Satellitenbild der Woche Hier war ein himmlischer Sandmaler am Werk

Es regnet nur selten in der Syrischen Wüste. Aber wenn, dann kommen binnen kürzester Zeit große Wassermassen zusammen. Die Auswirkungen dieser Kapriolen sind vom All aus sichtbar.

Ga'ara-Senke im Irak
NASA Earth Observatory/ Joshua Stevens/ U.S. Geological Survey

Ga'ara-Senke im Irak


Namen können täuschen. So ist es auch im Fall der Syrischen Wüste. Die liegt nicht etwa ausschließlich in Syrien. Die Trockensteppe erstreckt sich nach Jordanien, Saudi-Arabien und in den Irak hinein.

Dort, in der Provinz Anbar, befindet sich die Ga'ara-Senke. Ein Teil des Gebiets ist auf diesem Bild des US-Satelliten "Landsat 8" zu sehen. Aufgenommen wurde es im August vergangenen Jahres, die Nasa hat es in dieser Woche veröffentlicht.

Die ovale Senke misst knapp 1400 Quadratkilometer und ist damit knapp doppelt so groß wie Berlin. Umgeben ist sie von Hügeln, die bis zu 150 Meter höher als die Umgebung sind - und diese verändern ihr Ansehen bis heute regelmäßig.

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Neben den Kräften der Plattentektonik haben vor allem Wind und Wasser die Landschaft der Senke geformt. Regen fällt in der Region nur selten. Wenn es aber im Winter doch dazu kommt, dann können binnen kürzester Zeit beachtliche Mengen an Wasser zusammenkommen. Dann entstehen in ansonsten komplett trockenen Flussläufen, den Wadis, reißende Ströme.

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Diese wiederum schneiden sich immer tiefer in die weichen Kalksteinhänge am Rand der Senke. In der Mitte fächern sich die Flüsse dann auf, zahlreiche Seitenarme verteilen die mitgerissenen Sedimente auf eine große Fläche. Sogenannte Schwemmkegel entstehen. Wenn der Wind stark bläst, trägt er von dort Sedimente aus dem Becken fort, vor allem in östliche Richtung. Dort sind auch die umgebenden Hügel am niedrigsten.

Das "Landsat"-Bild ist keine Echtfarbaufnahme. Stattdessen wurden Infrarot-Messungen mit solchen des grünen Anteils des sichtbaren Lichts zusammengefasst. Bei dieser Kombination sind nach Nasa-Angaben sowohl Gesteinsarten als auch verschiedene Feuchtigkeitsgrade besser zu differenzieren. So war es den Forschern auch möglich, aktive, vor allem im Westen der Senke vorkommende Schwemmkegel von solchen im Süden zu unterscheiden, die inaktiv sind.

chs



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MannAusmNorden 09.04.2018
1. Öhm... Zensurbalken?
Bin ich es nur als Mann oder erkenne ich auf dem (doch sehr hübschen) Satelitenfoto dort eine Vulva, dazu noch in relativ naturnahen Farben? Und wenn dann noch gesagt wird, dass die verschiedenen Farbaufnahmen daher stammen, dass verschiedene Feuchtegrade gemessen werden sollten... gehts denn noch zweideutiger? (Aber ehrlich: ich verstehe auch die Wissenschaft dahinter, und das es auch wichtige Erkenntnisse aus solchen Bildern gibt, die z.B. bei der Planung von Agrarnutzflächen verwendet werden können).
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