Friedlieb Ferdinand Runge Wie ein Chemiker dank Goethe das Koffein entdeckte

"Ohne ihn hätte der Schmerz, auf den morgendlichen Kaffee zu verzichten, womöglich niemals eine wissenschaftliche Erklärung bekommen": Google erinnert an diesem Freitag an den Koffein-Entdecker Runge.


Für Menschen auf der ganzen Welt gehört es zum Morgenritual, manchen reicht einer am Tag, andere bevorzugen mehrere Dosen über den Tag verteilt: Kaffee. Wer an diesem Freitagmorgen die Startseite von Google aufruft, sieht dort in einer Animation die Wirkung des Getränks. Ein Mann nimmt einen Schluck des heißen Kaffees - und prompt ist er aufgekratzt und überwach.

Google erinnert damit an den Geburtstag des deutschen Chemikers Friedlieb Ferdinand Runge. Er wurde am 8. Februar 1794 in Hamburg geboren. "Ohne ihn hätte der Schmerz, auf den morgendlichen Kaffee zu verzichten, womöglich niemals eine wissenschaftliche Erklärung bekommen", heißt es im Begleittext zu dem Doodle.

Runge interessierte sich schon früh für die Chemie und unternahm als Jugendlicher erste Experimente. Einmal habe er aus Versehen eine geringe Menge Saft der Schwarzen Tollkirsche ins Auge bekommen - und so seine pupillenvergrößernde Wirkung festgestellt, heißt es in dem Begleittext. Zehn Jahre später sollte er den Effekt demnach vor einem Gast seines damaligen Vorgesetzen an der Universität Jena vorführen: vor Johann Wolfgang von Goethe.

Als Dankeschön habe Goethe dem Chemie-Studenten Kaffeebohnen überreicht und vorgeschlagen, er möge deren chemische Zusammensetzung untersuchen. Kurz darauf isolierte Runge den Inhaltsstoff, den wir heute als Koffein kennen. Deshalb ist auf Googles Startseite an diesem Freitag auch die Koffein-Strukturformel zu sehen.

Google

Später folgten weitere bedeutende Entdeckungen, darunter Chinin, Karbolsäure, Pyrrol und Anilin. Letzteres gilt gemeinhin als bedeutendste Entdeckung Runges: Die schillernde Teerlache auf dem Hof einer Chemiefabrik in Oranienburg bei Berlin, so will es die Chemie-Legende, brachte Runge 1834 auf die Idee, aus dem dreckigen Rohstoff die leuchtendsten Farben zu synthetisieren: Mit der Nutzung des Anilins begann die - vor allem für deutsche Forscher ruhmreiche - Kohlechemie. Mehr zu den einzelnen Entdeckungen Runges erfahren Sie hier.


Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, Runge sei im Jahr 1795 geboren worden. Richtig ist das Jahr 1794. Wir haben die Zahl korrigiert.

aar

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insgesamt 8 Beiträge
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bianca_jansen 08.02.2019
1. Mathematik...
...ist nicht so die Stärke des Artikels. Oder Recherche :D "Er wurde am 8. Februar 1795 in Hamburg geboren" - wie kann er dann heute schon seinen 225. Geburtstag feiern? Diese anstrengende Hirnleistung ist nur Dank meinen ersten Tassen Kaffees möglich gewesen, vielen Dank :D
RonK1989 08.02.2019
2.
1794 ist Runge geboren. #Wikipedia #factcheck
kmussfeldt 08.02.2019
3.
Und wenn man schon das Anilin erwähnt, hätte ich mir - ohne Werbung machen zu wollen- einen Hinweis auf die Badische Anilin und Soda Fabriken, kurz BASF, der Vollständigkeit halber gewünscht. Nein ich arbeite nicht dort und die Monsantoübernahme war der grösste Unfug, den irgendein unfähiger Manager machen konnte. Aber Fusionen und Übernahmen sind ja Gang und Gebe, wenn unfähige Manager nicht mehr weiter wissen, siehe Kaeser.
jensruminy 08.02.2019
4. @ #1
Vielleicht noch eine Tasse gefällig, um das Hirn auch im Bereich Grammatik voran zu bringen? „ dank MEINER ernsten Tassen Kaffee ...” Die Regeln dazu stehen im Duden. ( dank ... im Plural meist mit Genitiv.) Jedem Besserwisser fällt halt was anderes auf! :-)
Spring Frosch 08.02.2019
5. ernste Kommentare
@jensruminy ein ernster Einwand, mit der ernsten Tasse Kaffee. Jedem Besserwisser fällt halt was anderes auf! :-)
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