Ausgegraben - Neues aus der Archäologie: Priester in Krieg und Endzeit

Von Angelika Franz

Schweizer Archäologen wollen die sterblichen Überreste eines Priesters identifizieren, der im Dreißigjährigen Krieg kämpfte. In Peru staunen Forscher über die Grabbeigaben einer jungen Frau: Sie hielt in der Endzeit ihrer Kultur Opferzeremonien ab. Ein Überblick über neue archäologische Entdeckungen.

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Georg Jenatsch: Archäologen exhumieren kämpfenden Priester
+++ Poseidon war unschuldig +++

Als im Jahr 479 v. Chr. die Perser auf die griechische Stadt Potidaea, dem heutigen Nea Potidaea, zumarschierten, schickte Poseidon eine riesige Flutwell und spülte die persischen Soldaten einfach fort. So zumindest schildert es der Geschichtsschreiber Herodot. Doch nun hat Klaus Reicherter von der Universität Aachen auf dem Jahrestreffen der Seismological Society of America Beweise dafür vorgelegt, dass es nicht der Meeresgott war, sondern ein ganz realer Tsunami.

Zum einen beschreibt Herodot sehr genau typische Anzeichen eines Tsunamis. Er schildert, wie das Meer sich zuerst zurückzog - was die Perser als Einladung zum Angriff interpretierten - und danach mit gewaltiger Wucht über das Land hereinbrach. Bei Bohrungen in der Region fand Reicherter Sedimentschichten, die zum fraglichen Zeitpunkt aus dem Meer weit ins Landesinnere hineingetragen worden waren.

Die Abfolge der Schichten sprach dafür, dass es an diesem Küstenabschnitt äußerst turbulent zuging - alles war durcheinandergewirbelt. Anhand von mitgespülten Muscheln konnte der Forscher die Katastrophe sehr genau datieren: Auf das Jahr 500 v. Chr. plusminus 25 bis 30 Jahre. Die Forschungen von Reicherter zeigten aber auch, dass die Gefahr noch lange nicht vorbei ist. Auch heute noch könnte das Gebiet von Tsunamis heimgesucht werden - dabei ist die Küste dicht besiedelt mit Ferienhäusern.

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1.
ManRai 23.04.2012
Da ich vom Fach bin sagt mir das was, aber fuer viele andere Leser dieser sehr guten Berichte ein ueberlages Fremdwort, koennt ihr sowas nicht einfach nach Wikipedia verlinken, da wird es sehr gut erklaert. Ansonsten weiter mit diesen Berichten
2.
ManRai 23.04.2012
Da ich vom Fach bin sagt mir das was, aber fuer viele andere Leser dieser sehr guten Berichte ein ueberlages Fremdwort, koennt ihr sowas nicht einfach nach Wikipedia verlinken, da wird es sehr gut erklaert. Ansonsten weiter mit diesen Berichten
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Archäologische Methoden der Datierung
Radiokarbondatierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, kennt man auch das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag.