Gesunde Ernährung: Großstudie adelt Mittelmeer-Kost

Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und schlechte Blutfettwerte bilden ein tödliches Quartett - das metabolische Syndrom. Eine Großstudie mit einer halben Million Probanden bringt Wissenschaftler zu dem Fazit: Mediterrane Kost ist besonders geeignet, der Zivilisationskrankheit vorzubeugen.

Tomate, Basilikum, Mozzarella, Olivenöl: Klassiker der mediterranen Küche Zur Großansicht
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Tomate, Basilikum, Mozzarella, Olivenöl: Klassiker der mediterranen Küche

Fisch oder Meeresfrüchte, Tomaten und anderes Gemüse, Oliven und viel Olivenöl, Obst - und täglich ein Gläschen Wein. All das gehört zum Inbegriff der mediterranen Kost, jener Ernährungsweise, die gesund halten und ein langes Leben versprechen soll. Die Griechen, das haben einige Studien bereits bewiesen, schneiden deshalb am besten ab. Denn im Gegensatz zu den Italienern verzichten sie auf Spaghetti Carbonara oder Bolognese mit Hackfleisch. Stattdessen landen öfter leichte Speisen mit viel Fisch und Olivenöl oder Salaten auf ihren Tellern.

Als wollten die Griechen diesen Umstand noch einmal deutlich machen, ist jetzt eine weitere Studie erschienen, die bestätigt: Mediterrane Kost wirkt sich positiv auf den Stoffwechsel aus und kann vor Herzkrankheiten bewahren. Schon Ende der neunziger Jahre hatte man einen derartigen Zusammenhang erstmals erkannt: Herzinfarktpatienten wurden unterschiedlich ernährt. Eine Gruppe durfte essen, was sie wollte, die andere ernährte sich nach der sogenannten Kreta-Diät. Dieses Diätkonzept orientiert sich an der mediterranen Küche, ist aber weniger fett, setzt eher auf Geflügel als auf rotes Fleisch und verzichtet auf süße Nachspeisen. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Den Kreta-Probanden ging es besser, in der anderen Gruppe war das Risiko für einen erneuten Herzinfarkt deutlich höher.

Nun haben Demosthenes Panagiotakos von der Harokopio-Universität in Athen und seine Kollegen sich an die Arbeit gemacht und insgesamt 50 solcher Studien über die positiven Effekte der mediterranen Kost analysiert. Darin flossen die Daten von etwa einer halben Million Teilnehmern ein. Diese sogenannte Metaanalyse veröffentlichten die Ernährungswissenschaftler im US-Fachblatt "Journal of The American College of Cardiology".

Dabei interessierten sich die Wissenschaftler insbesondere für eine Frage. Welche positiven Effekte hat mediterrane Kost auf das metabolische Syndrom? Dieses diagnostiziert der Arzt, wenn deutliches Übergewicht, besonders im Bauchbereich, und mindestens zwei von drei Faktoren gleichzeitig auftreten: Bluthochdruck, schlechte Blutfettwerte oder ein gestörter Blutzuckerspiegel.

Das metabolische Syndrom ist ein zunehmendes Problem in den Industrieländern und wird mit verschiedenen Folgeerkrankungen in Zusammenhang gebracht, weil es zu Gefäßverkalkungen führt, darunter Herzerkrankungen, Diabetes und Schlaganfall. Experten sehen darin eine der größten Bedrohungen für unsere Gesellschaft.

Dem könne man, so das Fazit der griechischen Metaanalyse, mit einer Ernährungsweise mit Olivenöl und viel Obst und Gemüse vorbeugen. Es werde nicht nur das Risiko für den gefährlichen Symptomenkomplex gesenkt. Auch die einzelnen Faktoren des Syndroms könnten positiv beeinflusst werden, schreiben die Studienautoren. Sie sehen in der mediterranen Kost eine vergleichsweise einfache sowie kostengünstige Möglichkeit, die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern und Folgeerkrankungen zu verringern. Panagiotakos zufolge ist die Metaanalyse die erste Studie, die sich systematisch mit den positiven Effekten der mediterranen Küche auf das metabolische Syndrom auseinander gesetzt hat.

