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22. August 2011, 11:07 Uhr

Fukushima

Gebiet um AKW bleibt unbewohnbar

Der Umkreis von 20 Kilometern um das havarierte Atomkraftwerk von Fukushima ist Sperrgebiet. Jetzt hat die japanische Regierung eine schlechte Nachricht für die Anwohner: Sie werden auf absehbare Zeit nicht zurückkehren können.

Tokio - Das Gebiet rund um die Atom-Ruine Fukushima wird möglicherweise noch auf lange Sicht unbewohnbar bleiben. "Wir können nicht ausschließen, dass es einige Gegenden geben könnte, wo es für die Bewohner für lange Zeit schwer sein dürfte, in ihre Häuser zurückzukehren", sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Montag. Der unter Rücktrittsdruck stehende Regierungsschef Naoto Kan will das nach eigenen Worten nun den Menschen in Fukushima vor Ort erklären.

Die Gegend im Umkreis von 20 Kilometern um das Atomkraftwerk ist Sperrgebiet und darf nur mit staatlicher Genehmigung und Strahlenschutzkleidung betreten werden. Der Betreiber der havarierten Atomanlage, Tepco, will die Reaktoren bis Januar unter Kontrolle bringen. Nach jüngsten Angaben des Energiekonzerns ist die aus dem Atomkraftwerk weiterhin austretende Radioaktivität in den vergangenen Wochen weiter gesunken.

Derzeit träten aus den Reaktoren 1, 2 und 3 noch maximal 200 Millionen Bequerel an radioaktiven Substanzen aus. Vor gut einem Monat waren es noch eine Milliarde Bequerel. Nach Angaben von Regierungssprecher Edano will der Staat zunächst weitere genaue Strahlenmessungen und Dekontaminierungsschritte abwarten sowie sich mit den betroffenen Gemeinden beraten, bevor eine endgültige Entscheidung über Dauer und Umfang der Sperrzone gefällt wird, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Montag berichtete.

Ende Juli hatte die japanische Regierung angekündigt, weiteren Haushalten in der Nähe des havarierten Atomkraftwerks Fukushima eine Evakuierung empfehlen zu wollen. Man werde weitere Stellen in einem Wohngebiet benennen, bei denen die Strahlenbelastung über eine international empfohlene Höchstgrenze zu steigen drohen könnte. Im April hatte die japanische Regierung allerdings zu einer umstrittenen Maßnahme gegriffen: Sie hatte festgelegt, dass für Schulkinder in der Region Fukushima die Jahresbelastung mit bis zu 20 Millisievert als unbedenklich einzustufen sei. Das ist der gleiche Wert, dem in Deutschland beispielsweise AKW-Mitarbeiter ausgesetzt sein dürfen.

Das rund 240 Kilometer nördlich von Tokio gelegene AKW in Fukushima war im März durch ein schweres Erdbeben und einen dadurch ausgelösten Tsunami schwer beschädigt worden. Das verursachte die schwerste Atomkatastrophe seit Tschernobyl im Jahr 1986.

boj/dpa

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