Evolution Wie den Männern der Penisknochen abhanden kam

Makaken und Mäuse besitzen ihn, Menschen dagegen nicht. Die Rede ist vom Penisknochen. Genanalysen zeigen nun, wie er im Laufe der Evolution abhanden kam - zusammen mit Tasthaaren. 

Penisknochen von Robben: Menschen verfügen nicht über den verknöcherten Schwellkörper
Corbis

Penisknochen von Robben: Menschen verfügen nicht über den verknöcherten Schwellkörper


London - Vielen Primaten, Raubtieren und größeren Nagetieren leistet der Penisknochen gute Dienste. Der Os penis, so heißt er wissenschaftlich, trägt bei den Männchen zur Versteifung des Glieds bei. Es handelt sich sozusagen um einen verknöcherten Schwellkörper, der lang anhaltende Begattung der Weibchen ermöglicht.

Warum Menschen nicht über einen Penisknochen verfügen, das haben Forscher nun herausgefunden. Demnach ging im Laufe der Evolution eine bestimmte DNA-Steuersequenz verloren. Die Wissenschaftler um Gill Bejerano und David Kingsley von der Stanford University (US-Bundesstaat Kalifornien) berichten im Fachjournal "Nature" von ihren Untersuchungen an 510 Genabschnitten. Es handelt sich um Erbgutabschnitte, die beim Menschen heute nicht mehr vorkommen - aber in der DNA von Schimpansen und anderen Tieren erhalten sind.

Meistens fanden die Forscher die Unterschiede im Bereich nicht kodierender DNA. Das sind Sequenzen, die keine Informationen zur Herstellung von Eiweißen enthalten. Dennoch können diese Areale wichtige Funktionen besitzen: Durch sie kann etwa geregelt werden, ob ein benachbartes Gen abgelesen wird und damit aktiviert ist, oder nicht. Der Verlust einer solchen regulierenden Sequenz in der Nähe des sogenannten Androgen-Rezeptorgens (AR) hat den Forschern zufolge sowohl zum Schwund von Tasthaaren als auch zum Verlust des Penisknochens beim Mann geführt.

Die Wissenschaftler gehen generell davon aus, dass der Penisknochen im Rahmen einer monogamen Lebensweise verschwand. Der Evolutionsbiologe Richard Dawkins hatte in seinem Buch "Das egoistische Gen" die These aufgestellt, dass der Knochen verschwunden sei, weil er Frauen bei der Beurteilung der Gesundheit ihrer Partner behindert habe. Sichtbare Erektionsstörungen seien ein Hinweis auf mögliche Gesundheitsprobleme. Deswegen sei es evolutionär vorteilhaft gewesen, wenn Frauen diese bei ihren Partnern prüfen konnten.

chs/dpa

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 103 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
rafkuß 10.03.2011
1. Meingott, die Themen im spon werden auch immer...
Zitat von sysopMakaken und Mäuse besitzen ihn, Menschen dagegen nicht.*Die Rede ist vom Penisknochen. Genanalysen zeigen nun, wie er im Laufe der Evolution abhanden kam - zusammen mit Tasthaaren.* http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,749911,00.html
...existenzieller! Ich will meinen Penisknochen wieder haben! ggg* (Und die Versagensängste wären auch wech...)
reflexxion 10.03.2011
2. Welche Frau prüft das schon?
"Sichtbare Erektionsstörungen seien ein Hinweis auf mögliche Gesundheitsprobleme. Deswegen sei es evolutionär vorteilhaft gewesen, wenn Frauen diese bei ihren Partnern prüfen konnten." Das ist eine äußerst gewagte These. Kennt hier irgendein Mann eine Frau, die solche Prüfungen durchführt, wenn ja noch die Frage in welchem Zusammenhang. Gegenargument: Viagra, schon ists mit der Aussagekraft der "Prüfung" vorbei. noch ein Gegenargument, nur weil ein Mann keine Erektionsprobleme hat, ist noch lang nicht klar, das er ansonsten gesund ist. Ich schreibe aus eigener Erfahrung. P.S.: neben dem Punkt ist meine Leber noch gesund, der Rest nicht.
meinefresse 10.03.2011
3. Ach quatsch
Zitat von sysopMakaken und Mäuse besitzen ihn, Menschen dagegen nicht.*Die Rede ist vom Penisknochen. Genanalysen zeigen nun, wie er im Laufe der Evolution abhanden kam - zusammen mit Tasthaaren.* http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,749911,00.html
Der ist doch nur verschwunden weil es als Ersatz jetzt Viagra & Co gibt ;-)
IchOnline 10.03.2011
4. ;)
Zitat von sysopMakaken und Mäuse besitzen ihn, Menschen dagegen nicht.*Die Rede ist vom Penisknochen. Genanalysen zeigen nun, wie er im Laufe der Evolution abhanden kam - zusammen mit Tasthaaren.* http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,749911,00.html
Alles Quatsch, aus dem Knochen hat der Herrgott beim Menschen die Weibchen gemacht...
MartinHa 10.03.2011
5. ...
Zitat von reflexxion"Sichtbare Erektionsstörungen seien ein Hinweis auf mögliche Gesundheitsprobleme. Deswegen sei es evolutionär vorteilhaft gewesen, wenn Frauen diese bei ihren Partnern prüfen konnten." Das ist eine äußerst gewagte These. Kennt hier irgendein Mann eine Frau, die solche Prüfungen durchführt, wenn ja noch die Frage in welchem Zusammenhang. Gegenargument: Viagra, schon ists mit der Aussagekraft der "Prüfung" vorbei. noch ein Gegenargument, nur weil ein Mann keine Erektionsprobleme hat, ist noch lang nicht klar, das er ansonsten gesund ist. Ich schreibe aus eigener Erfahrung. P.S.: neben dem Punkt ist meine Leber noch gesund, der Rest nicht.
Ich hoffe, dass das ironisch gemeint ist? Es geht hier eher um Evolution über 100.000e von Jahren.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.