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Fußball-WM-Simulation: Wettquoten sprechen gegen deutsche Finalteilnahme

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WM 2014: Das simulierte Fußballturnier Fotos
Getty Images

Ein Statistiker aus Innsbruck hat Wettquoten genutzt, um das gesamte WM-Turnier zu simulieren. Deutschlands Finalchancen sind bescheiden, die Favoriten kommen aus Südamerika.

Wer gewinnt die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien? Diese Frage treibt nicht nur Fans weltweit um, sie beschäftigt auch immer mehr Wissenschaftler. Der Dortmunder Physiker Metin Tolan etwa hat das Turnier bereits 100.000-mal vorab am Computer simuliert - mit einer Wahrscheinlichkeit von 20,4 Prozent holt demnach Deutschland den Titel. Ausgangspunkt seiner Analyse waren die Ergebnisse der WM-Qualifikationsspiele.

Der Innsbrucker Statistikprofessor Achim Zeileis hat nun ebenfalls das gesamte Turnier simuliert - nutzte als Input dafür allerdings nicht Spiele aus der Vergangenheit, sondern allein die Quoten von Buchmachern. "Wir wollten nicht zurückblicken und daraus Prognosen ableiten", sagt Zeileis. Buchmacher könnten auch aktuelle Informationen nutzen, etwa Verletzungen und die Form von Spielern. Deshalb erlaubten Wettquoten präzisere Prognosen.

Für ihre Analyse nutzten die Innsbrucker Forscher die Quoten von 22 Online-Wettanbietern. Demnach hat Brasilien mit Abstand die größten Chancen auf den Titel. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt laut den Wettquoten bei 22,5 Prozent. Danach folgen Argentinien (15,8 Prozent), Deutschland (13,4) und Spanien (11,8). Die Studie ist bislang nicht in einem Fachblatt erschienen - aber online als sogenanntes Working Paper abrufbar.

"Wir haben die Quoten Anfang Mai und Mitte Mai erfasst, sie haben sich in dem Zeitraum praktisch nicht geändert", berichtet Zeileis. Aus den Quoten auf den Titelsieg hat der Statistiker dann quasi rückwärts die Spielstärke jeder Mannschaft berechnet. Damit lässt sich wiederum berechnen, wie wahrscheinlich es ist, dass ein beliebiges Team gegen ein anderes gewinnt.

Zeileis simulierte das gesamte Turnier gleich mehrfach jeweils 100.000-mal, um die Spielstärke jedes der 32 teilnehmenden Teams so zu justieren, dass am Ende Brasilien in 22,5 Prozent aller Simulationen den Titel gewinnt.

Brasilien hat demnach gegen mehr als die Hälfte aller WM-Teilnehmer Siegchancen von über 80 Prozent. Das bedeutet allerdings nicht, dass Brasilien in jeder Simulation jedes Spiel gegen einen vermeintlich schwachen Gegner gewinnt. In 20 Prozent der Fälle siegt der Underdog. Wann dies geschieht, darüber entscheidet der in die Simulationssoftware integrierte Zufallsgenerator.

Für Deutschland verheißen die Simulationen nichts Gutes: Die Chancen aufs Achtelfinale stehen zwar noch bei über 80 Prozent. Das Finale wird aber nur mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 30 Prozent erreicht.

Das ist bei den anfangs erwähnten Turniersimulationen von Metin Tolan anders. Der Dortmunder Physiker berechnete die Spielstärke der Teams nicht mithilfe von Wettquoten, sondern auf Basis der in den Qualifikationsspielen erzielten Tore. Dabei hatte Deutschland bekanntlich souverän den Gruppensieg geholt, während Mitfavoriten größere Probleme hatten. Das erklärt auch, warum Tolans Modell Deutschland so hohe Titelchancen gibt.

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insgesamt 33 Beiträge
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1. Schau mer mal
bauerbernd 02.06.2014
"Schau mer mal" - würde der "Kaiser jetzt sagen
2. es geht doch nur um Geld
neinsagen 02.06.2014
als Frankreich Weltmeister wurde war im Spiel mit Brasilien klar das der Sieg gekauft war. Die Brasilianer liefen rückwärts. So war es immer ob Fussball,Formel 1 oder den anderen Hochdotierten Sportarten. Siehe Katar und Fifa. Plumper gehts nicht,
3. Nutzlos
Golwar 02.06.2014
Keine Ahnung was der Statistikprofessor damit bezweckt. Die Wettquoten auf den WM Titel reflektieren ja bereits die (menschliche) Einschätzung wie wahrscheinlich die Nationalmannschaften den Titel holen. Zudem lässt sich aus den Quoten für den Titelgewinn NICHT die Spielstärke ablesen, da die Quote die unterschiedlich schweren Gruppen und optionalen Wege ins Finale berücksichtigt. Sprich für die Quote ist nicht allein die Stärke der Mannschaft relevant, ergo ist die ganze darauf basierende Rechnung relativ sinnfrei.
4. Typisch deutsch!
oli h 02.06.2014
Das ist ja echt mal wieder typisch. Deutschland liegt nach der Analyse auf Platz 3 vor Spanien aber die Chancen sind bescheiden. Das Glas ist einfach immer halb leer. Die deutsche Nationalmannschaft sollte schon deswegen Weltmeister werden um den ganzen Miesepetern den Tag zu verderben.
5. Ich glaube nur der Statistik, die ich nicht interpretieren kann.
blurps11 02.06.2014
Äh, nach dieser Simulation liegen also nur die Titelchancen des Gastgebers Brasilien deutlich über denen von Deutschland und die aller europäischen Mannschaften sind klar schlechter. "Nur" 30% für das Erreichen des Finales ist tatsächlich eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit - Die restlichen 70% liegen ja nicht bei einer anderen Mannschaft, sondern verteilen sich auf den Rest des Teilnehmerfeldes. Hauptsache wieder eine Krawallüberschrift zusammengeschustert...
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