Besonders gut an das heutige Leben angepasste Frauen sollten dementsprechend mehr Kinder haben, so dass sich die vorteilhaften Eigenschaften nach und nach in der Bevölkerung durchsetzen müssten.

Um das zu testen, benutzten die Wissenschaftler die Daten der Framingham-Studie, in der seit 1948 Informationen zu Gesundheit und Lebensstil von Bewohnern der Kleinstadt Framingham in Massachusetts gesammelt werden. Mittlerweile sind bei vielen Familien sogar mehrere Generationen erfasst. Bei der Analyse suchten die Forscher nach Eigenschaften, die vor allem bei kinderreichen Frauen vorkamen - und wurden fündig: Im Schnitt waren diese Frauen etwas kleiner, kräftiger gebaut, hatten einen niedrigeren Cholesterinspiegel und einen niedrigeren Blutdruck. Zudem war ihre fruchtbare Lebensphase länger als die schlankerer, größerer Frauen.

Sollte sich dieser Trend für weitere zehn Generationen fortsetzen, wären Frauen im 24. beziehungsweise 25. Jahrhundert im Schnitt zwei Zentimeter kleiner und ein Kilogramm schwerer als heute - den Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge sind deutsche Frauen im Schnitt 1,65 Meter groß und 67,5 Kilogramm schwer. Ihr erstes Kind käme fünf Monate früher und ihre Wechseljahre setzten zehn Monate später ein. Mit einer solchen Evolutionsgeschwindigkeit läge der Mensch übrigens vollkommen im Durchschnitt: Auch bei den meisten Tieren und Pflanzen schreitet die Entwicklung nicht schneller fort.

cib/ddp

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