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Erbgut-Forschung: Großbritannien erlaubt Genmanipulation von Embryonen

Menschlicher Embryo unterm Elektronenmikroskop: Welche Gene sind entscheidend für die Entwicklung? Zur Großansicht
Corbis

Menschlicher Embryo unterm Elektronenmikroskop: Welche Gene sind entscheidend für die Entwicklung?

Ein britisches Forscherteam darf künftig gezielt die Gene menschlicher Embryonen verändern. Die Wissenschaftler wollen mehr herausfinden über Unfruchtbarkeit und Frühgeburten. Was sie nicht dürfen: die veränderten Zellen einer Frau einpflanzen.

Großbritannien hat die Genmanipulation menschlicher Embryos im Rahmen eines Forschungsprogramms zu Frühgeburten erlaubt. Der entsprechende Antrag von "Dr. Kathy Niakan vom Francis Crick Institute" auf eine Ausweitung der Forschungslizenz sei genehmigt worden, teilte die zuständige Behörde am Montag mit. Die Entscheidung dürfte die ethische Debatte über Genmanipulationen am Menschen wieder entfachen.

Das Francis Crick Institute hatte bereits im September mitgeteilt, dass es um die Frage geht, welche Gene die erfolgreiche Entwicklung von Embryonen steuern. Das sei wichtig, weil Fehlgeburten und Unfruchtbarkeit sehr häufig seien, aber die Ursachen noch nicht gut verstanden würden, sagte Niakan der britischen "BBC" .

Die Forschung werde sich auf die ersten sieben Tage nach der Befruchtung konzentrieren, also der Entwicklung von einer einzelnen Zelle hin zu einem Gebilde von rund 250 Zellen, teilt das Francis Crick Institute mit. Das Institut hofft, dass die gewonnenen Erkenntnisse helfen, die künstliche Befruchtung weiter zu verbessern und unfruchtbaren Menschen gezieltere Therapien anbieten zu können.

Die Forscher wollen unter anderem die relativ neue Methode Crispr nutzen, um das Erbgut der Embryonen gezielt zu verändern. Die derart veränderten Embryonen dürfen keiner Frau eingepflanzt werden. Die Embryonen werden von Paaren gespendet, die sich einer künstlichen Befruchtung unterziehen.

Noch steht die Genehmigung der Versuche durch eine Ethikkommission aus, der Antrag dort wurde bereits gestellt.

wbr/AFP

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insgesamt 38 Beiträge
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    Seite 1    
1. Spannend
Untertan 2.0 01.02.2016
Da bin ich mal sehr gespannt, was sie herausfinden.
2. Vielleicht ...
steffundso 01.02.2016
... erspart diese Forschung die ein oder andere Fehlgeburt. Haben meine Frau & ich schon gehabt, wünsche ich wirklich niemandem
3. Forschung...
naklar261 01.02.2016
...ist sehr gut und muss auch gemacht werden. Einfach nicht uebertreiben...werder bei Forschung noch bei Moralischen Fragen...
4. Oh oh.
vish 01.02.2016
Ich bin schon auf die Argumente gespannt, die jetzt eine Fehlgeburt und Behinderungen als ethisch vertretbar darstellen, das Verändern von ein paar Zellen aber als Teufelswerk brandmarken.
5. sehr, sehr....
Odinero 01.02.2016
...heikel. Wie wir ja schon wissen wird das Machbare, über kurz oder lang, auch gemacht. Wer will das steuern?
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