cib/dpa

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insgesamt 45 Beiträge
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1. ....
SURE 08.03.2011
Zitat von sysopÜbergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und schlechte Blutfettwerte bilden ein tödliches Quartett - das.....
die diskutieren lieber über E10 und Ihr Auto, als über Ihr Leben.......so san's die Däitschn.
2. Vorsicht!
n+1 08.03.2011
Zitat von sysopÜbergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und schlechte Blutfettwerte bilden ein tödliches Quartett - das metabolische Syndrom. Eine Großstudie mit einer halben Million Probanden bringt Wissenschaftler zu dem Fazit: Mediterrane Kost ist besonders*geeignet, der*Zivilisationskrankheit vorzubeugen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,749655,00.html
Wenn es nach den "Wissenschaftlern" geht, sollen wir alle nur noch Hühner- und Hasenfutter essen. Hier ist meine Langlebigkeits-Hitliste: 1 Sauerbraten mit Spätzle 2 Haxe mit Kraut, Knödel und Kölsch 3 500gr Filetsteak mit Ofenkartoffeln 4 Schwarzbrot mit Krabben und Spiegelei 5 Spaghetti carbonara mit ordentlich creme fraiche triple Und dann säuft man sich die Blutfette mit 1-2 Liter Rotwein wieder aus den Adern. Alternative: als Nachtisch eine Schwarzwälder Kirschtorte mit ordenlich Schnaps drin. Das hat bei 5 Mio Probanden die besten Ergebnisse gebracht.
3. Kann ich nur bestätigen
maipiu 08.03.2011
Soweit es mir möglich ist, halte ich mich selbst an die Kreta Diät und es funktioniert. Mein Hausarzt glaubte dem Labor nicht, das meine Cholesterinwerte getestet hatte, so gut waren sie. Im Sommer ist es etwas einfacher mit dem Gemüse, aber es geht auch im Winter dank moderner Logistik. Es müssen ja nicht immer Auberginen, Artischocken und Co. sein. Karotten und Lauch tun's auch.
4. Nö.
MasterMurks 08.03.2011
Aha, und die Griechen leben deshalb so lange, weil sie sich über nahezu jede Empfehlung hinwegsetzen, die man allgemein zu hören bekommt? Wenig Fett: Olivenöl en masse, Mousakas Keine tierischen Fette: Schafskäse bis der Arzt kommt Keinen Alkohol: Griechischer Wein, Ouzo, ... Kein rotes Fleisch: Gyros, Souvlaki, Bifteki,... Kein Zucker: Es ist nicht gut, wenn es nicht in Honig getränkt ist! Und so weiter. Leute, veräppeln kann ich mich alleine. Von Salat und Tomaten wird niemand satt, alt UND körperlich leistungsfähig zugleich!
5.
jerzick 08.03.2011
Zitat von SUREdie diskutieren lieber über E10 und Ihr Auto, als über Ihr Leben.......so san's die Däitschn.
Ja, so sieht's aus... ich jedenfalls ernähre mich seit vielen Jahren genau so , habe wohl auch dadurch meine Blutfettwerte wieder völlig in den Normalbereich gebracht und kann dadurch auf die Statine verzichten, die ich vorher einnehmen musste. Das Schönste dabei: diese Art sich zu ernähren ist ein absoluter Genuss! :-)
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Übergewicht und Fettsucht
Die Fettsuchtepidemie
Die Fettsucht, auch Adipositas genannt, gehört in den Industrienationen zu den führenden Auslösern von Todesfällen und Invalidität. Studien zufolge ist die Krankheit weltweit für jährlich rund 2,6 Millionen Todesfälle und mindestens 2,3 Prozent der Gesundheitskosten verantwortlich.
Folgeerkrankungen
Die Adipositas kann Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Herz- und Kreislauferkrankungen, Schlaganfälle und psychische Beschwerden hervorrufen. Die Weltgesundheitsorganisation und auch die US-Gesundheitsbehörden sprechen inzwischen von einer Fettsuchtepidemie, die ebenso bekämpft werden müsse wie tödliche Infektionskrankheiten.
Body-Mass-Index (BMI)
Ob jemand übergewichtig oder fettsüchtig ist, ermitteln Mediziner anhand des Body-Mass-Index (BMI). Dieser Wert entspricht dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Ein Beispiel: Ein 1,80 Meter großer Mann wiegt 75 Kilogramm. Sein BMI beträgt 75 : 1,80² = 23,15. Als Idealwert gilt bei Frauen ein BMI von 22, bei Männern ein BMI von 24.
BMI-Tabellen
Der "wünschenswerte" BMI hängt vom Alter ab. Die linke Tabelle zeigt die entsprechenden Werte für verschiedene Altersgruppen. Die rechte Tabelle zeigt die BMI-Klassifikation (nach DGE, Ernährungsbericht 1992):

