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Fund in Vorpommern: Archäologen heben Silberschatz aus dem Frühmittelalter

Dutzende Münzen, Schmuck und drei Silberbarren - Forscher haben auf einem Acker bei Anklam einen spektakulären Fund gemacht. Arabische Gravuren auf den Geldstücken zeigen: Im Ostseeraum boomte im frühen Mittelalter der Handel zwischen Ost und West.

Überraschung auf dem Acker: Schatz aus dem Frühmittelalter entdeckt Fotos
DPA

Anklam/Greifswald - Auf einem Acker bei Anklam in Vorpommern haben Archäologen einen spektakulären Fund gemacht: Mit Hilfe von Metalldetektoren entdeckten die Forscher 82 Münzen und Münzfragmente, einen Silberreif und drei Silberbarren aus dem frühen Mittelalter in der nassen Erde. "Münzschätze aus dieser Zeit sind äußerst selten, in der Menge ist das einer der wirklich bedeutenden", sagt Archäologe Michael Schirren vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege.

Die Münzen tragen arabische Schriftzeichen und Verzierungen. "Der Fund arabischer Münzen an der Ostseeküste beweist, dass es bereits vor mehr als 1200 Jahren einen globalen Handel gab", sagt der Greifswalder Historiker Fred Ruchhöft. Bereits vor 1200 Jahren war die südliche Ostseeküste Teil eines globalen Handelsnetzes.

Boomregion an der Ostsee

Ein Teil der bei Anklam gefundenen Münzen ist inzwischen datiert: Die älteste stammt aus der Zeit um 610, die jüngste aus der Zeit um 820. Die Münzen wurden in Regionen geprägt, die heute in Nordafrika, Iran, im Irak oder in Afghanistan liegen. Über osteuropäische Handelsrouten entlang des Schwarzen Meers, des Dnjepr, der Wolga und dann an der Ostsee seien die Münzen in der Größe von Zwei-Euro-Stücken nach Nordeuropa gelangt.

Der Fund in der Nähe eines slawischen Siedlungsplatzes erweitert die Kenntnisse über den Handel im südlichen Ostseeraum und über die Bedeutung dieser Region. Im Frühmittelalter sei das Land an der Peene, das heute unter einem dramatischen Bevölkerungsschwund leidet, eine Boomregion im Ostseeraum gewesen, sagen Historiker. Mit der Peene hatte die Region einen direkten Zugang zum Meer. Der Siedlungsplatz befand sich nahe der Wikingersiedlung Menzlin, die ein strategisch bedeutender Stützpunkt und Umschlagsplatz für den Handel zwischen Ost und West war.

Schatz entsprach dem Wert eines Sklaven

Nach Einschätzung Ruchhöfts pflegten die Slawen und Wikinger als Nachbarn nicht nur ein friedliches Miteinander, sondern auch einen regen Warenaustausch. Die Münzen könnten über arabische Kaufleute oder slawische Handelsreisende in die Region gebracht worden sein, vermuten Experten.

Angelangt in Pommern, verloren die Münzen allerdings ihren monetären Wert, wie Ruchhöft sagt. Entscheidend sei nicht mehr der Zahlungswert, sondern nur noch das Gewicht der Geldstücke gewesen. Die ästhetisch prachtvoll gestalteten Münzen wurden - wie auch ein ebenfalls zum Schatz gehöriger, vermutlich in der Wolgaregion hergestellter Armreif - beim Handeln zerhackt und dann gewichtsweise in Viertel- oder Halbmünzen gegen Naturalien getauscht.

Warum der Schatz vergraben wurde, können die Wissenschaftler nicht mit Bestimmtheit sagen. "Möglicherweise war es die Angst vor Raub, die einen Slawen animierte, den Schatz in den Acker zu versenken", sagt Ruchhöft. Für rund 200 Gramm Silber - so viel wiegt der Schatz - konnte sein Besitzer vier Ochsen oder mit etwas Handlungsgeschick einen Sklaven erwerben.

