Extrem seltenes Phänomen Baby trägt toten Fötus im Magen

Im Magen eines neugeborenen Jungen haben Mediziner einen Fötus entdeckt. Das unter dem Namen Foetus in foeto bekannte Phänomen tritt extrem selten auf. Der nicht lebensfähige Fötus wurde mittlerweile entfernt.


Santiage - "Das ist sehr selten", sagte Maria Angelica Belmar zu dem Foetus-in-foeto-Fall. Belmar leitet die Geburtsabteilung des Hernan Henriquez Hospital im chilenischen Temuco. "Es taucht nur bei jeder 500.000sten Geburt auf", erklärte sie. Weltweit seien nicht mehr als 90 Fälle dokumentiert.

Am 15. November war in ihrem Krankenhaus ein Junge zur Welt gekommen, in dessen Bauch Mediziner bereits vor der Geburt einen Fötus entdeckt hatten. Bei dem nicht lebensfähigen Fötus handelt es sich um den Zwilling des Neugeborenen. In einem frühen Entwicklungsstadium war der eine Fötus von dem anderen eingeschlossen worden – Mediziner sprechen von Foetus in foeto.

An dem zehn Zentimeter langen Fötus waren Beine und Arme entwickelt, die Wirbelsäule jedoch nur zum Teil. Ein Kopf fehlte. Nach Auskunft der Ärzte hatte der im Magen eingeschlossene Fötus keine Überlebenschance und wurde herausoperiert. Der Junge, bislang trägt er keinen Namen, erholt sich derzeit im Krankenhaus von dem Eingriff.

Die Ursachen des Phänomens sind unklar. Im Juni 2005 war im Bauch eines 16-jährigen Jungen aus Bangladesch ein toter Fötus gefunden worden. Der Junge hatte über starke Bauchschmerzen geklagt und war in einem Krankenhaus der Bangabandhu Medical University in Dhaka operiert worden. Im Bauch fanden Ärzte schließlich seinen etwa zwei Kilogramm schweren Zwillingsbruder. Er war bis auf den Kopf voll entwickelt. 2003 hatten Ärzte in Kasachstan einen toten Fötus aus dem Bauch eines siebenjährigen Jungen operiert.

hda/rtr



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