Furcht vor Terror Museum entfernt Modell der Hiroschima-Bombe

Die Angst vor nuklearem Terror macht in den USA auch vor Museen nicht halt. Ein Modell der Hiroschima-Atombombe "Little Boy" wurde jetzt aus einer Ausstellung entfernt, weil es nach Meinung von Experten zu viele technische Details verrät.


Hiroschima-Atombombe "Little Boy": Modell könnte zu viel verraten
AP

Hiroschima-Atombombe "Little Boy": Modell könnte zu viel verraten

Los Alamos - Es ist eine Ironie der Geschichte: Die reale "Little Boy" sollte die Feinde der USA in Angst und Schrecken versetzen. Jetzt aber reicht ein Modell der Atombombe, die vor 60 Jahren in Hiroschima bis zu 140.000 Menschen tötete, um am Ort ihrer Erfindung Furcht vor einer nuklearen Attacke zu wecken.

Mehr als zehn Jahre lang stand das Modell von "Little Boy" im Bradbury Science Museum des Los Alamos National Laboratory, wo die Bombe im Rahmen des "Manhattan Project" entwickelt wurde. Doch jetzt fürchteten Sicherheitsexperten des Forschungsinstituts, die Replik könne gestohlen und als Vorlage für den Bombenbau genutzt werden.

Der Nachbau wurde deshalb aus der Ausstellung entfernt. "Veränderungen in der Welt" hätten den Schritt notwendig gemacht, erklärte Museumsdirektor John Roades.

Seit Montag steht ein neues, 495 Kilogramm schweres Modell der Hiroschima-Bombe im Bradbury Science Museum. In welchen Details es sich von dem früheren Nachbau unterscheide, wollte Roades nicht sagen. Es sei aber historisch genauer als der Vorgänger und würde auch Sicherheitsbedenken Rechnung tragen.

Das Modell der Atombombe "Fat Man", die drei Tage nach dem Untergang Hiroschimas auf Nagasaki abgeworfen wurde, soll ebenfalls ersetzt werden.



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