Weltrekord-Versuch: Countdown für den Sprung aus 37 Kilometern Höhe

Er zählt die Stunden: Der österreichische Abenteurer Felix Baumgartner will im freien Fall aus 37 Kilometern Höhe die Schallmauer durchbrechen - und den Weltrekord erobern. Kleine Böen könnten seinen ehrgeizigen Plan stören.

DPA

Roswell - Alle Probesprünge sind absolviert und auch die Technik ist gecheckt: Das Projektbüro des österreichischen Abenteurers Felix Baumgartner im amerikanischen Roswell (New Mexiko) hat den Countdown gestartet: Mit einem Rekordsprung durch die Stratosphäre will sich der 43-Jährige einen Platz im Geschichtsbuch sichern: Er hat vor, aus 37 Kilometern Höhe zur Erde zu springen - als Termin wurde nun der 8. Oktober genannt.

"Ich fühle mich wie ein Tiger im Käfig", sagte Baumgartner, die Aufregung steige stündlich. Bereits seit fünf Jahren bereite er sich auf diesen Sprung vor. Jetzt könne ihm nur noch das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen.

Der riesige Heliumballon, mit dem Baumgartner auf die geplanten 36.576 Meter Absprung-Höhe aufsteigen will, verfügt nur über eine sehr dünne Hülle und sei daher schon bei geringen Windgeschwindigkeiten gefährdet. Als kritische Grenze werden sechs Kilometer pro Stunde angegeben. Ein Meteorologe des hiesigen Wetterdienstes gibt aber Entwarnung: "Der frühe Herbst in New Mexiko verspricht aber Bedingungen für das Projekt."

Bei seinem letzten Probesprung im Juli war Baumgartner nach vorläufigen Auswertungen mit seinem Ballon auf 29.455 Meter aufgestiegen. Anschließend habe er bei seinem drei Minuten und 48 Sekunden langen freien Fall eine Höchstgeschwindigkeit von 862 Kilometern in der Stunde erreicht. Bei dem Sprung im Oktober will er mit einer Geschwindigkeit von etwa 1100 Kilometern in der Stunde sogar die Schallmauer durchbrechen.

Mit dem Sprung hat Baumgartner den Russen Jewgeni Andrejew von Platz zwei der Himmelsstürmer-Weltrangliste verdrängt. Der russische Testpilot und Fallschirmspringer war im November 1962 aus 25.458 Metern Höhe abgesprungen. Rekordhalter ist noch der Amerikaner Joe Kittinger, der im August 1960 einen Satz aus 31.332 Metern Höhe gewagt hatte - auch diesen will der Österreicher nun überrunden.

Baumgartners Sprünge werden von einem Getränkehersteller bezahlt und sind nicht zuletzt ein Medienspektakel. Der Abenteurer verspricht aber auch wissenschaftliche Erkenntnisse - zur Fortentwicklung von Astronautenanzügen und Fallschirmen ebenso wie zur Reaktion des menschlichen Körpers auf die extremen Belastungen.

nik

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Mensch
RSS
alles zum Thema Kuriose Rekorde
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Zur Startseite
Fotostrecke
Felix Baumgartner: Freude nach erfolgreichem Probesprung