Von Martina Rathke, dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. Germanen siedelten in Mecklenburg-Vorpommern
A.D.H. 05.09.2010
"Der Fund arabischer Münzen an der Ostseeküste beweist, dass es bereits vor mehr als 1200 Jahren einen globalen Handel gab..." Das ist "Geschichtsschreibung", wie sie nach Wunsch der EU sein soll: Die ganze Welt eine einzige Handelszone. Tatsächlich aber sidelten im heutigen Mecklenburg-Vorpommern aber keine Slawen, sondern Germanen. Daher könnte es sich schlichtweg um Münzen handeln, die Germanen bei einen Raubzug im Römischen Imperium erbeuteten, und beim Fundort verloren oder vergraben hatten.
2. Münzen und Menschen...
glücklicher südtiroler 05.09.2010
Zitat von sysopDutzende Münzen, Schmuck und drei Silberbarren aus dem Frühmittelalter - Forscher haben auf einem Acker bei Anklam einen spektakulären Fund gemacht. Arabische Gravuren auf den Geldstücken zeigen: Im Ostseeraum boomte der Handel zwischen Ost und West. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,715765,00.html
Interessant... Danke für den interessanten Artikel... :) Zeigt er doch wie bereits damals; und das in einer vermeintlich dunklen Zeit; weitläufige Handelsverbindungen funktionierten. Interessant auch die unterschiedliche Verwendungsmöglichkeit von Geld; sowohl als Zahlungsmittel unabhängig von reinem Materialwert als auch als reines Metalltauschmittel, zumal die im Osten geprägten Münzen an der Ostsee keinen künstlerischen, vom Materialwert abgehobenen Wert, sondern nur mehr einen eher reinen Materialwert hatten. Zeigt deutlich das damalige Entwicklungsgefälle zwischen weit entfernten Regionen; der Handel funktionierte aber trotzdem. :) http://www.ndr.de/regional/mecklenburg-vorpommern/silbermuenzen101.html Ich denke Einigen im Forum wird das Vorhandensein von Wikingern und Slawen im heutigen Ostdeutschland genauso wenig in den Kram passen, wie Münzen aus NO und Afghanistan, die Ströme von Waren und Menschen bezeugen... ;) Viele Grüße aus Südtirol...
3. ttt
marant 05.09.2010
Zitat von A.D.H."Der Fund arabischer Münzen an der Ostseeküste beweist, dass es bereits vor mehr als 1200 Jahren einen globalen Handel gab..." Das ist "Geschichtsschreibung", wie sie nach Wunsch der EU sein soll: Die ganze Welt eine einzige Handelszone. Tatsächlich aber sidelten im heutigen Mecklenburg-Vorpommern aber keine Slawen, sondern Germanen. Daher könnte es sich schlichtweg um Münzen handeln, die Germanen bei einen Raubzug im Römischen Imperium erbeuteten, und beim Fundort verloren oder vergraben hatten.
Als Einstieg in die Geschichte kann ich nur wärmstens empfehlen: http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecialgeschichte/d-50620289.html
4. Wozu dieses Forum?
Oswald S, 05.09.2010
Zitat von A.D.H."Der Fund arabischer Münzen an der Ostseeküste beweist, dass es bereits vor mehr als 1200 Jahren einen globalen Handel gab..." Das ist "Geschichtsschreibung", wie sie nach Wunsch der EU sein soll: Die ganze Welt eine einzige Handelszone. Tatsächlich aber sidelten im heutigen Mecklenburg-Vorpommern aber keine Slawen, sondern Germanen. Daher könnte es sich schlichtweg um Münzen handeln, die Germanen bei einen Raubzug im Römischen Imperium erbeuteten, und beim Fundort verloren oder vergraben hatten.
Ja, ja, jetzt fehlt bloß noch der Hinweis darauf, dass es ja gar keine Slawen gibt, nicht wahr? - Und wenn Sie schon Ihre dubiosen Quellen bemühen, dann bringen Sie bitte schön die Epochen nicht durcheinander: Als die Germanen ihre Raubzüge in das Römische Reich starteten, gab es noch keine arabischen Münzen. Im Übrigen frage ich mich, worüber hier eigentlich diskutiert werden soll.
5. Münzen, Menschen, Migration...
glücklicher südtiroler 05.09.2010
Zitat von A.D.H."Der Fund arabischer Münzen an der Ostseeküste beweist, dass es bereits vor mehr als 1200 Jahren einen globalen Handel gab..." Das ist "Geschichtsschreibung", wie sie nach Wunsch der EU sein soll: Die ganze Welt eine einzige Handelszone. Tatsächlich aber sidelten im heutigen Mecklenburg-Vorpommern aber keine Slawen, sondern Germanen. Daher könnte es sich schlichtweg um Münzen handeln, die Germanen bei einen Raubzug im Römischen Imperium erbeuteten, und beim Fundort verloren oder vergraben hatten.
Kommt darauf an welchen Zeitraum man hernimmt... ;) Tatsächlich siedelten slawische Stämme bis kurz vor Hamburg...; eine der westlichsten Siedlungen war wohl das vormalige Starigard, heute Oldenburg in Holstein... "Auf dem Gelände der einstigen Slawensiedlung Starigard lädt Schleswig-Holsteins größtes archäologisches Bodendenkmal der Slawen" http://www.oldenburger-wallmuseum.de/ In Bibliotheken, Ausgrabungsstätten, Netz finden Sie eine Unmenge von Artikeln/Material, die sowohl das slawische Erbe Deutschlands als auch die deutsche Ostsiedlung behandeln... Das heutige Deutschland und "Die Deutschen" an sich entstanden im Wesentlichen aus der Verschmelzung von germanischen, slawischen und romanischen Bevölkerungsgruppen/Stämmen um einen altgermanischen Traditionskern als einigende Basis. Die Regierenden hoben immer als Mythos dabei den "germanischen Anteil" hervor um das "Einigende" zu stärken. Man studiere dazu nur z.B. die Geschichte von der Bildung des deutschen Nationalstaates im 19. Jahrhundert und die Kunstmaler/Kunstschaffenden, die die Nationalstaatsbildung begleiteten. Die Geschichte Deutschlands ist voll von Bezügen auf andere nichtgermanische Bevölkerungsgruppen. Man brauche sich nur bsw. die Geschichte der deutschen Ostsiedlung ansehen bei der Einwanderung aus dem Westen mit der Assimilierung von Slawen und baltischen Bevölkerungsgruppen einhergeht. Tja...; was nicht sein darf, kann auch in den Augen Einiger nicht sein...; zumal momentan Deutschland in einer "Migrationshintergrundspsychose" steckt... Haben speziell Sie ein Problem mit der Geschichte der Slawen in Deutschland? Viele Grüße aus Südtirol
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