Alter BMI
19-24 Jahre 19-24
25-34 Jahre 20-25
35-44 Jahre 21-26
45-54 Jahre 22-27
55-64 Jahre 23-28
>64 Jahre 24-29

Klassifikation männl. weibl.
Untergewicht unter 20 unter 19
Normalgewicht 20-25 19-24
Übergewicht 25-30 24-30
Adipositas 30-40 30-40
massive Adipositas über 40 über 40

Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen
Übergewicht
Zur Definition von Übergewicht wird der sogenannte Körpermassen-Index (BMI) herangezogen. Durch das Wachstum und die Pubertätsentwicklung sowie den damit verbundenen Änderungen der Körperzusammensetzung unterliegt der BMI alters- und geschlechtsspezifischen Veränderungen. Ein BMI von 25-29,9 gilt als Indiz für Übergewicht.
Adipositas
Das Krankheitsbild der Adipositas ist gekennzeichnet durch einen erhöhten Körperfettanteil, der krankhafte Auswirkungen haben kann. Menschen mit einem BMI von mehr als 30 gelten als adipös.
Body-mass-Index (BMI)
Der BMI ist definiert als Körpergewicht (kg) dividiert durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat. Normalgewichtige haben einen BMI zwischen 18,5 und 24,9. Ab einem BMI von 25 gelten Personen als übergewichtig. Ab einem BMI von mehr als 30 oder weniger als 18,5 gilt der Betroffene als behandlungsbedürftig.
Häufigkeit
Die "Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland" (KiGGS) hat herausgefunden, dass 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland übergewichtig sind. Bei rund 6,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen liegt eine Adipositas vor. Bei den Drei- bis Sechsjährigen liegt der Anteil der Übergewichtigen bei neun Prozent, mehr als 15 Prozent der Sieben- bis Zehnjährigen sowie 17 Prozent der 14- bis 17-Jährigen leiden unter Übergewicht. Eine Adipositas haben laut KiGGS 2,9 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen, 6,4 Prozent der Sieben- bis Zehnjährigen sowie 8,5 Prozent der 14- bis 17-Jährigen. Der Anteil der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen ist im Vergleich zu den Referenzdaten aus den Jahren 1985-1999 um 50 Prozent gestiegen. Die Häufigkeit der Adipositas hat sich demnach sogar verdoppelt. Eine deutliche Zunahme der Erkrankungen ist seit Beginn der achtziger Jahre zu verzeichnen.
Folgeerkrankungen
Unterschieden werden können medizinische und psychiatrische beziehungsweise psychologische Folgeerkrankungen. Etwa ein Drittel aller übergewichtigen Kinder leiden unter Bluthochdruck. Hinzu kommen Fettstoffwechselstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie ein erhöhtes Risiko einer Diabetes mellitus Typ 2 (Altersdiabetes) Erkrankung. Bei den seelischen Erkrankungen ist es schwierig, Ursachen und Folgen der Adipositas zu unterscheiden. Zu diesen Erkrankungen gehören Depressionen, Angststörungen sowie Essstörungen.
Risikofaktoren
Laut der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin gibt es vor allem zwei Risikofaktoren einer Erkrankung im Kindes- und Jugendalter. Sowohl eine familiäre Belastung (Übergewicht der Eltern) als auch eine bestimmte ethnische Zugehörigkeit und ein niedriger sozialer Status (gemessen an Einkommen und Schulbildung der Eltern) gelten als Risikofaktoren.