Formel für sexy Schuhe: Wie Frauen auf hohen Hacken tänzeln

Wie hoch dürfen die höchsten High Heels sein? Ein britischer Forscher hat zur Mathematik gegriffen - und die Formel gefunden, mit der Frauen die sichere Maximal-Länge ihrer Stöckelabsätze berechnen können.

Popstar Kylie Minogue: Sexy mit hohen ABsätzen
DDP

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Wenn Julia Roberts als "Pretty Woman" in ultrahochhackigen Stiefeln ihre Freier betört oder Marilyn Monroe mit Pfennigabsätzen auf dem Lüftungsgitter eines U-Bahn-Schachts balanciert, wissen Männer, was die Stunde geschlagen hat: High Heels an den Füßen gelten als Vollendung eines aufreizenden Outfits. Der Eindruck hat durchaus geometrische Gründe: Die langen Absätze lassen die Beine länger aussehen, Knie und Hüfte werden zwangsweise gebeugt, der Po hervorgereckt und die Brust aufgerichtet.

Frauen aber müssen für diese Art Schönheit leiden. Absätze von mehr als vier Zentimetern Länge gelten unter Experten als gesundheitsschädlich, zu den möglichen Folgen gehören eine Verkürzung der Wadenmuskulatur oder gar Arthrosen in den Kniegelenken. Forscher des Londoner Institute of Physics wollen nun zumindest eines der Probleme mit den High Heels gelöst haben: die permanente Stolpergefahr. Das Gegenmittel heißt:

h = Q ∙ (12+3s / 8)

Alles klar? Der Wert "h" steht in der Gleichung für die maximale Höhe der Absätze in Zentimetern, "Q" ist ein soziologischer Faktor zwischen Null und Eins, "s" ist die Schuhgröße gemessen in britischer Damengröße. "Q" wiederum berechnet sich wie folgt:

p ∙ (y+9) ∙ L geteilt durch (t+1) ∙ (A+1) ∙ (y+10) ∙ (L+ 20 £)

Pop-Sirene Madonna: High Heels gehören zum Standard-Repertoire

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Hier steht "p" für den Sex-Wert des Schuhwerks auf einer Skala von Null bis Eins: Eins steht nach Angaben der Forscher für einen echten "Wow"-Effekt, während man bei einem Wert von Null doch besser bei den Hausschuhen bleiben solle. Die Logik dahinter: "Wenn die Schuhe abturnen, gibt es keinen Grund, sie zu tragen." Die Variable "y" gibt die Zahl von Jahren der Stöckelschuh-Erfahrung an: Je geübter die Frau, desto länger können die Absätze werden, ohne Ärger zu machen. "L" steht für den Wert der Schuhe in britischen Pfund: Je höher die Kosten und damit die Qualität, desto höher dürfen die Hacken ragen.

"t" beschreibt die Zeit in Monaten, die vergangen ist, seit das Schuhwerk in Mode war: Null, so erklären die Forscher, erhöht zwar den Schmerzwert - besagt aber auch, dass die erotischen Gehgeräte schrecklich angesagt sind. Und dafür, meinen sie, sei ein wenig Pein kein hoher Preis. "A" ist die Zahl der alkoholischen Getränke, die eine High-Heels-Trägerin intus hat. Je stärker der Schwips, desto dramatischer schwindet die noch empfehlenswerte Hackenhöhe.

Sexsymbol Marilyn Monroe: Mit Pfennigabsätzen auf dem Lüftungsgitter - die hohe Schule der Stöckel-Beherrschung
AP

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"Auf den ersten Blick mag diese Formel ein wenig beängstigend wirken", meint Kernforscher Paul Stevenson von der University of Surrey, der die Studie für das Institute of Physics verfasst hat. "Aber eigentlich ist sie ganz einfach, weil sie auf der Wissenschaft basiert, die man in der Schule gelernt hat und von der man nie glaubte, sie im wirklichen Leben zu brauchen." In diesem Fall habe der Satz des Pythagoras die Grundlage gebildet.

Demnach würde "Sex and the City"-Star Sarah Jessica Parker, die auf geschätzte fünf Jahre Stöckelschuh-Erfahrung zurückblickt, in nüchternem Zustand und 300 Pfund teuren Designermodellen spielend mit zwölfeinhalb Zentimeter langen Absätzen fertig werden. Mit der Zahl der Cocktails fällt allerdings auch die Maximalhöhe des Absatzes - und womöglich auch Sarah Jessica Parker, wie Stevenson warnt: Nach sechs Drinks sei die Schauspielerin nur noch auf Zwei-Zentimeter-Absätzen sicher.

Markus Becker

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