Evolution Warum Menschen die besseren Werfer sind

Beim Werfen schlägt der Mensch seine nahen Verwandten um Längen. Entwickelt hat sich die Fähigkeit nicht erst beim Handball oder Baseball. Vor Millionen von Jahren sicherte sie das Überleben. Forscher meinen: Der erste Ball war ein Speer.

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Wurfspezialisten: Drei anatomische Eigenheiten ermöglichen den schnellen Wurf
Harvard Athletic Communications

Wurfspezialisten: Drei anatomische Eigenheiten ermöglichen den schnellen Wurf


Zum geschickten Werfer hat sich der Mensch nicht erst entwickelt, seitdem er diese Fähigkeit beim Handball, Basketball und Baseball trainiert. Schon vor zwei Millionen Jahren verfeinerten unsere Vorfahren der Gattung Homo erectus ihre Wurftechnik, um effektiver zu jagen. Das schließt ein internationales Forscherteam aus einer 3-D-Analyse, die es im Fachblatt "Nature" veröffentlichte.

Als Sparringspartner musste für die Studie der Schimpanse herhalten. "Schimpansen sind unglaublich stark und athletisch. Dennoch können auch ausgewachsene Männchen beim Werfen nur Geschwindigkeiten von rund 32 Kilometern pro Stunde erreichen", sagt einer der Autoren, Neil Roach von der George Washington University in Washington. Ein sportlicher, zwölfjähriger Mensch schaffe eine dreimal so hohe Geschwindigkeit.

Also untersuchten die Wissenschaftler die menschliche Wurftechnik mit Hilfe von 3-D-Kameras. Dabei stellte sich die Schulter als Kraftzentrum heraus, das wie eine Steinschleuder große Energiemengen aufnimmt und wieder abgibt. Gespeichert wird diese elastische Energie in Sehnen und Bändern in der Schulter.

Im Vergleich zum Schimpansen profitiert der Mensch beim Werfen vor allem von drei anatomischen Vorteilen:

  • Eine Hüfte, die im Körperbau weiter oben liegt als etwa bei Schimpansen und zugleich so mobil ist, dass sich Hüfte und Brustkorb unabhängig voneinander bewegen können. Damit ist eine stärkere Rotation möglich und es kann mehr Energie freigesetzt werden.
  • Eine geringere Verdrehung des Oberarms, wodurch der Bewegungsradius der Schulter größer ist und dort mehr Energie vor dem Wurf gesammelt werden kann.
  • Ein seitlicher ausgerichtetes Schultergelenk. Die Krümmung des Oberkörpers und die Verdrehung des Rumpfes bewegen sich demzufolge um dieselbe Achse, wodurch der Arm stabiler bleibt.

Was die Wurftechnik von Jungs und Mädchen unterscheidet

Erstmals kamen diese Eigenschaften beim Homo erectus vor, einem Vorfahren des modernen Menschen. "Wir glauben, dass Werfen schon früh wichtig für die Jagd war und unseren Vorfahren ermöglichte, effektiv und sicher Großwild zu töten", sagt Roach. Dafür sprächen auch archäologische Funde, die eine Intensivierung der Jagd zu dieser Zeit nahelegten. Der erste Ball war sozusagen ein Speer.

Das Timing bei der Rotation von Hüfte und Schulter scheint auch ein zentraler Grund zu sein, warum sich Jungen beim Werfen oftmals geschickter anstellen als Mädchen. Forscher vermuten dahinter sowohl mangelnde Übung als auch Unterschiede im Nervensystem. Von den grundsätzlichen anatomischen Vorteilen profitieren aber beide Geschlechter. Und Aborigine-Mädchen, denen das zielsichere Werfen sehr früh für die Jagd beigebracht wird, erreichen dabei immerhin 78 Prozent der Geschwindigkeit ihrer männlichen Konkurrenz.

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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
holymoly 26.06.2013
1. hätte man gar nicht gedacht....
Durchaus überraschend das der erste Ball ein Speer war. Aber weit davor war es dann doch wahrscheinlich eher der Stein, mit dem man per gezieltem Wurf kleinere Tiere erlegt hat...
BettyB. 26.06.2013
2. Klar doch...
Der erste Ball war ein Speer und das erste Ballkleid ein Lendenschurz...
schaumschläger 26.06.2013
3.
Ja, vor allem die Frauen (:
A. Tetzlaff 26.06.2013
4. Das kann nicht sein...
---Zitat--- Erstmals kamen diese Eigenschaften beim Homo erectus vor, einem Vorfahren des modernen Menschen. "Wir glauben, dass Werfen schon früh wichtig für die Jagd war und unseren Vorfahren ermöglichte, effektiv und sicher Großwild zu töten", sagt Roach. Dafür sprächen auch *archäologische Funde*, die eine Intensivierung der Jagd zu dieser Zeit nahelegten. Der erste Ball war sozusagen ein Speer. ---Zitatende--- ... denn immerhin behaupten zahlreiche Vegetarier und Veganer, dass das mit der Jagd eine Propaganda der Fleischindustrie ist und der Mensch sich eigentlich nur von Früchten und Knollen ernährt hat. Und wenn die das sagen, dann muss es einfach stimmen. :-) Dieser Wissenschaftler wird wahrscheinlich von der Fleischindustrie bezahlt.
ghibli 27.06.2013
5. Stimmt schon, aber...
Zitat von holymolyDurchaus überraschend das der erste Ball ein Speer war. Aber weit davor war es dann doch wahrscheinlich eher der Stein, mit dem man per gezieltem Wurf kleinere Tiere erlegt hat...
wenn es der Mensch dabei belassen hätte, Steinchen auf kleinere Tiere zu werfen, dann würde er wahrscheinlich heute NICHT weiter werfen können als die anderen Primaten.
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